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Orgel: Weida-Land / Obhausen – St. Johannis

Gebäude oder Kirche

St. Johannis

Konfession

Evangelisch

Ort

Weida-Land / Obhausen

Postleitzahl

06268

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1837 Neubau einer mechanischen Schleifladenorgel mit mittig fest eingebautem Spieltisch durch Moritz Baumgarten (Merseburg) I/14. Baumgarten war u.a. Lehrer Friedrich Wilhelm Rühlmanns, der für Baumgarten auch in Kommission und Vertretung baute (z.B. Eismannsdorf).
1851-52 Umbau der Kirche – dabei Umsetzung der Orgel im unveränderten Zustand (!) auf die Westempore des neuen Kirchenschiffes.
1917 Abgabe der originalen Prospektpfeifen aus Zink – diese wurden nicht ersetzt.
2007 Überholung und Sanierung des Werkes mit Einbau neuer Prospektpfeifen aus Zinn durch Thorsten Zimmermann (Halle/Saale).

Die Baumgarten-Orgel in Obhausen ist eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse der Kunst ihres Erbauers – wie wunderbar, dass das Instrument in hervorragendem, fachgerecht-saniertem Zustand erhalten ist! Bemerkenswert sind freilich die Art der Disposition auf nur einem Manual und Pedal mit 14 Registern – dabei ein vollständig bis in die Mixtur durchgeführter Principalchor, welcher ein strahlendes, barock anmutendes Plenum zeigt, welches das Instrument auch für Musik dieser Zeit prädestiniert. Daneben fällt der fast überreich disponierte Flötenchor in der 8′- und 4′-Lage auf, welcher die verschiedensten Färbungen im sanften Bereich gestattet und dabei von erhabener Noblesse und Klarheit gekennzeichnet ist. Durch die zart-schneidende Viola di Gamba ist eine Art Vorstufe zum Principal gegeben. Das Pedal grundiert mit zwei 16′-Stimmen, zweier Stimmen in der Achtfußlage mächtig den Klang und erlaubt dabei ebenfalls Differenzierungen. Die Baumgarten-Orgel erlaubt damit nicht nur die Wiedergabe barocker Musik, sondern durch die reichen Grundstimmen auch die Interpretation frühromantischer Musik. Beachtlich ist dabei die Klangkraft und Lautstärke, welche das Instrument in der doch recht mäßigen Akustik des Raumes entfaltet.

Disposition

Manual C – d”’

Principal 8 Fuß.

Waldflöte. 8 Fuß.

Flauto traverso. 8 Fuß. (ab a°)

Gedackt. 8 Fuß.

Viola d: Gamba. 8 Fuß.

Octave. 4 Fuß.

Hohlflöte. 4 Fuß.

Quinte. 3 Fuß.

Octave. 2 Fuß.

Mixtur. 4 Fach.

Pedal C – d’

Subbaß. 16 Fuß.

Violon. 16 Fuß.

Principal. Baß. 8 Fuß.

Violon. 8 Fuß.

 

Spielhilfen

Als Registerzug links: Pedal. Coppel. [I/P]

Als Registerzug rechts: Monitor. [Kalkantenzug, schaltet heute die Orgel ein.]

Gebäude oder Kirchengeschichte

Ca. 11./12. Jahrhundert erster Kirchbau an der Stelle der heutigen Kirche, daneben existierten noch zwei weitere Kirchen im Ort (St.Nicolai und St.Petri). Die Nicolaikirche ist heute eine Ruine – nach den Kirchen wurden auch die Ortsteile benannt.
Später diverse Umbauten (nicht genau überliefert)
1851 – 1852 Neubau des Kirchenschiffes im historistischen (neoromanischen Stil) als Ersatz für das zu kleine baufällige Schiff. Der Turm erhielt im Zuge der Arbeiten eine neue aufgesetzte Glockenstube auf das alte Turmuntergeschoss aus Bruchsteinmauerwerk.
2009 Guss zweier neuer Glocken bei Lauchhammer als Ergänzung zu einer Schilling-Glocke von 1912 – Tonfolge heute a’- cis”- e”.

Die Kirche zeigt sich heute als einschiffiger, schlichter Kirchsaal mit halbrunder Apsis im Osten. Auf der Westseite steht der auf quadratischem Grundriss angelegte Turm mit seiner hohen Spitze. Neoromanische Bogenfenster lassen viel Licht in das Innere fallen. Der Innenraum zeigt sich durch seine weiße Farbgebung durchweg hell und freundlich – einzelne goldene Verzierungen (z.B. am Orgelprospekt oder der Kanzel) setzen Akzente. Der Raum wird von einer Holztonne überwölbt und von einer u-förmigen, eingeschossigen Empore umrahmt, deren Kassettenfelder biblische Symbole und Sprüche tragen – die Empore wird von korinthischen Säulen getragen. Dezent gefärbtes, reiches und fein florales Malwerk ist in den Fensternischen, dem Tonnengewölbe und am Apsisbogen vorhanden. Der Kanzelaltar ist äußerst schlicht gehalten, lediglich die Wangen sind aus reichem Akanthusschnitzwerk gefertigt. Möglicherweise wurde auch der Altar mit seiner marmorierten Farbfassung aus der alten Kirche übernommen – ebenso das gotische Taufbecken aus Sandstein.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Datein Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter mit Informationen von H. Rotermund
Kirchengeschichte: Wikipedia, ergänzt durch Informationen von H. Rotermund

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