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Orgel: Halle (Saale) / Nördliche Innenstadt – Schlesisches Konvikt (Adam-Orgel)

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Gebäude oder Kirche

Schlesisches Konvikt

Konfession

Konfessionslos

Ort

Halle (Saale) / Nördliche Innenstadt

Postleitzahl

06108

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Johannes Richter spielt Max Drischner (1891 – 1971) – Choralvorspiel “Die güldne Sonne voll Freud und Wonne” (1931)

 

Johannes Richter spielt Max Drischner (1891 – 1971) – Choralvorspiel “Wie schön leuchtet der Morgenstern” (1915)



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1972 Neubau als Opus 25 durch Orgelbau Reinhard Adam/Halle als mechanische, vorderspielige Schleifladenorgel mit zwei Manualen und fünf Registern. Sie diente als Übinstrument für die Studierenden der Kirchenmusikschule.
1987 Reparatur und Überholung der Orgel durch Orgelbau Reinhard Hüfken/Halberstadt.
2007/08 im Zuge der Renovierung des Konviktes Umsetzung der Adam-Orgel. Die Pedal-Lade samt Subbass fiel der Wand einer Küche zum Opfer, sodass die Orgel nunmehr kein eigenständiges Pedalregister mehr besitzt. Das Registerschild wurde entfernt, der Zug am Spieltisch links außen blieb, ist aber gesperrt.

Die Orgel hat keinen Magazinbalg, Winddruck 74mmWs.

Die Adam-Orgel im schlesischen Konvikt stellt das 25. Werk der halleschen Werkstatt dar. Das Gehäuse aus Sperrholz ist schlicht und unscheinbar, zweckmäßig, für eine Übungsorgel angemessen – ein Harfenfeld mit Gitterwerk lockert die Front auf. Durch eine Tür auf der rechten Seite ist das Innere begehbar. Der Spieltisch ist frontal angebracht, die Registerzüge befinden sich links dem jeweiligen Manual zugeordnet. Im Inneren stehen zwei Windladen für die Manualregister. Dahinter ist der Stimmgang angebracht, hinter diesem stand einst die Pedallade, die aber dem Einbau einer Wand weichen musste, sodass das Werk heute kein Pedalregister mehr besitzt.
Dass die Orgel einen 16′ im Pedal besessen haben muss, wird durch den leeren Registerzug sowie die Tatsache klar, dass viele der kleinen Adam-Orgeln ähnlicher Größe ebenfalls solch ein Register im Pedal besaßen. Die Windlade des Manuals wird über Wellenbretter angesteuert, sie ist chromatisch dem Verlauf der Klaviatur folgend aufgeteilt. Die tiefen gedeckten Holzpfeifen befinden sich an der linken Gehäuseseite. Wie bei solch kleinen Werken üblich, steht die Orgel direkt auf dem Wind, d.h. sie besitzt keinen Magazinbalg, sondern wird durch das Gebläse direkt mit Wind versorgt.
Die Disposition zeigt sich zweckmäßig, aufs Wesentliche reduziert. Das erste Manual beherbergt ein dunkles, stilles, edles Gedackt 8′ mit weicher, aber prompter Ansprache, welches ein vorzügliches Begleitregister darstellt. Eine Rohrflöte 4′ sorgt für deutliche Aufhellung. Das zweite Manual besitzt ein rauchiges, etwas kratziges, warmes Gemshorn mit für den kleinen Raum sehr kräftigem Klang sowie eine runde, in der Ansprache etwas spitze, insgesamt spritzige Waldflöte 2′, die allerdings in dem kleinen Raum an die Grenze des Ertragbaren geht, schnell aufdringlich wird und deshalb selten genutzt wird. Der Gesamtklang ist zum Üben angenehm, warm und weich, nicht hart und aufdringlich, aber kraftvoll und dabei aber stets transparent, Vor allem das Gemshorn ist ein sehr charaktervolles Soloregister.
Die Trakturen spielen sich angenehm, das Pedal ist sehr leichtgängig. Mit der Manualkoppel wird das Spielen spürbar schwerer, aber nicht unangenehm oder zu teigig. Das zweite Manual spielt sich dabei etwas unpräziser als das Erste. Die Klaviaturen klappern etwas, eine neue Austuchung wäre dringend notwendig.
Der Zustand des Werkes ist gut, die Orgel ist solide und gut gebaut und wird häufig und gern zum Üben genutzt, womit ihr Erbauer den Zweck des Werkes vollkommen getroffen und erfüllt hat.

Disposition

I – “Hauptwerk” C – g”’

Gedeckt 8′ (durchg. Holz, gedeckt) 

Rohrflöte 4′ (C-e” Metall, Rohrflöte, ab f” offen, konisch, Metall)

II – “Positiv” C – g”’

Gemshorn 8′ (C-A mit Ged. 8′, ab B Holz, offen, ab c#° Metall, offen, konisch)

Waldflöte 2′ (C-f#’ Prospekt, Metall, konisch, ab g’ innen, Metall)

Pedal C – f’

-keine eigenen Register-

 

Spielhilfen

Als Fußtritte rechts aus Metall, zum Einhaken, von links:
II-I, I-P., II-P.

Gebäude oder Kirchengeschichte

1866 Gründung des Konviktes als Wohnheim für Theologiestudenten aus Schlesien.
1868 Fertigstellung des heutigen Gebäudes – 8 Personen beziehen das Haus unter der Schirmherrschaft des Breslauer Adligen Graf von Harrach.
1937 zwangsweise Schließung des Hauses und Übernahme durch die Universität im Zuge des Kirchenkampfes bzw. der “Ring”-Affäre.
1938 Einzug der Kirchenmusikschule aus Aschersleben.
1939 Aufnahme des Lehrbetriebes und Einbau der Aula-Orgel.
2000 – 2002 Umzug der KMS in das neue Gebäude im Händelkarree, das Gebäude bleibt “wildes Wohnheim”.
2005 Beschluss der Wiederaufnahme des Konviktbetriebes.
2008 feierliche Neueröffnung des Konviktes.
2018 Feier des 150jährigen Jubiläums mit großen Festlichkeiten.
2020 – 2021 Sanierung des Treppenhauses im Gebäude Emil-Abderhalden-Strasse.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Eigene Sichtung vor Ort am 22.11.2021
Hausgeschichte: Internetauftritt des Schlesischen Konviktes

Youtube-Videos von Johannes Richter auf dem Kanal JRorgel

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