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Orgel: Berlin / Mitte – Golgatha-Kirche (Hauptorgel)

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Gebäude oder Kirche

Golgatha-Kirche

Konfession

Evangelisch

Ort

Berlin / Mitte (Oranienburger Vorstadt)

Postleitzahl

10115

Bundesland / Kanton

Berlin

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Golgatha-Kirche

 

Alter Spieltisch (Steinmeyer 1925)



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

Um 1870 Bau einer Orgel in der Golgatha-Kapelle.

Derzeitige Hauptorgel

1900 pneumatische Kegelladenorgel mit mittig freistehendem Spieltisch vor Prospekt, erbaut durch Orgelbau Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) II/27.
1925 Erweiterung des Werkes mit neuem freistehendem Spieltisch sowie Umbau auf elektropneumatische Kegel- und Taschenladen als Opus 1413 von Orgelbau G.F.Steinmeyer & Co. (Steinmeyer & Strebel) Kgl.Bayer.Hof-Orgel- u. Harmoniumfabrik (Oettingen/Bayern u. Nürnberg) III/38. Bei dieser Massnahme wurden sämtliche Windladen und Register der Sauer-Orgel übernommen und ein Fernwerk (drittes Manual) auf der Südempore erbaut. Das Fernwerk besass Taschenladen.
1943 schwere Beschädigung durch Kriegseinwirkung.
1949 Reparatur und Instandsetzung des Werkes.
1965 einschneidender Klangumbau und Stillegung des Fernwerkes durch Orgelbauer Ludwig Glöckner (Berlin). Der Spieltisch wird auf der Nordempore aufgestellt. Eine Schalmey 8′ wird zusätzlich eingebaut.
Ab 2011 schrittweise Restaurierung der Sauer-Orgel mit Ziel der Rekonstruktion des Originalzustandes durch Orgelbau Christian Scheffler (Sieversdorf). Für die Massnahmen wurde der Steinmeyer-Spieltisch ausser Betrieb genommen (befindet sich links neben der Orgel) und ein Spieltisch der Sauer-Orgel aus der Oberlinkirche Potsdam aus dem Jahr 1904 (Opus 924) an das Gehäuse mittig angebaut. Die Orgel wurde im aktuellen Schritt mit 16 Sauer-Registern in Betrieb genommen mit Rekonstruktion der pneumatischen Kegelladen II/16. Der Pfeifenbestand im Inneren weist insgesamt 28 Register auf.

zur Chororgel

Disposition

Disposition gemäss Spieltisch 2025 (Spieltisch aus Oberlinkirche Potsdam)

I Hauptwerk C – g“‘

Principal 16′             C – a‘ Prospekt; ab b‘ innen – Anm. 1

Principal 8′               C – G Holz offen, GS – a° Prospekt – Anm. 2; ab b° innen, Metall

Gedeckt 8′                Holz ged.; ab fs° Metall ged.

Octave 4′                 Metall

Rohrflöte 4′              Metall rohrged., ab fs“ offen; konisch

Rauschquinte 2f.     2 2/3′ Metall ged., ab c° offen; 2′ Metall

Trompete 8′             Stiefel Metall; Becher Zink, ab c° Naturguss

 

II Schwellwerk C – g“‘

Geigenprincipal 8′     C – H Holz offen; ab c° Metall

Gedeckt 8′                Holz ged.,; ab fs‘ Metall ged.

Principal 4′                C – H Holz offen, innenlabiiert; ab c° Metall

Traversflöte 4′           Metall

Octave 2′                  Metall

Blockflöte 2′              Metall

 

Pedal C – d‘

Principal 16′            Holz offen

Subbaß 16′             Holz ged.

Baßflöte 8′              C – h° Metall ged.; ab c‘ offen

 

 

Prospektpfeifen

Anm. 1 – Principal 16′ HW im Prospekt C – a‘

Anm. 2 – Principal 8′ HW im Prospekt GS – a°

 

Zusammensetzung Mixtur HW (aktuell nicht angeschlossen)

C                                                    1 1/3′  +  1′  +  2/3′  +  1/2′

c°                                          2′  +  1 1/3′  +  1′  +  2/3′

c‘                           2 2/3′  +  2′  +  1 1/3′  +  1′

c“                  4′  +  2 2/3′  +  2′  +  1 1/3′

 

Zusammensetzung Rauschpfeife HW

C              2 2/3′  +  2′

 

Disposition gemäss vorhandenem Pfeifenbestand 2025 (kursiv vorhandene Register – nicht am Spieltisch vorhanden)

I Hauptwerk C – g“‘

Principal 16′              C – a‘ Prospekt; ab b‘ innen – Anm. 1

Quintade 16′             Zink ged.; ab gs“‘ offen

Principal 8′               C – G Holz offen, GS – a° Prospekt – Anm. 2; ab b° innen, Metall

Gedeckt 8′               Holz ged.; ab fs° Metall ged.

gedeckter 8′            Holz ged.

Gambe 8′                Metall

Octave 4′                Metall

Rohrflöte 4′             Metall rohrged., ab fs“ offen; konisch

labialer 4′                Metall

Rauschquinte 2f.    2 2/3′ Metall ged., ab c° offen; 2′ Metall

Flautino 2′              Zink, konisch

Mixtur 4-5 f.           Metall, rep. c°/c’/c“

Trompete 8′          Stiefel Metall; Becher Zink, ab c° Naturguss

 

II Schwellwerk C – g“‘

Geigenprincipal 8′      C – H Holz offen; ab c° Metall

Gedeckt 8′                  Holz ged.,; ab fs‘ Metall ged.

Principal 4′                 C – H Holz offen, innenlabiiert; ab c° Metall

Traversflöte 4′            Metall

Quinte 2 2/3′              Metall

Octave 2′                   Metall

Blockflöte 2′              Metall

Terz 1 3/5′                 Metall, konisch

Schalmey 8′ (Bauart Krummhorn) Stiefel Metall; Becher Kupfer

Pedal C – d‘

Principal 16′                Holz offen

Subbaß 16′                 Holz ged.

Baßflöte 8′                  C – h° Metall ged.; ab c‘ offen

Posaune 16′                Stiefel Holz; Becher Metall

Trompete 8′                 Stiefel Holz; Becher Metall

Klarine 4′                     Stiefel Holz; Becher Metall

 

Dispositionsstand ursprünglich (Schalmey wurde später erweitert)

I Hauptwerk C – g“‘

Principal 16′

Principal 8′

Gambe 8′

Flûte harm. 8′

Gemshorn 8′

Gedeckt 8′

Octave 4′

Rohrflöte 4′

Rauschquinte 2f.

Cornett 3-4 f.

Trompete 8′

II Schwellwerk C – g“‘

Liebl. Gedackt 16′

Geigenprincipal 8′

Soloflöte 8′

Gedeckt 8′

Aeoline 8′

Voix celeste 8′

Fugara 4′ (aktuell Principal 4′ benannt)

Traversflöte 4′

Progressio 2-3 f. (Octave 2′ aktuell)

Schalmey 8′ (Blockflöte 2′ aktuell)

 

Pedal C – d‘

Principal 16′

Subbaß 16′

Octavbaß 8′

Baßflöte 8′

Octav 4′

Posaune 16′

Trompete 8′

 

Spielhilfen

Aktueller Spieltisch (wurde aus der Oberlinkirche Potsdam übernommen)

2 freie Kombinationen (weiss/grün)

Rechte Seite: II./I., I./P., II./P. als Registerwippen

Druckknöpfe unter erstem Manual: MF., F., Auslöser, T., Freie Comb I (unbeschriftet), Freie Comb II, Auslöser, Walze ab/Auslöser, HR ab/Auslöser, IIzI/Auslöser, IzP/auslöser, IIzP/Auslöser, unbeschrifteter Knopf (verm. ehem. Ped.Umschaltung)

Fuß: Walze (Rolle), Schwelltritt II

MF. schaltet:
SW – Gedeckt 8′
HW – Gedeckt 8′ / Rohrflöte 4′
PED- Subbaß 16′

F. schaltet alle Register ausser Rauschquinte 2f. und Trompete 8′

T. schaltet alle Register und Koppeln

Spieltisch Steinmeyer 1925 (Spielhilfen in den Registerschaltungen derzeit unbekannt) – Tonumfang Manuale C – a“‘ / Pedal C – f‘

Oberhalb drittes Manual: Crescendo-Anzeiger 0 – 26, Koppelschaltungen der beiden freien Kombinationen

Pedal-Koppel I, Pedal-Koppel II, Pedal-Koppel III, Manual-Koppel II-I, Manual-Koppel III-II, Manual-Koppel III-I als Registerwippen (nicht mehr vorhanden)

Unterhalb der Manuale befanden sich die Schaltungen: Pianopedal III/0 und Pianopedal II/0

Druckknöpfe unter erstem Manual: Manual-Koppel III-I, Manual-Koppel III-II, Manual-Koppel II-I, Pedal-Koppel III, Pedal-Koppel II, Pedal-Koppel I, I Freie Kombination, II Freie Kombination, 0., Handregister ab, Walze ab, Rohrwerke ab

Fuß: Koppeln aus Walze, Auslöser, Generaltutti, Tutti, Walze (Rolle), Schwellwerk II. Manual (Schwelltritt), zwei entfernte Schwelltritte (Schwellwerk III. Manual und Schwellwerk Vox humana 8′)

Gebäude oder Kirchengeschichte

1870 (andere Quellen nennen 1867 und 1859) Bau einer Golgatha-Kapelle nach Plänen des Architekten Georg Gustav Erbkam (Berlin). Im Dachreiter wurde eine Glocke aufgezogen. Zuvor gehörte der Gemeindeteil zur St. Elisabethen-Kirche.
1877 Selbständigkeit der Golgatha-Gemeinde.
1897 Abtragung der für die wachsende Gemeinde zu klein gewordenen Kapelle.

1898 – 1900 Bau der heutigen Golgathakirche im neugotischen Stil nach Plänen von Architekt Max Spitta (Berlin), Ausführung durch Baurat Paul Graef (Berlin) und Baumeister Erich Peters. Die Kirche wurde in eine Häuserzeile integriert und erhielt einen 61 Meter hohen Kirchturm – Einweihung am 29. August 1900.
1943 schwere Beschädigung durch Kriegseinwirkung.
1949 Instandsetzung und Behebung der Kriegsschäden Einweihung 2. Oktober 1949.
1965 – 1966 umfangreiche Innenrenovierung.
1966 Ersatz der im Krieg erheblich beschädigten und notdürftig sanierten Fenster durch Lothar Mannewitz (Rostock).
Nach 1995 bis 2000 Sanierung des Daches. Zusammenschluss zur Kirchgemeinde am Weinberg.
Ab 2025 Umgestaltung der Kirche zu einem multifunktional nutzbarem Kirchenraum.

Der Taufstein ist ein Werk von Bildhauer Rudolf Bauer (Berlin-Schöneberg), die Kanzel schuf Bildhauer Georg Maletz (Wernigerode). Der Altar wurde vom Baurat Paul Graef entworfen und mit einem Bild des Malers Ernst Christian Pfannschmidt (Berlin/Bad Lobenstein) gestaltet, welches die Kreuzigung Christi darstellt. Das Altarkreuz stammt aus der zerstörten Gnadenkirche und ein weiteres Kreuz aus der St. Elisabethen-Kirche. Das dreistimmige Geläut weist die Nominale fs‘ + a‘ + cs“ auf.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Mike Wyss und Andreas Schmidt
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, zitiert aus dem Buch „evangelische Kirchen in Berlin“ CZV Verlag Berlin von Günther Kühne und Elisabeth Stephan 1978, Seite 390 – ISBN 3767401584 und „Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin“ 1984 Henschelverlag, ab Seite 306
Orgelgeschichte: Eigene Sichtung und Spiel 2024, Bestandesaufnahme vor Ort, freundl. Mitteilung von Orgelbau Scheffler, zitiert aus dem Buch „500 Jahre Orgeln in Berliner Evangelischen Kirchen“ von Uwe Pape, Pape-Verlag 1991, Band II Seiten 451 und 452 – ISBN 392114034X

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