Orgel: Berlin / Mitte – Golgatha-Kirche (Chororgel)
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Gebäude oder Kirche
Golgatha-KircheKonfession
EvangelischOrt
Berlin / Mitte (Oranienburger Vorstadt)Postleitzahl
10115Bundesland / Kanton
BerlinLand
DeutschlandBildergalerie + Videos
Orgelgeschichte
1969 mechanische Schleifladenorgel mit mittig fest ins Gehäuse eingelassenem Spieltisch, erbaut als Opus 1872 für das Gemeindehaus der St. Elisabethen-Kirche Berlin durch Orgelbau W. Sauer Frankfurt (Oder) I/6.
2002 Umsetzung des Werkes in den Chorraum der Golgatha-Kirche Berlin.
Geschichte Hauptorgel Golgatha-Kirche
Um 1870 Bau einer Orgel in der Golgatha-Kapelle.
1900 pneumatische Kegelladenorgel mit mittig freistehendem Spieltisch vor Prospekt, erbaut durch Orgelbau Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) II/27.
1925 Erweiterung des Werkes mit neuem freistehendem Spieltisch sowie Umbau auf elektropneumatische Kegel- und Taschenladen als Opus 1413 von Orgelbau G.F.Steinmeyer & Co. (Steinmeyer & Strebel) Kgl.Bayer.Hof-Orgel- u. Harmoniumfabrik (Oettingen/Bayern u. Nürnberg) III/38. Bei dieser Massnahme wurden sämtliche Windladen und Register der Sauer-Orgel übernommen und ein Fernwerk (drittes Manual) auf der Südempore erbaut. Das Fernwerk besass Taschenladen.
1943 schwere Beschädigung durch Kriegseinwirkung.
1949 Reparatur und Instandsetzung des Werkes.
1965 einschneidender Klangumbau und Stillegung des Fernwerkes durch Orgelbauer Ludwig Glöckner (Berlin). Der Spieltisch wird auf der Nordempore aufgestellt. Eine Schalmey 8′ wird zusätzlich eingebaut.
Ab 2011 schrittweise Restaurierung der Sauer-Orgel mit Ziel der Rekonstruktion des Originalzustandes durch Orgelbau Christian Scheffler (Sieversdorf). Für die Massnahmen wurde der Steinmeyer-Spieltisch ausser Betrieb genommen (befindet sich links neben der Orgel) und ein Spieltisch der Sauer-Orgel aus der Oberlinkirche Potsdam aus dem Jahr 1904 (Opus 924) an das Gehäuse mittig angebaut. Die Orgel wurde im aktuellen Schritt mit 16 Sauer-Registern in Betrieb genommen mit Rekonstruktion der pneumatischen Kegelladen II/16. Der Pfeifenbestand im Inneren weist insgesamt 28 Register auf.
Disposition
Manual C – f“‘Holzgedackt 8′ Holz ged. Prinzipal 4′ C – DS innen, Metall; E – d“‘ teilw. Prospekt – Anm. 1; ab ds“‘ innen, Metall Rohrflöte 4′ Metall rohrged.; ab fs“ offen, konisch Waldflöte 2′ Metall, leicht konisch Scharff 1′ 3-4 fach rep. c°/b°/a’/gs“/ds“‘, ab ds“‘ 4 fach!
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Pedal C – d‘Ged.Pommer 16′ Holz ged.
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Prospektpfeifen
Anm. 1 – Prinzipal 4′ im Prospekt E-d3 (ausser g°/h°/ds’/g’/a’/ds“/c“‘), rechte Pfeife aussen im Mittelfeld blind
E – H Aussenfelder, ab c° Mittelfeld
Zusammensetzung Scharff
C: 1′ 1/2′ 1/3′
c° 1′ 2/3′ 1/2′
b° 1 1/3′ 1′ 2/3′
a‘ 2′ 1 1/3′ 1′
gs“ 2 2/3′ 2′ 1 1/3′
ds“‘ 4′ 2 2/3′ 2′ 1 1/3′
Spielhilfen
Fuß: Pedalkoppel als Rastentritt auf der linken Seite
Gebäude oder Kirchengeschichte
1870 (andere Quellen nennen 1867 und 1859) Bau einer Golgatha-Kapelle nach Plänen des Architekten Georg Gustav Erbkam (Berlin). Im Dachreiter wurde eine Glocke aufgezogen. Zuvor gehörte der Gemeindeteil zur St. Elisabethen-Kirche.
1877 Selbständigkeit der Golgatha-Gemeinde.
1897 Abtragung der für die wachsende Gemeinde zu klein gewordenen Kapelle.
1898 – 1900 Bau der heutigen Golgathakirche im neugotischen Stil nach Plänen von Architekt Max Spitta (Berlin), Ausführung durch Baurat Paul Graef (Berlin) und Baumeister Erich Peters. Die Kirche wurde in eine Häuserzeile integriert und erhielt einen 61 Meter hohen Kirchturm – Einweihung am 29. August 1900.
1943 schwere Beschädigung durch Kriegseinwirkung.
1949 Instandsetzung und Behebung der Kriegsschäden Einweihung 2. Oktober 1949.
1965 – 1966 umfangreiche Innenrenovierung.
1966 Ersatz der im Krieg erheblich beschädigten und notdürftig sanierten Fenster durch Lothar Mannewitz (Rostock).
Nach 1995 bis 2000 Sanierung des Daches. Zusammenschluss zur Kirchgemeinde am Weinberg.
Ab 2025 Umgestaltung der Kirche zu einem multifunktional nutzbarem Kirchenraum.
Der Taufstein ist ein Werk von Bildhauer Rudolf Bauer (Berlin-Schöneberg), die Kanzel schuf Bildhauer Georg Maletz (Wernigerode). Der Altar wurde vom Baurat Paul Graef entworfen und mit einem Bild des Malers Ernst Christian Pfannschmidt (Berlin/Bad Lobenstein) gestaltet, welches die Kreuzigung Christi darstellt. Das Altarkreuz stammt aus der zerstörten Gnadenkirche und ein weiteres Kreuz aus der St. Elisabethen-Kirche. Das dreistimmige Geläut weist die Nominale fs‘ + a‘ + cs“ auf.
Anfahrt
Quellenangaben
Orgelbeitrag erstellt von: Andreas Schmidt
Dateien Bilder Kirche und Orgel: Mike Wyss und Andreas Schmidt
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, zitiert aus dem Buch „evangelische Kirchen in Berlin“ CZV Verlag Berlin von Günther Kühne und Elisabeth Stephan 1978, Seite 390 – ISBN 3767401584 und „Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin“ 1984 Henschelverlag, ab Seite 306
Orgelgeschichte: Eigene Sichtung und Spiel 2024, Bestandesaufnahme vor Ort, freundl. Mitteilung von Orgelbau Scheffler, zitiert aus dem Buch „500 Jahre Orgeln in Berliner Evangelischen Kirchen“ von Uwe Pape, Pape-Verlag 1991, Band II Seiten 451 und 452 – ISBN 392114034X




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