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Orgel: Weida-Land / Barnstädt – St. Wenzel

Gebäude oder Kirche

St. Wenzel

Konfession

Evangelisch

Ort

Weida-Land / Barnstädt

Postleitzahl

06268

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1750 – 1753 Neubau einer mechanischen Schleifladenorgel in der 1748 neu erbauten Kirche durch Johann Christoph Mocker (Roßleben) mit II/21 für den Preis von 260 Talern (zum Vergleich: Das Kirchenschiff schlug mit 286 Talern zu Buche).
1833 Reparatur dieser Orgel durch Gottlieb Schönburg (Schafstädt) – der genaue Umfang dieser Arbeit ist nicht bekannt, die Kosten waren mit 280 Talern aber größer als die für den Neubau der Orgel – es scheint also eine größere Reparatur gewesen zu sein.
1861 erste Kostenvoranschläge für einen Umbau und eine Erweiterung durch Wilhelm Hellermann (Querfurt) III/25.
1862 – 1863 Umbau der Orgel – 1864 endgültige Vollendung hinter dem vorhandenen Prospekt.
1917 Abgabe der Prospektpfeifen und späterer Ersatz durch Zinkpfeifen.
1980 größere Reparatur, dabei Einsatz größerer Mengen DDT/Hylotox zur Holzwurmbekämpfung.
2010 – 2011 Sanierung und Restaurierung des Werkes durch Rösel & Hercher (Saalfeld), dabei auch Rekonstruktion der ursprünglichen Farbfassung des Prospektes III/25.

Die Hellermann-Orgel in Barnstädt, neben der schwer eingeschränkt spielbaren in Göhrendorf seine größte erhaltene, ist ein sehr interessantes und aufschlussreiches Instrument. Die vielfarbigen Charakterstimmen lassen in Verbindung mit strahlenden Plena und vielfachen Schattierungsmöglichkeiten vor allem die Musik der mitteldeutschen Romantik (Mendelssohn, Liszt, A.G.Ritter u.a.) mustergültig zur Geltung kommen. Durch die transparente Intonation der einzelnen Stimmen und der damit verbundenen Durchhörbarkeit und Plastizität, lassen sich jedoch auch alte Meister wie Bach, aber durchaus auch jüngere Komponisten wie Reger auf diesem Instrument vollgültig darstellen. Dem vollen Werk mangelt es durchaus nicht an Kraft, Glanz und Fülle – jedoch ist die Entdeckung der Farbschattierungen, die hier eröffnet wird, das eigentliche Ziel des Spiels an diesem Instrument.

Disposition

I. Hauptwerk C – f”’

Bordun 16 Fuß

Principal 8 Fuß

Spitzflöte 8 Fuß

Viole di Gambe (sic!) 8 Fuß

Octave 4 Fuß

Hohlflöte 4 Fuß

Quinte 3 Fuß

Octave 2 Fuß

Terz 1 ³/5 Fuß

Mixtur 4 fach

II. Oberwerk C – f”’

Geigen ,, Principal 8 Fuß

Flaute travers 8 Fuß

Gedackt 8 Fuß

Principal 4 Fuß

Gedackt 4 Fuß

Mixtur 3 fach

III. Echowerk (schwellbar) C – f”’

Salicional 8 Fuß

Lieblich ,, Gedackt 8 Fuß

Flaut: dolce 4 Fuß

Gemshorn 4 Fuß

 

Pedal C – d’

Subbaß 16 Fuß

Violonbaß 16 Fuß

Princ: Baß 8 Fuß

Gedacktbaß 8 Fuß

Posaunen ,, Bass 16 Fuß

“,,” ist auf den Registerschildern als Zeilentrenner zu sehen.

Spielhilfen

Auf der rechten Seite als Registerzüge in der inneren Reihe, von oben nach unten:
Oberwerk Sperrventil., Oberwerk Coppel [III/II], Tremulant des Echo. [zu III], Pedal= Coppel. [I/P]

Auf der linken Seite als Registerzüge in der inneren Reihe, von oben nach unten:
Calcant: Klingel., Hauptwerk Sperrventil. (Aussenreihe), Echowerk Sperrventil., Vacat., Hauptwerk Coppel. [II/I]

Als Fußtritt rechts über dem Pedal: Schweller für III (Löffeltritt, Schwelltüren nicht eingebaut)

Gebäude oder Kirchengeschichte

1172 erster Bau eines Gotteshauses (Inschrift auf einem Stein im Turmbereich).
Später erfolgte ein Umbau im Stil der Spätgotik, dessen Turm (54m hoch) mit markant verwundener Spitze noch heute erhalten ist und gotische
Maßwerkfenster und teilweise mittelalterliche Glocken in der Glockenstube besitzt.
1748 Umbau der Kirche im barocken Stil mit Neugestaltung des Kirchenschiffes mit geradem Abschluss. Es werden neue Fenster eingebaut und eine neue Inneneinrichtung eingebaut. In diesem Zustand ist die Kirche bis heute (saniert) erhalten.

Die Wenzelkirche in Barnstädt zeigt sich als rechteckiger, weiß getünchter und dadurch sehr heller und freundlicher Saalbau mit geradem Chorabschluss. Die Wände sind von hohen Rechteckfenstern durchbrochen und die Decke mit aufwändiger Stuckatur in floraler Motivik verziert. Die u-förmig den Raum umschließende, zweigeschossige Empore besitzt mit geometrischen Formen verzierte Flachfelder. Der Kanzelaltar mit seiner markanten weiß-blau-goldenen Marmorierung wird von je zwei ionischen Säulen sowie den Figuren von Mose und Aaron flankiert. Auf seiner Spitze der bekrönte Christus mit der Siegesfahne, flankiert von Putten – unter ihm der Preußische Adler. Der Altar, welcher umgeben von ebenfalls weiß gefärbtem Akanthusschnitzwerk den Raum eindrucksvoll und doch mit einer gewissen Leichtigkeit nicht entbehrend dominiert, findet seinen farblichen Gegenspieler im Orgelprospekt, welcher ebenfalls reich mit Putten verziert ist.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter mit Informationen von H. Rotermund
Kirchengeschichte: Wikipedia mit Quellen von
Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4. S. 48.

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