Orgel: Waldkirch / Kollnau – Paul-Gerhardt-Kirche
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Gebäude oder Kirche
Paul-Gerhardt-KircheKonfession
EvangelischOrt
Waldkirch / KollnauPostleitzahl
79183Bundesland / Kanton
Baden-WürttembergLand
DeutschlandBildergalerie + Videos
Hauptorgel
Johannes-Werk
Spieltisch
Paul-Gerhardt-Kirche
Hauptorgel Einblicke
Johannes-Werk Einblicke
Bildrechte: Datenschutz
Orgelgeschichte
1957 Orgel mit elektrischer Traktur und freistehendem Spieltisch, erbaut als Opus 1938 von Orgelbau G.F. Steinmeyer & Co (Oettingen/Bayern) für die evangelische Kirche Gutach/Breisgau II/11. Die Kirche aus dem Jahr 1914 diente bis 1954/55 der katholischen Kirchgemeinde Gutach bis zum Neubau der Pfarrkirche St. Michael und wurde anschliessend der evangelischen Kirchgemeinde überlassen, welche 1955 bereits ein Pfarr- und Gemeindehaus in Kollnau erbaut hatte.
1966 Umbau, Erweiterung und Transferierung der Orgel in die neu erbaute Paul-Gerhardt-Kirche zu Kollnau durch Orgelbau Gebrüder Mann (Marktbreit) II/13. Das Werk wird mit einem Freipfeifenprospekt über dem Chorraum errichtet. Der Spieltisch wird auf der Empore gegenüberliegenden Empore aufgestellt – Einweihung am 12. März 1967.
Derzeitige Orgel
2013 rein mechanische Schleifladenorgel mit mittig fest eingebautem Spieltisch, erbaut von Orgelbau Waldkircher Orgelbau Jäger & Brommer (Waldkirch/Breisgau) II/18 + 1 Auszug und 2 Transmissionen – 1’136 Pfeifen – Einweihung am 4. Adventssonntag 22. Dezember 2013 mit KMD Professor Carsten Klomp. Die Expertise oblag Herbert Deininger, Dr. Kares und Prof.Klomp. Prospektentwurf Architekt Nicolas Pomränke.
Beim Orgelneubau wurden zwei Register der Vorgängerorgel übernommen und ein Pedalregister der ehemaligen Orgel aus Kieselbronn. Weitere 5 Register der Vorgängerorgel wurden – über das zweite Manual spielbar – als Auxiliar (Johannes-Werk, benannt nach Organist Johannes Wehmann) kurze Zeit nach der Fertigstellung über eine elektrische Ansteuerung in Betrieb genommen II/23 + 1 Auszug und 2 Transmissionen. Von der alten Orgel sind noch Bestände weiterer vier Register vorhanden.
2025 wurde die Kirche auf Grund baulicher Schäden am 29. Juni geschlossen. Die Orgel soll in der benachbarten Stadtkirche Waldkirch anstelle der Weigle-Orgel aufgestellt werden.
Disposition
I Hauptwerk C – g“‘Prinzipal 8′ teilw. Prospekt – siehe Anm. Bordun 8′ Holz ged., ab c° Metall ged., ab c“ Metall rohrged. Oktave 4′ Ab C teilw. Prospekt, ab c“ innen – siehe Anm. Spitzflöte 4′ Metall konisch Oktave 2′ Auszug aus Mixtur Mixtur 4f. 2′ 4. Chor Oktave 2′, Metall, rep. c’/c“/c“‘
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II Schwellwerk C – g“‘Holzflöte 8′ aus Vorgängerorgel (ehem. II POS), C – H Holz ged., ab c° Metall ged., ab gs“‘ offen konisch Viola 8′ C – H Holz offen innenlabiiert, ab c° Metall Vox coelestis 8′ ab c°, Metall Fugara 4′ Metall Traversflöte 4′ Metall, ab g° überblasend Nasat 2 2/3′ Metall Pikkolo 2′ Metall Terz 1 3/5′ Metall – rep. gs“‘ Quinte 1 1/3′ Metall – rep. gs“‘ Oboe 8′ aus Vorgängerorgel (ehem. II POS), Stiefel/Becher Metall, ab gs“‘ labial zylindrisch (Pfeifen von 1 1/3′) Tremulant Glockenspiel ab c‘ – g“‘, Aluplatten auf SW
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II Johannes-Werk (Auxiliar – 1957/1966) C – g“‘Pr. 8′ D – cs“ Prospekt – siehe Anm. (ehem. I HW) Rohrfl. 8′ C – F Zink ged., FS – H Naturguss ged.,, ab c° Naturguss rohrged. (ehem. I HW) Blockfl. 4′ C – H Zink konisch, ab c° Metall konisch (ehem. I HW) Nachth. 2′ Metall (ehem II POS) Sesq.2f. Naturguss (ehem II POS)
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Pedal C – f‘Subbass 16′ Holz ged. (Eiche), C – H Fichte Oktavbass 8′ Altbestand der Kemper-Orgel aus Kieselbronn 1964 – Metall/Zink Flötbass 8′ Tr. aus HW I Bordun Oktave 4′ Tr. aus HW I Oktave Fagott 16′ Stiefel Holz aus Lagerbestand, Becher Holz (Fichte) neu, Kehle aus Lagerbestand, C – H halbe Länge
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Anmerkung Prospektpfeifen
Prinzipal 8′ HW : C – c‘, d“, e“, fs“, gs“, b“, c“ Prospekt / cs“, ds“, f“, g“, a“, h“ innen, ab c“‘ komplett innen
Oktave 4′ HW : Ab C im Prospekt, ausser h°, cs‘, ds‘, f‘, g‘, a‘, h‘ innen, ab c“ komplett innen
Zusammensetzung Mixtur HW (Auszug Oktave 2′)
C (2′) + 1 1/3′ + 1′ + 2/3′
c‘ 2 2/3′ + (2′) + 1 1/3′ + 1′
c“ 4′ + 2 2/3′ + (2′) + 1 1/3′
c“‘ 8′ + 4′ + 2 2/3′ + (2′)
Stimmung: Bach-Kellner
Weiterer Bestand im Auxiliar-Werk (teilw. Restbestand 1957 / 1966)
RestbestandPrincipal 4′ (ehem. II POS) – Prospekt C – fs‘ Mittelfeld Subbaß 16′ (ehem. PED) Holz ged. Gedeckt 8′ (ehem. PED) Metall ged. Quintade 4′ (ehem. PED) Metall ged.
Mixtur (ehem. HW) und Octave 2′ (ehem. HW) nicht mehr vorhanden
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Steinmeyer- / Gebrüder Mann-Orgel (Stand 1999 – Ergänzungen 1966*)
I Hauptwerk C – g“‘Engprincipal 8′ * Rohrflöte 8′ Blockflöte 4′ Octave 2′ Mixtur 1 1/3′
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II Positiv C – g“‘Holzgedackt 8′ Principal 4′ Nachthorn 2′ Sesquialter 2-fach Oboe 8′ * Tremulant
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Pedal C – f‘Subbaß 16′ Gedeckt 8′ Quintade 4′
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Spielhilfen
Orgel Waldkircher Orgelbau 2013
Rechte Seite: Einschaltung Johannes-Werk on + Register Johannes-Werk als Druckknöpfe
Tremulant II und Glockenspiel als Registerzüge Nr. 12 und 18
Fuß: II/I, II/P, I/P als Hebeltritte auf der linken Seite, Schwelltritt II, II/II Sub (elektr. – ab c°), II/II Super (elektr. – bis c““) als Hebeltritte (durchkoppelnd auf I bei Schaltung mit II/I), Piston (vorgesehen J-W an I – nicht realisiert) und J-W aus als Piston auf der rechten Seite
Steinmeyer-Mann Orgel 1957 / 1966
1 freie Kombination (FC) mit Wippen für die Normalkoppeln (lediglich als Pistons zuschaltbar)
Druckknöpfe unter erstem Manual: FC (an), Auslöser, HR zu FC
Fuß: II/P, I/P, II/I, Tutti als Pistons
Gebäude oder Kirchengeschichte
1862 Einrichtung einer Pastorationsgemeinde in Waldkirch.
1955 Bau eines Pfarrhauses und eines Gemeindehauses in Kollnau. Zu dieser Zeit wird die alte Kirche in Gutach (welche 1914 erbaut wurde und als Simultankirche diente) nach dem Neubau der St. Michaelskirche der evangelischen Gemeinde zur Nutzung abgetreten. Beginn der Planungen zum Bau einer Kirche in Kollnau.
1958 Gründung der Kirchgemeinde Waldkirch-Kollnau-Gutach.
1965 – 1966 Bau der Paul-Gerhardt-Kirche zu Kollnau als achteckige Zeltkirche nach Plänen des Architekten Friedrich Bauer (Freiburg/Breisgau) – Grundsteinlegung am 1. August 1965 – Einweihung 27. November 1966.
Die grossen Glasfenster wurden von Graef-Hirsch (Essen) entworfen und die restliche Ausstattung von Architekt Bauer ausgeführt. Den Taufstein und die Steinmeyer-Orgel übernahm die Gemeinde aus der Gutacher Kirche, welche am Ewigkeitssonntag 20. November 1966 ausser Betrieb genommen wurde und zu Gunsten des neuen Hotels Adler abgetragen wurde.
1966 Aufzug eines vierstimmigen Geläuts der Karlsruher Glockengiesserei Bachert – Nominale h‘ + d‘ + e“ + fs“.
2025 wurde die Kirche auf Grund baulicher Schäden am 29. Juni geschlossen.
Anfahrt
Quellenangaben
Orgelbeitrag erstellt von: Andreas Schmidt
Dateien Bilder Kirche und Orgel: Andreas Schmidt & Mike Wyss
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, zitiert von den Seiten der Kirchgemeinde u.a. „Baubericht zum 40jährigen Kirchenjubiläum“, Buch „700 Jahre Kollnau“ von August Vetter Seiten 553 – 558, Bericht: Funktion, Gestalt und Ausstattung dreier Zeltkirchen „Die Kirchen Paul Gerhardt in WaldkirchKollnau, St. Johannes in Emmendingen und St. Peter und Paul in Königsfeld“ von Folkhard Cremer 2020 Denkmalpflege in Baden-Württemberg – Link
Orgelgeschichte: Konzert mit Brita Schmidt-Essbach (sel.) am 17. Januar 1999, Eigene Sichtungen und Spiel 1999 und mit Heinz Jäger (Orgelbau Jäger & Brommer) am 3. Mai 2025, Orgelbeschrieb bei der Erbauerfirma Waldkircher Orgelbau Jäger & Brommer – Link, Angaben von Heinz Jäger und der Kirchgemeinde, Bericht im Ars Organi 62 Jahrgang Heft 1 – März 2014 von Herbert Deininger Seiten 44 – 46




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