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Orgel: Sellin (Ostseebad) – Gnadenkirche

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Gebäude oder Kirche

Gnadenkirche

Konfession

Evangelisch

Ort

Sellin (Ostseebad)

Postleitzahl

18586

Bundesland / Kanton

Mecklenburg-Vorpommern

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Gnadenkirche Sellin



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1912 pneumatische Registerkanzellenladenorgel mit mittig fest angebautem Spieltisch, erbaut als Opus 672 von Barnim Grüneberg Orgelbau-Anstalt (Stettin) II/8. Die Orgel wurde von Felix Grüneberg erbaut, welcher die Werkstatt ab 1906 weiterhin unter dem Namen Barnim Grüneberg weiterführte.
1960 Beschädigungen der Orgel durch einen Dachstuhlbrand.
1965 Neuaufbau und Umdisponierung nach einem Kirchenbrand mit neuem Orgelprospekt durch Orgelbau Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) II/8.
1994 und 2006 Renovierungen des Werkes durch Orgelbau Rainer Wolter (Zudar).
1999 und 2016 Ausreinigung und Holzwurmbehandlung durch Orgelbau Rainer Wolter (Zudar).
2026 ist eine Renovierung der Orgel in Planung.

Disposition

I Hauptwerk C – f“‘

Gedackt 8′                    C – f° Holz ged.; ab fs° Naturguss ged.

Prinzipal 4′                   C/CS innen, Zink; D – c‘ Prospekt, Metall – Anm. 1; ab cs‘ innen, Metall

Mixtur 4 f.                     2′; Metall – rep. c°/c’/c“‘, 4. Chor abgestellt

 

II Manual C – f“‘

Quintade 8′                    Zink ged.; ab gs° Metall ged.

Flöte 4′                          C – H Holz ged.; ab c° Naturguss ged.; ab fs“ Metall, offen, konisch

Oktave 1′                       Metall

 

Pedal C – d‘

Subbass 16′                Holz ged.

Choralbass 4′              Metall; C – A Prospekt – Anm. 2; ab B innen

 

Prospektpfeifen

Anmerkung 1 : Prinzipal 4′ HW im Prospekt : D – c‘; D – E Mitte, F – c‘ Mittelfeld

Anmerkung 2 : Choralbass 4′ PED im Prospekt : C – A Aussenfelder – die grösste Pfeife beider Aussenfelder ist stumm

 

Zusammensetzung Mixtur HW

C                                      2′                   +  1′  +  2/3′  + (1/2′)

c°                                     2′  +  1 1/3′    +  1′  + (2/3′)

c‘                       2 2/3′  +  2′  +  1 1/3′   +  (1′)

c“‘             4′  +  2 2/3′  +  2′  + (1 1/3′)

 

Die Disposition von 1912 dürfte dem Konzept entsprochen haben, das Grüneberg zur gleichen Zeit auch bei kleineren zweimanualigen Orgeln in Angermünde (SELK) und Neustrelitz (Herzog-Carl-Borwin-Heim) umgesetzt hatte. Bei den Spielhilfen weisen die Orgeln vereinzelt eine Superoctavkoppel I und zwei feste Kombinationen MF und Tutti auf. 

Einige Quellen deuten auf eine Erweiterung der Disposition im Jahr 1965 hin. Somit ist es möglich, dass ursprünglich kein 16′ im Hauptwerk vorhanden war und die Orgel somit sieben Register hatte.

 

I Hauptwerk C – f“‘

Bordun  16′ ab G (?)

Principal 8′

Gambe 8′

Octave 4′

 

II Manual C – f“‘

Liebl. Gedackt 8′

Salicional 8′

Flauto dolce 4′

 

Pedal C – d‘

Subbass 16′

 

 

Spielhilfen

Manualkoppel. als Registerwippe Nr. 9, Windanzeiger

Druckknöpfe unter erstem Manual: Pleno, Auslöser

Fuß: Pedalkoppel als Rastentritt (I/P, koppelt II/P in Verbindung mit der Manualkoppel durch)

 

Pleno schaltet:

PED – Subbass 16′ / Choralbass 4′
HW – Gedackt 8′ / Prinzipal 4′ / Mixtur 4 f.
(ohne Koppeln)

Gebäude oder Kirchengeschichte

1911 Beschluss zum Bau einer Kirche in Sellin. Das Grundstück wurde bereits im Jahr 1908 von der Fürstin zu Putbus zur Verfügung gestellt.
1912 – 1913 Bau der Gnadenkirche Sellin als oktogoner Bau in neobarocken Formen nach Plänen des Architekturbüros Grisebach und Stein (Berlin) – Grundsteinlegung am 20. August 1912 – Einweihung am 8. Juli 1913.
1913 Aufzug und Weihe zweier Glocken.
1914 Erhebung zu eigenständigen Kirchgemeinde.
1925 Aufzug und Weihe von zwei neuen Glocken als Ersatz für die im ersten Weltkrieg abgegebenen Glocken.
1950 wird eine selbständige Pfarrstelle in Sellin eingerichtet und die Kirchgemeinde von Lancken-Granitz getrennt.
1960 schwere Beschädigungen durch einen Dachstuhlbrand am 24. April. Die Glocken und der Turmaufsatz fallen dem Brand zum Opfer.
1963 Weihe dreier neuer Glocken der Giesserei Schilling & Lattermann (Apolda) am 3. November.
1965 Abschluss der Kirchenrenovierung – Einweihung am 19. September 1965. Das Richtfest zum Wiederaufbau wurde am 24. September 1962 gefeiert.
1990 Umbau der Glockenanlage, welche 1995 schlussendlich neu aufgebaut wird.
2021 – 2022 Renovierung der Aussenfassade. Zuvor wurden die Fundamente saniert und die Elektroanlage erneuert.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Roman Hägler, Mike Wyss und Andreas Schmidt
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, Geschichtstafeln, zitiert aus dem Buch „Dorf- und Stadtkirchen auf Rügen und Hiddensee“ Edition Temmen von Jürgen Schulz 2006 – ISBN 3861084953
Orgelgeschichte: Orgelarchiv Horst-Georg Schmidt, Orgelkonzerte mit Brita Schmidt-Essbach sel. 1975 und 1978, eigene Sichtungen und Spiel 1975, 1978, 2014 und 2026

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