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Orgel: Seelisberg – St. Michael

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Gebäude oder Kirche

St. Michael

Konfession

Römisch-Katholisch

Ort

Seelisberg

Postleitzahl

6377

Bundesland / Kanton

Uri

Land

Schweiz

Bildergalerie + Videos


 

Goll-Orgel

 

Youtube Kanal Orgel Seelisberg

Aurore Mercédès Baal – Max Reger Opus 129 – Basso Ostinato – Toccata (mit Bildern der Orgelrevision) – Fuge


 


 

Rolf Rencken an der Orgel – Max Reger Toccata Opus 59



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1821 – 1822 entstand die erste Orgel von Joseph Anton Carlen (Reckingen-Gluringen) I/10. Die Bemalung des Gehäuses stammte von Nikolaus Bütler.
1866 und 1880 Arbeiten und Revisionen durch Orgelbau Johann Joseph Jauch (Altdorf) und Johann Spaich (Rapperswil).
1899 Orgelneubau mit pneumatischen Kegelladen durch Johann Spaich (Rapperswil) II/15.
1912 – 1913 Verbesserungen an der Technik.
1918 elektrisches Gebläse., die Orgel wurde untersucht und eine starke Verschmutzung festgestellt.
1920 Anschluss des Motors und des Gebläses im Zug einer Renovierung durch Orgelbau Goll & Cie (Luzern). Ebenso erhielt die Orgel neue Taschen und Kegelventile.
1921 werden Schäden an den Registerventilen festgestellt.

Derzeitige Orgel

1936 Orgelneubau einer Kegelladenorgel mit Freipfeifenprospekt, mittig stehendem freistehenden Spieltisch und pneumatischer Traktur unter Verwendung von Registern der Spaichorgel aus der alten Kirche durch Orgelbau Goll & Cie / Inhaber Paul Goll (Luzern) II/19. Man sprach ursprünglich von einem Umbau oder einer Versetzung der Spaichorgel in die neue Kirche. Die ausgeführten Arbeiten entsprechen jedoch einem Neubau unter Verwendung von vorhandenem Material und Ergänzungen aus Lagerbestand der Firma Goll. Der Spieltisch wurde von Alfred Frey erbaut.
1948 Renovierung des Werkes und Nachintonation der Trompete durch Orgelbau Goll.
1950 Wartungsvertrag mit Orgelbau Cäcilia A.Frey (Luzern).
1968 Dispositionsänderung durch den Uetikoner Orgelbauer Rudolf Ziegler ausgeführt II/20. Drei Register des Schwellwerkes stehen auf Taschenladen. Der Freipfeifenprospekt wird an den Seiten reduziert und mit Holzplatten ergänzt. Die entfernten Pfeifen waren stumme Pfeifen.
2006 Ausreinigung durch Orgelbau Erni (Stansstad).
2020 Renovierung des Werkes unter Beibehaltung der 1968 erweiterten Disposition durch Späth Orgelbau (Rüti/ZH) – Fachberatung und Begleitung Andreas Schmidt – Orgelarchiv Schmidt.

Orgelweihe mit der Konzertorganistin Brita Schmidt-Essbach (Seelisberg) und mit den Orgelbauer Andreas Zwingli (Richterswil) und Konzertorganistin Aurore Mercédès Baal (Zug) am 10. Oktober 2021.

Die Intonation der beiden Hauptwerksregister Sesquialter und Mixtur von 1968 wurden dem ursprünglichen spätromantischen Klangbild angepasst. Die Orgel ist ein absolutes Kleinod in der Orgellandschaft mit einem hohen Anteil an kostbarem erhaltenen Material der Firmen Spaich und älteren Stimmen von Goll Orgelbau. Die von Orgelbauer Erni teilweise stillgelegte Superoctavkoppel wurde wieder mit den entsprechend vorhandenen Pfeifen ergänzt. Die Gehäusefront wurde mittels einer Holzkonstruktion stabilisiert und Lüftungsgitter zusätzlich eingebaut, so dass die Luftzirkulation optimiert werden konnte (zusätzliche Wärmebandheizung). Die Rekonstruktion der Traversflöte 4′ wird möglicherweise noch zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt. Ebenso sieht man die Rückführung des Freipfeifenprospektes zum ursprünglichen Erscheinungsbild von 1936 vor.

Disposition

Heutige Disposition

I Hauptwerk C – g”’

Principal 8′ teilw. 1899

Rohrgedackt 8′ teilw. 1899

Principal 4′ teilw. 1899

Flöte 4′ teilw. 1899

Superoktave 2′

Sesquialtera 2-fach ab c° 2020 leicht umintoniert

Mixtur 3-fach 1 1/3′ (vor 2020 3-4 fach, rep. E/c°/c’/c“/c“‘)

II Schwellwerk C – g”’

Gedackt 8′ 1899

Gemshorn 8′ teilw. 1899

Principal 4′

Dolce 4′

Flöte 4′ neu (ehemals Traversflöte 4′)

Waldflöte 2′

Quinte 1 1/3′

Zimbel 3-fach 1′ (rep.c°/c’/c“ und gs“)

Trompete 8′ um 1910 Goll

Tremolo

Pedal C – f‘

Subbass 16′ teilw. 1899

Oktavbass 8′

Flötbass 8′ teilw. 1899

Choralbass 4′

 

Original-Disposition 1936 (die Register des Hauptwerks, die 8′ Register des Schwellwerkes und der Subbass wurden 1936 übernommen)

I Hauptwerk C – g“‘

Principal 8′ 1899

Rohrgedeckt 8′ 1899

Flöte 8′ 1899

Dolce 8′ teilw. 1899

Octav 4′ 1899

Flöte 4′ 1899

Mixtur 4-5 fach 2′ teilw.1899

Vacat (Vorbereitung einer 8′ Zungenstimme)

II Schwellwerk C – g“‘

Principal 8′ 1899

Viola 8′ 1899 (aus ehem. Gamba I)

Gedeckt 8′ 1899

Gemshorn 8′ teilw.alt (ehem. Spitzflöte 4′)

Principal 4′

Traversflöte 4′

Nasat 2 2/3′

Waldflöte 2′

Trompete harmonique 8′ um 1910

Tremulant

Vacate (Vorbereitung eines Manual 16′ Registers und einer Schwellwerksmixtur)

Pedal C – f‘

Subbass 16′ teilw. 1899

Echobass 16′ Abschwächung

Flötbass 8′

Vacat (Vorbereitung eines 4′ Registers)

 

Disposition Vorgängerorgel alte Kirche 1899 / Umbau 1920

I Hauptwerk C – f“‘

Principal 8′

Gedeckt 8′

Flauto dolce 8′

Gamba 8′

Octav 4′

Flöte 4′

Mixtur 3-fach 2 2/3′

II Schwellwerk C – f“‘

Geigenprincipal 8′

Gedeckt 8′

Dolce 8′

Aeoline 8′ ab c° (C-H mit Dolce)

Spitzflöte 4′

Trompete 8′ (vorbereitet)

Pedal C – d‘

Subbass 16′

Oktavbass 8′

Die Disposition der Carlen-Orgel ist nicht bekannt. Es bestehen wohl Vermutungen zur Disposition, welche auf spätere Veränderungen hindeutet und nicht die Auftragsdisposition darstellt.

Spielhilfen

Spielhilfen seit 1969

2 freie Kombinationen, II/I, I/P, II/P, Super II/I, Super II, Sub II/I, Sub II, 16′ab, Trompete 8′ ab, 3 Vacate
Unter Klaviatur: Reg I (HR), Reg II (FC 1), Reg III (FC 2), MF, F, TT, Autom.Pianopedal ein
Fuss: Reg III, Reg II, Reg I, II/I, II/P, I/P, TT als Tritte, Schwelltritt II, Walze

Spielhilfen Spaichorgel nach Umbau 1920

Normalkoppeln, Octavkoppeln (vermutlich entsprechend ausgebauter Tonumfang)

Gebäude oder Kirchengeschichte

1284 erste Erwähnung einer Kirche, teilweise wird schon um 1270 von der Existenz einer Tochterkirche zu Altdorf berichtet.
1384 Aufzug einer Glocke, welche sich heute in dem Türmchen der Kapelle Maria Sonnenberg in Seelisberg befindet.
1418 Lösung (Loskauf) von der Abtei Fraumünster in Zürich mit der Bedingung die Kirche selbständig zu unterhalten und den Geistlichen zu vergüten.
1452 Lösung der Zehntenpflicht vom Kloster Engelberg.
1457 Erwähnung der eigenständigen Pfarrei Seelisberg, im gleichen Jahr wird das Inventar der Pfarrkirche erneuert. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts gehört Seelisberg kirchenrechtlich zu Altdorf.
1517 Instandsetzungsarbeiten an der Kirche.
1546 Bau einer neuen grösseren Kirche, welche dem Erzengel Michael geweiht wird.
1601 Beschädigung der Kirche durch Erdbeben.
1621 Restaurierung und Vergrösserung der Kirche.
1626 Bau der Beinhaus-Kapelle, welche einen Altar zu Ehren des heiligen Nikolaus und der heiligen Barbara besass. Das Gemälde befindet sich heute in der Bergkapelle Waldnacht.
1697 Beschädigung des Turmes durch Blitzschlag, anschliessender Wiederaufbau.
Um 1700 Erneuerung der Seitenaltäre.
1739 Guss einer Glocke für das Beinhaus und Aufzug vierer neuer Glocken für die Pfarrkirche durch Giesser Peter L. Keiser.
1740 Umgestaltung des Innenraumes im barocken Stil.
1792 neues Chorgestühl.
1819 erneute Vergrösserung des Raumes um eine Fensterlänge, dabei Erneuerung des Glockenturmes.
1847 neuer Hochaltar von Marzell Müller (Gersau).
1856 neue Seitenaltäre mit Arbeiten von Melchior Paul von Deschwanden (Stans).
1859 Turmsanierung.
1863 erhält die Kirche vier neue Glocken von Glockengiesser Karl Rosenlächer (Konstanz), der Kirchturm muss baulich zu Gunsten des neuen Gewichts angepasst werden.
Um 1890 Umgestaltung des Innenraumes im neugotischen Stil.
1913 Abbruch der Beinhaus-Kapelle.
1935 Abtragung der Kirche und Grundsteinlegung der neuen Kirche. Die Inititative zum Kirchenneubau ging von Pfarrer Alois Herger aus, welcher 15 Jahre später im Jahr 1950 die Kirche an seinem neuen Wirkungsort in Spiringen erbauen liess. Die Ähnlichkeiten der Raumgestaltung sind deutlich wahrnehmbar.
1936 Bau der heutigen Kirche nach Plänen des Architekten Josef Steiner (Schwyz). Die Vorgabe war eine schlichte neuzeitliche Bergkirche zu erbauen. Die Bilder im Kircheninnenraum stammen vom Kunstmaler Augustin Meinrad Bächtiger (Gossau/SG). Der Tabernakel stammt von Goldschmied Huber und Schlosser Griesemer. Einweihung der Kirche am 09. September 1936.
1995 Einweihung der neuen Friedhofskapelle am 11. Juni.
1999 – 2000 Renovierung der Kirche.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Bilder und Dateien Kirche und Orgel: Andreas Schmidt und Roman Hägler
Kirchengeschichte: Chronik der Pfarrei Seelisberg
Disposition der Vorgängerorgel: Forschungen durch OSV Andreas Zwingli im Archiv Goll Orgelbau (Luzern)
Orgelgeschichte: Andreas und Horst Schmidt Orgelarchiv, Orgelakte der Pfarrei Seelisberg – Pfarreiarchiv gesichtet und durchgearbeitet zur Revision Andreas Schmidt
Orgelvideos: Aufnahmen mit Rolf Rencken und Aurore Mercédès Baal (Aufnahmen Andreas Schmidt)
Wirkungsort der Organistin Brita Schmidt-Essbach und Andreas Schmidt- Regelmässige Konzerte der Beckenrieder Orgelfreunde

Internetauftritt der Pfarrei Seelisberg

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