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Orgel: Seegebiet Mansfelder Land / Seeburg – St. Nicolai (Fleckenkirche)

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Gebäude oder Kirche

St. Nicolai (Fleckenkirche)

Konfession

Evangelisch

Ort

Seegebiet Mansfelder Land/Seeburg

Postleitzahl

06317

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

um 1730 Errichtung einer ersten Orgel, die womöglich aus der damalig bestehenden und noch bis um 1850 vorhandenen Schlosskirche heuübergenommen wurde. Belege dafür ließen sich nicht finden. Weitere geschichtliche Details eine O
1935 Neubau durch Furtwängler&Hammer Orgelbau (Hannover) als Op.1160 – Schleifladenorgel mit pneumatischen (!) Trakturen, Freipfeifenprospekt und frontalem Spieltisch II/8
ab 1951 regelmäßige Wartung (1955, 1959, 1960, 1961, 1964) durch Hildebrandt (Roßleben)
1977 Beseitigung von Störungen durch selbige Firma.
1991/96 Reparaturen durch Orgelbau Reinhard Hüfken (Halberstadt)
2011 wird die Orgel als spielbar, aber verschmutzt beschrieben.
2026 Befund: Die Verschmutzung ist nicht sehr gravierend. Die 8′-Register beider Manuale ließen sich nicht einschalten. Alle anderen Register sind spielbar und einigermaßen gestimmt. Ob der technische Defekt der Registereinschaltung temperaturbedingt war, muss bei einer weiteren Besichtigung festgestellt werden.

Disposition

Manual I – Hauptwerk C – f“‘

Bordun 16′ C-c#° Holz gedeckt, enge Mensur in den Seitenfeldern, ab d° innen Holz gedeckt, ab d“ Metall gedeckt, Seitenbärte

Holzprinzipal 8′ C-H Holz offen mit Stimmschiebern, c°/c#° Metall innen, Seitenbärte, ab d° Prospekt Metall, ab a#‘ innen, Metall zylindrisch 

Rohrflöte 4′ C-h“ Metall als Lochgedeckt mit Seitenbärten, ab c“‘ Metall konisch-offen

Quintzimbel 3-4f. 2 2/3′,  ab c° 4fach, rep. c‘, d#“, Metall zylindrisch-offen

Manual II – Hinterwerk C – f“‘

Gedackt 8′ C-H Holz gedeckt, ab c° Metall gedeckt, Seitenbärte

Prinzipal 4′ Metall zylindrisch offen, Spitzlabien

Blockflöte 2′ Metall konisch in weiter Mensur, schmale Labiierung

Pedal C – f‘

Subbass 16′ Holz gedeckt, Füße mit Regulierungsschrauben, Labien mit Intonierblechen

 

Spielhilfen

Registerschalter links, von links: Ober II an P., II / I, Pedalk. I, Pedalk. II

Gebäude oder Kirchengeschichte

11. Jahrhundert Kirchengründung und Errichtung einer ersten Steinkirche.
um 1180 Errichtung der heutigen Kirche als Chorturmkirche
1184 Gründung des Augustiner-Chorherrenstifts St. Moritz in Seeburg durch Erzbischof Wichmann von Seeburg
12. Jahrhundert Guss der beiden großen Glocken mit 96 und 93cm Durchmesser.
1484 Guss der kleinen Glocke mit 37cm Durchmesser, vermutlich durch den Halleschen Gießer.
1525 Predigt Martin Luthers in der Seeburger Kirche
um 1550 Anbau eines neuen größeren Chorraumes im Osten, dafür Durchbruch der Ostwand am Turm (Kastenchor mit dreiseitigem Abschluss)
ab 1575 Nutzung der Kirche als Grablege für die Familie Kuno von Hahns aus der in Basedow (Mecklenburg) ansässigen uradligen Familie gleichen Namens. Daher rühren die Epitaphe in der Kirche und die Sarkophage auf dem Kirchhof. Diese Nutzung währte bis 1780, als der Zweig der Familie starb. Die dafür genutzten Gruftkapellen sind heute nicht mehr vorhanden, weshalb die Steinsärge auf dem Kirchhof stehen.
1730 Veränderungen am Altar – die Bilder wurden im oberen Teil abgesägt, um einem Kanzelkorb Platz zu schaffen.
1852 Überformung des Inneren und Äußeren im Stil des Historismus, dabei Einbau neuer Spitzbogenfenster und Neuanstrich für die Innenausstattung.
ab 2007 Sanierung der Kirche, Trockenlegung der Wände
2026 Sanierung der Dächer, vornehmlich am Chor. Deshalb waren zum Zeitpunkt der Besichtigung weite Teile der Innenausstattung abgedeckt.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter, Sichtung vor Ort und Spiel 2026

Orgelgeschichte:
-Sichtung vor Ort 2026
-Inschriften an und in der Orgel, Abnahme vor Ort 2026

Kirchengeschichte: Sichtung vor Ort,
– Müller, G.: „Gedanken zum Besuch der Fleckenkirche St. Nicolai zu Seeburg“, Merkblatt zur Kirche ohne Datum, Inaugenscheinnahme vor Ort 2026
-Größler, Hermann/Brinkmann, Adolf/Historische Kommission für die Provinz Sachen und das Herzogtum Anhalt (Hrsg.): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Herausgegeben von der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt. Druck und Verlag von Otto Hendel, Halle a. d. S., XIX. Heft, Ausgabe 1895: Der Mansfelder Seekreis. S. 372 ff.

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