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Orgel: Salzatal / Salzmünde – ev. Schul- und Bethaus

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Gebäude oder Kirche

Evangelisches Schul- und Bethaus

Konfession

Evangelisch

Ort

Salzatal / Salzmünde

Postleitzahl

06198

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1860 Neubau einer Orgel durch August Ferdinand Wäldner/Halle als vorderspielige Schleifladenorgel I/P und 7 Registern.
1917 Abgabe der Prospektpfeifen aus Zinn zu Rüstungszwecken, im Folgenden Ersatz durch Zinkpfeifen.
1937 Pflege durch Furtwängler und Hammer/Hannover.
Um 2006 Überholung durch Thomas Schildt/Halle.

Die kleine Wäldner-Orgel im Betsaal des Schul- und Bethauses Salzmünde ist ein interessantes Werk hinter einem vierfeldrigen, neoromanischen Prospekt, dessen zierendes Schleierwerk in Gold gegen das kantige Gehäuse in Dunkelbraun wirkungsvoll hervorgehoben ist. Die Orgel zeigt gut, wie genau Wäldner als Orgelbauer seine Instrumente auf den Raum abstimmte. Da der Kirchsaal akustisch recht trocken ist, wurde eine reiche 8′-Basis disponiert, die im Gegensatz zu anderen Orgeln dieser Größe selbigen Erbauers (z.B. Lettin) auch einen warmen und starken Principal 8′ enthält, der in dieser trockenen Akustik die nötige breite Basis verleiht und durch das stille, warme Gedeckt und/oder die füllig-offen perlende Flöte aufgefüllt und abgerundet werden kann. Ein Principal 4′ als Forte-Stimme mit heller, glanzvoll-strahlender Intonation, sowie eine etwas spitze, scharfe Octave 2′ schließen die Principalpyramide ab.
Ein gut durchdachtes Konzept: In kleinen Räumen wie diesem sind Mixturen oder ähnliche hoch liegende gemischte Stimmen schnell schrill und aufdringlich, dies kann man in diversen Gemeindesälen an den dortigen Serienpositiven erleben. Wäldner dachte hier anders – der 2′ bringt Helligkeit und ist überdies etwas spitzer intoniert, sodass er mit seinen Obertönen eine dezente Mixtur vermuten lassen mag – völlig angemessen für den Raum, nie aufdringlich oder schrill-spitz.
Eine warme, etwas hohle und zugleich helle Flöte 4′ vermag als Vorstufe zum Principal 4′ verwendet zu werden. Der Subbaß ist sehr füllig und voll, ohne zu dumpf zu sein – er trägt auch ohne Pedalkoppel den Klang der Achtfüße gut und kraftvoll, danach wird die Koppel vonnöten. Die Mischungen sind mannigfaltig, der Gesamtklang stets freudig – frei klingend und frisch. Die Traktur spielt sich angenehm leicht mit präzisem Druckpunkt. Beachten sollte der Spieler lediglich den (für heutige Verhältnisse) geringen Pedalumfang. Das Werk ist trotz seiner Größe ein wichtiges Beispiel für die Durchdachtheit der oft als “Serienorgeln” verschrienen Orgeln der Romantik und zeigt, wie gut sich ihre Erbauer auf die Räume einstellten. Schön, dass diese Orgel hier erhalten und wert geschätzt wird!

Disposition

Manual C – f”’

Principal 8′

Gedackt 8′

Flauto trav. 8′

Principal 4′

Hohlflöte 4′

Octave 2′

Pedal C – c’

Subbaß 16′

 

Spielhilfen

Als Registerzug rechts unten: Pedal=Koppel

Gebäude oder Kirchengeschichte

1858 Stiftung des Schul- und Bethauses als Gebäudeeinheit von Schule und Kirche durch Johann Gottfried Boltze/Gödewitz.
1860 Einweihung des Bauwerkes.
1924 Aufsatz des Glockenturmes.
1924 Guss dreier kleiner Glocken durch Schilling/Apolda – Tonfolge des”- f”- as”.
1942 Abgabe der zwei größeren Glocken.
Nach 1990 Nutzung des Gebäudes als Teil der Gemeindeverwaltung Salzatal, die Kirchengemeinde mietet den Kirchsaal.

Das Bethaus in Salzmünde zeigt sich von außen als breitgezogener, dreiflügliger Bau aus gelben Klinkersteinen, der mehr an ein Rathaus als an eine Kirche gemahnt und ist gut von der direkt daran vorbei führenden Hauptstraße zu sehen.
Die Fenster sind neoromanisch inspiriert, der Kirchsaal liegt im Zentrum des Bauwerkes in der ersten Etage. Darüber liegt das Ziffernblatt der Uhr, der 1924 aufgesetzte Turm ist durch die Durchbrechung des Daches gut als Zusatz erkennbar. Er besteht aus zwei gestaffelten Ebenen mit halbbogigen Schallöffnungen und trägt als Bekrönung ein flaches Pyramidendach mit einem Kreuz.
Der Innenraum des Bethauses, der Kirchsaal, zeigt sich rechteckig und von einer Holzbalkendecke in flacher Bauart, deren Querträger in dunkelbraun abgesetzt sind, überspannt. Rund um die Decke verläuft an der Wand ein gemaltes Zierband mit Bögen und floraler Ornamentik. Im Zentrum des Betrachters, der den Saal von der Seite aus betritt, liegt die Altarwand mit ihren zwei großen Buntglasfenstern. Das Linke zeigt im Zentrum die Friedenstaube, das Rechte einen Kelch mit den Symbolen Alpha, Omega sowie dem Kreuz. Umgeben sind diese Darstellungen von geometrischen Buntglasmustern. Im Zentrum zwischen den beiden Fenstern ist ein Ölgemälde gleichsam als Altar zu sehen, das Christus und die Emmausjünger zeigt. Darunter ist als Schriftband in Frakturschrift der passende Bibelvers angebracht. Davor steht ein schlichter hölzerner Altartisch mit Kruzifix. Die Fensternischen sind mit einem dünn rostroten Zierband ummalt, desgleichen das Altargemälde, dieses besitzt oben über dem Zierband ein gemaltes Kreuz. Der obere Teil der Wände ist beige gehalten, der untere Teil bis Brusthöhe ist mit geometrischen Formen auf grauem Grund versehen – darüber verläuft ein dunkles Zierband mit Kreuzen.
Die Kanzel steht im Raum links und besteht nur aus einem ebenerdig stehenden Kanzelkorb, der durch eine frontale Treppe zu betreten ist. Die Kanzel ist mit halbbogigen Zierfeldern sowie Vierpässen versehen und aus dunklem Holz gefertigt. Die Empore umspannt u-förmig den Raum und besitzt ballustradenartige Zier. Die einzelnen Felder besitzen ein goldenes Zierband und einen dunkelgrünen Hintergrund. Der Raumeindruck ist erhaben, ernst, etwas dunkel, aber nicht unfreundlich und besitzt eine ernsthaft heilige Atmosphäre.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter, ergänzt durch Informationen von der Wäldner-Webseite
Kirchengeschichte: eigene Sichtung, ergänzt durch mündl. Informationen aus der Gemeinde

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