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Orgel: Rysum – Dorfkirche

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Gebäude oder Kirche

Dorfkirche

Konfession

Evangelisch-Reformiert

Ort

Krummhörn / Rysum

Postleitzahl

26736

Bundesland / Kanton

Niedersachsen

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Krummhörner Orgelfrühling mit Sietze de Vries an der Orgel vom gleichnamigen Youtube Kanal

Orgelvideos Kanal Dongsok Shin auf Youtube – an der Orgel Gwendolyn Toth



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1457 – Orgelneubau mit Blockwerk, erbaut vermutlich auf dem Lettner im Chorraum durch Meister Harmannus (Groningen) I/?. Die Orgel wurde laut Friesenchronik des Eggerik Beninga von den Bauern mit den 10 besten Rindern des Dorfes bezahlt. Nach Genehmigung des Häuptlings. Ursprünglich muss das Werk wohl zweigeteilt gewesen sein. Mit einem Diskant-Blockwerk und vollem chromatischen Tonumfang H-f2. Zusätzlich verfügte die Orgel über ein Basswerk mit eigener Windlade und konnte vermutlich über eine eigenständige Klaviatur bespielt werden. Entweder konnte nur der Prestant auf einer eigenen Prospektlade oder das restliche Werk auf der Hinterlade gespielt werden. Einige Quellen lassen die Vermutung zu, dass die Orgel noch älter sein könnte und um 1440 entstanden ist.
Flügeltüren aus Eichenholz wohl 1480 im Baltikum geschlagen
1513 möglicher geringfügiger Umbau der Orgel mit Versetzung auf die Organistenkanzel.
1680 Reparatur durch Orgelbau Joachim Kayser (Jever)
1689 – 1699 Reparaturen durch Orgelbau Valentin Ulrich Grotian (Goslar)
Zwischen 1513 und dem 17. Jahrhundert wurde aus dem Blockwerk ein einmanualiges Instrument aus mechanischen Schleifladen errichtet
1736 – 1738 geringfügiger Umbau mit Erweiterung des Tonumfanges durch Orgelbauer Matthias Amoor (Groningen)
1764 – 1786 Wartung, Pflege und Arbeiten durch Orgelbauer Dirk Lohmann (Emden)
1790 – 1791 Reparatur durch Orgelbau Johann Gottfried Rohlfs (Esens)
1792 – 1793 Reparatur durch Orgelbau Johann Friedrich Wenthin (Emden)
Bis 1812 Wartung und Pflege durch Orgelbau Johann Friedrich Wenthin und Sohn Joachim Wenthin (Emden)
1819 – 1820 Reparatur durch Orgelbau Wilhelm Caspar Joseph Höffgen (Emden)
1829 – 1844 Wartung und Pflege durch Orgelbau Abbe Oltmanns ( ? )
1848 – 1910 Wartung, Pflege und Arbeiten durch Orgelbaufamilie Gerd Sieben Janssen (Aurich)
1867 – 1868 Veränderungen am Gehäuse wegen der neuen Spiegeldecke in der Kirche.
1880 – 1890 Erneuerung der Klaviatur und der Registerzüge durch Orgelbau Johann Diepenbrock (Norden)
1910 – 1920 Wartung und Pflege durch Orgelbau Philipp Furtwängler & Hammer (Hannover-Arnum)
Bis 1939 Wartung und Pflege durch Orgelbau Max Maucher (Emden)
1941 unsachgemäße Restaurierung durch Karl Puchar (Norden). Er ersetzte drei Register durch Fabrikpfeifen und erneuerte die Pedalklaviartur. Puchar richtete in der Bassoktave der Manualklaviatur die fehlenden Töne Cis, Dis, Fis und Gis ein. Der Zustand der Orgel verschlechterte sich.
Zwischen 1947 und 1954 entstanden etliche Gutachten über den Zustand – ein Abriss war im Gespräch
Bis 1952 Wartung und Pflege durch Orgelbau Karl Puchar (Norden)
1959 – 1960 Restaurierung und Rekonstruktion des Werkes durch Orgelbau Ahrend & Brunzema (Leer-Loga) I/7 ohne Pedal. Einige Register wurden rekonstruiert und das Gehäuse aus spätgotischer Zeit wurde wiederhergestellt. Die größten Teile der originalen Pfeifen und des Gehäuses sind erhalten. Beratend stand Cornelius H. Edskes als Organologe zur Seite.
2009 Ausreinigung.
Bei einer umfassenden Dokumentation der Orgel konnte Winfried Dahlke feststellen, dass der Tonumfang einst von H – f reichte.

Die Orgel der Rysumer Kirche gilt als das älteste in seinem Pfeifenbestand weitgehend erhaltene Instrument dieser Art in Nordeuropa, und zählt neben den Instrumenten in Sion, Kiedrich und Ostönnen zu den ältesten spielbaren Orgeln der Welt.

Disposition

Disposition seit 1960

Manual CDEFGA–g2a2

Praestant 8′ (Schiebhebel über Notenpult)
Gedackt 8′
Octave 4′
Octave 2′
Sesquialtera 2 fach 1959/60 
Mixtur 3 – 4 fach 1959/60 
Trompete 8′ 1959/60 

Keilbalk, Winddruck: 70 mmWS

Stimmung geringfügig über a’ = 440 Hz ( leicht modifizierte mitteltönige Stimmung )

 

Spielhilfen

Flügeltüren

Gebäude oder Kirchengeschichte

Vermutlich gab es mehrere Vorgängerbauten zur heutigen Kirche.
11. Jahrhundert Errichtung einer ersten Kirche aus Holz
12. Jahrhundert Bau einer grösseren Kirche aus Stein
Um 1270 Entstehung des Kastenchor im Turm
14. Jahrhundert Abriss des Chorturms und Neubau eines Turms aus Backstein
15. Jahrhundert Abriss des Kirchenschiffes und Neubau eines rechteckigen Saalbaus
1585 umfangreiche Restaurierung des Kirchturmes.
1686 Verlust der Turmspitze
1801 Entstehung der heutigen Kanzel
Um 1867 – 1868 Umbauarbeiten im Kircheninneren, es wird eine Spiegeldecke eingezogen
1959 – 1960 wird ein Stück der Spiegeldecke über der Orgel entfernt
1996 – 2009 umfangreiche Kirchenrestaurierung.

Im Kirchturm befinden sich drei Glocken – Schlagtöne e’ + g’ + h’

 

Glockenvideo von User JWillms auf Youtube

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Stefan Weyreder
Orgelgeschichte: Wikipedia Artikel basierend auf Informationen von Holger Balder, Winfried Dahlke, Walter Kaufmann, Ralph Nickles, Harald Vogel und Ibo Ortgies.
Kirchengeschichte: Wikipedia Artikel basierend auf Informationen von Hans-Bernd Rödiger, Heinz Ramm und Hermann Haiduck
Glockenvideo von User JWillms auf Youtube – Kanal
Orgelvideos Kanal Dongsok Shin auf Youtube – an der Orgel Gwendolyn Toth – Kanal
Krummhörner Orgelfrühling mit Sietze de Vries an der Orgel vom gleichnamigen Youtube Kanal
Internetauftritt der Kirchgemeinde
Krummhörner Orgelfrühling

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