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Orgel: Osternienburger Land / Chörau – Bethaus Chörau

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Gebäude oder Kirche

Bethaus Chörau

Konfession

Evangelisch

Ort

Osternienburger Land / Chörau

Postleitzahl

06386

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1790 bei Erbauung des Bethauses ist keine Orgel überliefert.
1857 Stiftung einer Orgel durch Mühlenbesitzer G. Kettmann.
1857 Neubau der Orgel durch Eduard Zuberbier/Dessau, es entstand eine vorderspielige Schleifladenorgel I/6, ohne Pedalkoppel (!).
1917 Abgabe der Prospektpfeifen.
Um 1930 Ersatz durch Zinkpfeifen
2006 Sanierung des Werkes durch Gerd-Christian Bochmann/Kohren-Sahlis, dabei Einbau neuer Prospektpfeifen und Neubau einiger Holzpfeifen.

Die kleine Orgel im Betsaal Chörau ist eines der letzten Instrumente, die als Neubau die traditionsreiche Zuberbier-Werkstatt verließen. Der Prospekt in dunklem Holz zeigt sich in klassizistischen Formen und Rundbögen dominiert. Zwei Rundbogenfelder links und rechts des frontalen Spieltisches zeigen die silberhellen Pfeifen des Principal 4′, der übrigens die einzigen Metallpfeifen trägt, die die Orgel besitzt – alle anderen Pfeifen sind aus Holz gefertigt. Zwei Plaketten aus Papier hinter Glas in einem kleinen Holzrahmen vermerken die Stiftung und den Erbauer aus Dessau, unweit dessen der kleine Ort liegt.
Im Inneren befindet sich direkt hinter dem Prospekt die chromatisch aufgestellte Lade des Manuales, hinter dem Stimmgang befinden sich die beiden Pedalregister gleichsam als Rückwand der Orgel – der Gedacktbass 8′, welcher vorne steht, wurde dabei in großen Teilen neu gebaut. Die Trakturen sind als Strahlentrakturen angelegt.
Der Klang des kleinen Werkes ist für den kleinen Raum völlig angemessen und von einer fast samtigen Kraft. Zwei Achtfußregister, eines still und warm-zurückhaltend, einer offen und perlend-hell, bilden den Grund des Werkes. Darauf sind zwei verschiedenartige Vierfußregister aufgebaut – ein kraftvoller, singender, aber dennoch transparenter Principal 4′ sowie eine warme, kullernde, fein-durchsichtige Flöte 4′. Das Pedal besitzt bemerkenswerterweise ein Drittel der Gesamtstimmen, dafür wurde die Pedalkoppel fort gelassen. Der 16′ grundiert den Klang tragfähig und weich, der 8′ sorgt für leichte Zeichnung, ohne dabei zu drücken.
Der Gesamtklang ist weich, hell, warm, samtig, transparent und edel. Der Gemeinde und dem Erbauer wie dem Restaurator gleicherweise ist für die Erhaltung dieser wertvollen Orgel ein herzlichster Glückwunsch auszusprechen.

Disposition

Manual C – f”’

Gedackt 8 Fuß (durchg. Holz, gedeckt) 

Flaut travers 8 Fuß (C-H aus Gedackt 8′, ab c° Holz, offen) 

Principal 4 Fuß (C-c#° Zinn, Prospekt, ab d° innen, Zinn)

Gedackt 4 Fuß (C-h’ Holz, gedeckt, ab c” Holz offen) 

Pedal C – c’

Subbaß 16 Fuß (Holz, gedeckt) 

Gedecktbaß 8 Fuß (Holz, gedeckt)

 

Spielhilfen

Als Registerzug links: Calcant
Als Registerzug rechts: Vacat

Eine Pedalkoppel gibt es nicht!

Gebäude oder Kirchengeschichte

1790 Neubau des Betsaales als Kirchenersatz.
1793 Guss einer Glocke durch Becker/Halle.
1960er Jahre Umgestaltung des Innenraumes.

Das Bethaus in Chörau ist ein typischer Betsaal. Betsäle wurden in Gemeinden, welche die finanziellen Anforderungen nicht aufbringen konnten, erbaut als kleines Substitut einer Kirche. Das Haus in der Ortsmitte ist nahezu quadratisch und in einem Stilmix aus Klassizismus und Barock angelegt. Das Bethaus besitzt ein Walmdach und keinen Turm. Die Außenwände sind durch breite Pilaster mit angedeuteten Kapitellen gegliedert, die auch farblich abgesetzt sind.
Je zwei Gruppen aus je vier rechteckigen Fenstern lassen Licht ins Innere fallen. Über dem Eingang befindet sich ein schlichtes Kreuz. Das Innere ist weiß gehalten, äußerst schlicht, so wie es für ein Bethaus typisch ist. Pilaster, die durch flache Bögen miteinander verbunden sind, gliedern die weißen Innenwände. Im Zentrum des von einer flachen Holzdecke überspannten Raums liegt der schlichte aus Backsteinen erbaute Altartisch, über dem ein Kreuz aus schlichten Holzbalken angebracht ist. Rechts und links des Altars sind in schwarzer Schrift zwei Bibelworte zu sehen. Die schlichte Kanzel und das Taufbecken sind gleichfalls aus Klinkersteinen gemauert und ohne Zierrat gefertigt. Die Empore besitzt balustradenartige, senkrechte, farblich abgesetzte Zierleisten. Die Orgel setzt in ihrer dunklen Farbe einen wirkungsvollen Akzent in diesem edlen, kleinen und geborgenen Raum.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter
Kirchengeschichte: Aushang im Betsaal

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