Orgel: Obergösgen – St. Maria Regina (ehem. St. Dionysius)
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Gebäude oder Kirche
St. Maria Regina (ehem. St. Dionysius)Konfession
KatholischOrt
ObergösgenPostleitzahl
4653Bundesland / Kanton
Kanton SolothurnLand
SchweizBildergalerie + Videos
Pfarrkirche St. Maria Regina Obergösgen
Glockenvideo von User Robin Marti Kirchenglocken auf Youtube – Kanal
Bildrechte: Datenschutz
Orgelgeschichte
1881 Kauf eines Harmoniums mit 10 Registern der Firma J. Estey aus einem Musikhaus in Aarau.
1925 Versetzung des Harmoniums in das Pfarrlokal sowie zu einem späteren Zeitpunkt in die Unterkirche.
1925 Übernahme der 1909 von Orgelbau Th. Kuhn A.G. für die Kirche in Winznau erbauten pneumatischen Membranladenorgel II/5.
1951 Ersatz des Prospektes durch einen Gitterprospekt.
1954 Abtragung der Orgel im Zuge des Kirchenneubaus und Lagerung des Werkes im Spritzenhaus der Feuerwehr, wo es später entsorgt wurde.
Derzeitige Orgel
1958 Solenoidventilladenorgel (Kastenlade) mit rein elektrischer Traktur und seitlich freistehendem Spieltisch, erbaut von Orgelbau Hobel AG (Zürich) und Max Maag (Zürich) II/14 (30 – 14 Grundregister, 11 Verlängerungen/Extensionen und 5 Transmissionen). Die Expertise oblag dem Organisten Emil Bächtold (Zürich). Einweihung der Orgel am 9. November 1958 mit Organist Ernest Loretan (Olten) mit Werken von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel – 1’350 Pfeifen.
2006 Restaurierung des Werkes durch Orgelbau Genf AG – Einweihung am 20. August 2006.
Solenoid-Ventil von Maag – Beschrieb zitiert aus Emil Bächtold’s (geb. 1916 – gest.1998) Arbeit (Organist in Zürich, Schüler von Marcel Dupré)- Das Maagsche Orgel-System
Das Ventil wurde in vier Grössen hergestellt. Grosse Pfeifen (z.B. 16′) benötigten zwei „Vierer-Ventile“, kleine Pfeifen erhielten Einer-Ventile (Hub Ventilteller 1/10 Millimeter). Die kleinsten Pfeifen wurden mit einem „Nuller-Ventil“ versehen (Ein Eisenplättchen wird gegen den Wind und eine Blattfeder durch einen Magneten aufwärts gezogen – regulierbar ist hier nur der Druck anhand eines Nagels). Später wurde das Ventil kopfüber eingesetzt, um Störungen zu vermeiden. Die Blattfeder konnte dabei weggelassen werden. Der Wind gelangt in das Ventil. Wenn die Taste gedrückt wird, schliesst sich der Stromkreis und die Solenoidspule erzeugt eine magnetische Zugwirkung, welche den Magnetkern und Ventilteller hochzieht. So ist das Ventil geöffnet und die Pfeife erklingt. Anhand einer regulierenden Schraube kann die Bremswirkung eingestellt werden, welche durch die entweichende Luft zwischen Magnetkern und Spulenträger entsteht. Das Nullerventil für die kleinen Pfeifen besitzt keine Bremsfunktion. Das Solenoidventil wird nicht durch Ladenwind, sondern durch den Magnetzug geöffnet.
Disposition
I Manual C – g“‘Gedeckt 16′ (S 1) Principal 8′ Koppelflöte 8′ Spitzgambe 8′ (S 2) Octav 4′ Rohrflöte 4′ (S 1) Quinte 2 2/3′ (S 2) Superoctav 2′ Flöte 2′ Terz 1 3/5′ (S 2) Mixtur 4-6 f. 1 1/3′
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II Manual C – g“‘Salicional 8′ (S 1) Rohrgedeckt 8′ (S 1) Principal 4′ (S 1) Koppelflöte 4′ Spitzflöte 4′ (S 2) Flageolet 2′ (S 1) Terz 1 3/5′ (S 2) Larigot 1 1/3′ (S 2) Scharf 4-5 f. 1′ (S 1) Schalmey 8′ (S 2)
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Pedal C – f‘Subbass 16′ Gedecktbass 16′ (S 1) Praestant 8′ Spitzgambe 8′ (S 2) Gedeckt 8′ (S 1) Choralbass 4′ Mixtur 4 fach 2 2/3′ Contrafagott 16′ (S 2) Fagott 8′ (S 2)
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S 1 = Schwellkasten 1 rechts
S 2 = Schwellkasten 2 links
Prospektpfeifen
Subbass 16′ (Verl.) = C – H Seite, Holz ged.
Principal 8′ = C – GS linker Rundturm; A – cs“ Mittelfeld
Praestant 8′ (Verl.) = C – GS rechter Rundturm; A – f1 Mittelfeld
Octav 4′ = C – cs‘ Mittelfeld
Grundregister in roter Farbe
I Manual C – g“‘Gedeckt 16′ (S 1) – Verlängerung Rohrgedeckt 8′ II Principal 8′ Koppelflöte 8′ Spitzgambe 8′ (S 2) – Verlängerung Spitzflöte 4′ II Octav 4′ Rohrflöte 4′ (S 1) – Verlängerung Rohrgedeckt 8′ II Quinte 2 2/3′ (S 2) – Verlängerung Larigot 1 1/3′ II Superoctav 2′ Flöte 2′ – Verlängerung Koppelflöte 8′ I Terz 1 3/5′ (S 2) – Tr. Terz 1 3/5′ II Mixtur 4-6 f. 1 1/3′ – rep. fs°/c’/gs’/d“/gs“ – ab c‘ 5 fach, ab d“ 6 fach
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II Manual C – g“‘Salicional 8′ (S 1) Rohrgedeckt 8′ (S 1) Principal 4′ (S 1) Koppelflöte 4′ Tr. aus Koppelflöte 8′ I Spitzflöte 4′ (S 2) Flageolet 2′ (S 1) Terz 1 3/5′ (S 2) Larigot 1 1/3′ (S 2) Scharf 4-5 f. 1′ (S 1) – rep. ds°/b°/fs“ – ab b° 5 fach Schalmey 8′ (S 2)
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Pedal C – f‘Subbass 16′ Verl. Koppelflöte 8′ Gedecktbass 16′ (S 1) – Verl. Rohrgedeckt 8′ / Tr. Gedeckt 16′ I Praestant 8′ Verl. Octav 4′ I Spitzgambe 8′ (S 2) – Verl. Spitzflöte 4′ II / Tr. I Gedeckt 8′ (S 1) – Tr. Rohrgedeckt 8′ II Choralbass 4′ Verl. Superoctav 2′ I Mixtur 4 fach 2 2/3′ – Tr. I Contrafagott 16′ (S 2) – Verl. Schalmey 8′ II Fagott 8′ (S 2) – Tr. Schalmey 8′ II |
GrundregisterPrincipal 8′ Koppelflöte 8′ Rohrgedeckt 8′ Salicional 8′ Octav 4′ Principal 4′ Spitzflöte 4′ Superoctav 2′ Flageolet 2′ Terz 1 3/5′ Larigot 1 1/3′ Mixtur 4-6 f. 1 1/3′ Scharf 4-5 f. 1′ Schalmey 8′
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Aufteilung im Werk gem. Bestandesaufnahme
Schwellkasten rechtsRohrflöte 4′ – f0-g4, gis3-g4 offen, 77mmWS Rohrgedeckt – FIS-B, 77mmWS Principal 4′ – CC-g0, 70mmWS Princpal 4′ – gis0-fis3, 77mmWS Flageolet 2′ – C-g3, 77mmWS Salicional 8′ – C-g3, 77mmWS
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Schwellkasten linksFagott / Oboe – C-g3, 76mmWS Terz 1 3/5′ – C-cis1/d1-g3, 76mmWS Quinte 2 2/3′ – C-fis0, 76mmWS Quinte / Larigot – g0-g4, 76mmWS Spitzflöte – CC-HH, 76mmWS Spitzlöte / Gambe – C-d1, 76mmWS Spitzflöte 8’/4′ – dis1-g4, 76mmWS
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UnterbauKoppelflöte 8’/4’/2′ – C-cis4/d4-g5 (auf zwei Laden li/re, 74mmWS re., 76mmWS li) Mixtur 1 1/3’/ 2 2/3′ – CCIS-g3, 74mmWS Principal 8′ – d2-gis3, 76mmWS Octav 4′ – d1-g3, 76mmWS Choralbass / Superoctav 4’/2′ – C-g4, 76mmWS
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Kuhn-Orgel 1925 (erbaut 1909 für Winznau)
I Manual C – f“‘Principal 8′ Bourdon 4′
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II Manual C – f“‘Salicional 8′ Flöte 4′
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Pedal C – d‘Subbass 16′
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Spielhilfen
2 freie Kombinationen (B/C)
Tremolo S 1 (wirkend auf die Register im Schwellkasten rechts), Tremolo S 2 (wirkend auf die Register im Schwellkasten links) als Registerwippen Nr. 1 und 2
II – P, I – P, II – I als Registerwippen Nummern 22, 23 und 24
Mitte oberhalb zweites Manual: Crescendo-Anzeiger 0 – 12
Rechte Seite:
Mixturen u.16′ aus Tutti u.Cresc. (Mixtur I, Scharf II, Mixtur P, Gedeckt 16′ I)
Zungen aus Tutti u.Cresc. (Schalmey II, Fagott P, Contrafagott P)
Druckknöpfe unter erstem Manual: AC (HR A + FK C), AB (HR A + FK B), C, B, A (HR), 0, T, PU (Grundregister Pedal ohne Koppeln)
Fuß:
AC (HR A + FK C), AB (HR A + FK B), C, B, A (HR), Koppeln a.T.+ Cres., II-P, I-P, II-I, Cresc. ab als Pistons auf der linken Seite
Crescendo, Schweller I, Schweller II als Tritte
Mixt.a.ABC, Zung.a.ABC, T, PU (Grundregister Pedal ohne Koppeln) als Pistons auf der rechten Seite
Spielhilfen Kuhn-Orgel 1909
Normalkoppeln
Gebäude oder Kirchengeschichte
12./13. Jahrhundert Erwähnung einer Kirche in Obergösgen.
1509 Errichtung des Kirchturmes und Anbau eines Chorraumes. Aufzug einer Glocke.
1610 Aufzug einer zweiten Glocke.
1616 Restaurierung der Kirche, welche dem heiligen Dionysius geweiht wurde.
1642/43 Bau einer grösseren Kirche an den bestehenden Kirchturm, welcher um ein Stockwerk erhöht wurde – Einweihung am 26. Juli 1643.
1751 neuer Tabernakel.
1756 Entstehung des Taufsteins.
1760 Errichtung eines neuen Hochaltares nach Entwürfen von Pfarrer Jakob Wirz mit einer Kopie des Gnadenbildes von Einsiedeln von Johann Baptist Babel (Einsiedeln).
1774 neue Kirchenbänke und Renovierung der Seitenaltäre.
1775/76 Entstehung der Kanzel und der Muttergottes-Statue, welche sich heute in der Turmkapelle befindet.
1777 Entstehung des Kreuzweges.
1850 Renovierung der Kirche, 1852 werden alle drei Altarbilder entfernt und durch neue Bilder von Melchior Paul von Deschwanden (Stans) ersetzt.
1858 Aufzug eines dreistimmigen Geläuts der Giesserei Rüetschi (Aarau).
1867 Ersatz des Kreuzweges.
1887 Renovierungsmassnahmen.
1893 Ersatz der kleinen Glocke nach Unwetterschaden.
1903 – 1906 Aussenrenovierung.
1908 Innenrenovierung.
1915 Ersatz der Kirchenfenster, neues Herz-Jesu-Bild von J. Heimgartner.
1933 Renovierung des Kirchturmes mit Ersatz der Turmuhr.
1954 Abtragung der alten Kirche.
1954 -1956 Bau der heutigen Kirche unter Beibehaltung des Kirchturmes und Übernahme älterer Substanz wie Epitaphe und Grundsteine nach Plänen des Architekten Ernst von Arx (Obergösgen). Grundsteinlegung am 20. November 1954. 1955 Fertigstellung der Unterkirche.
1956 Einweihung der Kirche am 22. April 1956.
Die Fenster der Kirche inkl. der Kreuzwegfenster wurden von Bildhauer Paul Stöckli (Stans) entworfen.
1959 Aufzug zweier weiterer Glocken der Giesserei Rüetschi (Aarau) – Nominale e‘ (1958) + g‘ + a‘ (1958) + h‘ + d“. Die e‘ Glocke wurde bereits 1939 für Heerbrugg gegossen und wurde von Obergösgen übernommen.
1974 Renovierung der Kirche und des Turmes.
1980 Renovierung und Umgestaltung der Unterkirche.
1994 Neugestaltung des Chorraumes durch Paul Wyss (Olten) mit neuem Altar und Altarkreuz von Albert Schilling.
1997 Sanierung der Glocken- und Uhrsteuerung.
2005 neue Glasvitrine mit ausgestellten Werken aus der alten Kirche. Die ehemaligen Altarbilder der Seitenaltäre werden auf der Empore aufgehängt.
2015 Umbau und Renovierung der Unterkirche.
Anfahrt
Quellenangaben
Orgelbeitrag erstellt von: Andreas Schmidt
Dateien Bilder Kirche und Orgel: Mike Wyss, Roman Hägler und Andreas Schmidt
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, zitiert von den Seiten der Pfarrei (Link folgend), zitiert aus der Jubiläumsfestschrift „50 Jahre neue Pfarrkirche und Orgelrestauration Röm. Kath. Pfarrei Obergösgen“ von Jos.W.Kyburz 2006
Orgelgeschichte: Eigene Sichtungen und Spiel, Bestandesaufnahme vor Ort, zitiert aus der Jubiläumsfestschrift „50 Jahre neue Pfarrkirche und Orgelrestauration Röm. Kath. Pfarrei Obergösgen“ von Jos.W.Kyburz 2006
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