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Orgel: Nordhausen – Dom zum Heiligen Kreuz

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Gebäude oder Kirche

Dom zum Heiligen Kreuz

Konfession

Katholisch

Ort

Nordhausen

Postleitzahl

99734

Bundesland / Kanton

Thüringen

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

um 1740 werden zwei alte Orgeln und eine neue erwähnt. Die Baujahre sind jeweils nicht bekannt.
1816 ist die Orgel (die einzige?) in schlechtem Zustand und war nicht spielbar.
1853/54 Neubau durch Johann Friedrich Schulze (Paulinzella), II/26 auf mechanischen Schleifladen mit neogotischem Gehäuse.
1927 Verbreiterung/Erweiterung der Empore, Umstellung auf pneumatische Trakturen, Verringerung der Registerzahl um ein Register, Einbau eines Schwellkastens für Manual II und Dispositionsänderung durch Kießling&Sohn (Bleicherode) – II/25
1945 Zerstörung dieser Orgel bei Luftangriffen auf Nordhausen.

Derzeitige Orgel
1964 Neubau durch Johannes Klais Orgelbau Bonn für die Stadthalle Kassel – III/56 mit elektrischen Trakturen auf Schleifladen als Op.1286. Die Disposition entwarf Helmut Bornefeld, der Prospekt wurde von Josef Schäfer entworfen.
1993 Ausbau in Kassel.
1996 Translozierung durch die Erbauerwerkstatt in den Dom, dabei Austausch/Änderung von drei Registern, Änderung des Prospektes nach Entwürfen von Wolfgang Lukassek (Erfurt), Hans Gerd Klais, Dr. Hans-Wolfgang Theobald, Einbau einer elektrischen Setzeranlage mit 4 Ebenen zu jeweils acht Kombinationen und zwei Speicherebenen (64 Kombinationen) nebst Display
30. November 1996 Weihe im Dom zu Nordhausen – 4923 Pfeifen. Das Brustwerk wurde in Nordhausen als Oberwerk ganz oben auf die Orgel gesetzt.
2018 Renovierung der Orgel.
2026 die Orgel ist in gutem Zustand und vollumfänglich spielbar – größte Orgel der Stadt, regelmäßige Nutzung in Gottesdienst und Konzert

Disposition

Disposition 2026 (=ab 1996) nach Registerschildern

Manual I – Schwellwerk C – c““

Quintade 16′ Holz gedeckt

Prinzipal 8′ Metall zylindrisch

Gemshorn 8′ Metall konisch

Holz gedackt 8′ durchgehend Holz

Jtal. Prinzipal 4′ weite Mensur, Metall zylindrisch offen

Rohrflöte 4′ Metall 

Rausch harfe 4′ 2 2/3′ Quintchor konisch, beide Chöre Metall

Rohrnasat 2 2/3′ Metall

Jtal. Prinzipal 2′ Metall, weite Mensur, durchgehend eigenständig

Blockflöte 2′ Metall offen-konisch

Hörnlein 1 3/5′ 1 1/7′ rep. c°, c#“‘, Metall

Sifflöte 1′ ab c#“‘ 2′, Metall

Grobmixtur 6-8 f 1 1/3′ rep. e‘, c#“, Metall

Musette 16′ doppelt konische Becher, C-H kurze Becherlänge

Hautbois 8′ ab f#° doppelte Köpfe, ab f#“‘ labial

Tremulant SW

Celesta 4′ 

Manual II – Hauptwerk C – c““

Praestant 16′ 1996 statt Gedacktpommer 16′, ab C Prospekt unteres Mittelfeld bis f#°, Forts. innen

Prinzipal 8′ C-g#° Prospekt, oberes Mittelfeld, Forts. innen

Rohrflöte 8′ Metall

Octave 4′ Metall zylindrisch

Nachthorn 4′ Metall offen-konisch

Quinte 2 2/3′ Metall offen-konisch

Super oktave 2′ Metall

Schweizer quinte 1 1/3′ ab g#“‘ 1′, Metall

Mixtur 6-8 f 2′ ab c° 7f., ab c‘ 8f., rep. e“, c“‘, f#“‘

Zimbel 4 f 1/2′ rep. A, f°, d‘, b‘, f“, c“‘, g“‘

Groß kornett 4 f 2 2/3′ ab C mit Septime, rep. c°, g°, normal auf der Lade stehend

Trompete 16′ C-A halbe Länge, Becher durchgehend Metall 

Trompete 8′ ab f#“‘ labial, durchgehend volle Länge mit Metallbechern

Trompete 4′ ab f#“ labial, Metallbecher

Tremulant HW

Manual III – Brustwerk C – c““

Rohr pommer 8′ Prospekt C-d‘ mit innenliegenden Rohren, Forts. Metall innen, normale Röhrchen

Salicional 8′ C-G gedeckt eigenständig, ab G# offen, 1996 neu statt Unruh 3f.

Prinzipal 4′ 1996 neu statt Qiebenquart 2f., Metall offen 

Rohr quintade 4′ Metall 

Flöt gedackt 4′ Holz gedeckt 

Prinzipal 2′ Metall zylindrisch 

Gemshorn 2′ konisch-offen, Metall 

Terznone 1 3/5′ 8/9′ C-H 2′, ab c° Einzelterz 1 3/5′, rep. a#“ auf 2 2/3′

Nasat 1 1/3′ Metall zylindrisch 

Scharf 5f 1′ rep. c°, f#‘, d#“, c“‘

Sordun 16′ C-h° kurze Becher Metall mit Hüten nebst Röhrchen

Vox humana 8′ ab f“‘ labial, Bauform nach Scherer mit Metallbechern

Schalmei 4′ ab f#“ labial, Messingbecher

Tremulant BW

 

Pedal C – g‘

Prinzipal 16′  C-h° Prospekt, Seitentürme 

Untersatz 16′ Holz gedeckt 

Baßzink 10 2/3′ 6 2/5′ Holz offen

Oktave 8′ Metall zylindrisch, offen 

Gedackt 8’* Holz gedeckt

Choralbaß 4′ 2′ 1 1/3’* heute nur 4′, Metall offen

Hohlflöte 4’* C-g‘ Prospekt obere Seitentürme, Metall offen, weite Mensur 

Glöcklein ton 2′ 1’* Metall konisch

Hintersatz 5 f 5 1/3′ mit Terz, Septime 2 2/7′ und None 1 7/9′, Metall offen

Kontra fagott 32′ Becher Kupfer, halbe Länge

Posaune 16′ volle Länge, Kupferbecher

Trompete 8’* C-H Kupferbecher volle Länge, ab c° Metallbecher, Kröpfung nach vorne 

Clairon 4’* Metallbecher

Tremulant Sololade P (mit * gekennzeichnete Register)

 

Spielhilfen

Registerschalter außen, den Manualen zugeordnet (die Buchstaben entsprechen der Kennzeichnung am Spieltisch):
-Erste (unterste) Reihe: Gesamt pleno P 32′ (D), Zungen pleno P 32′ (C), Pleno P 16′ (B), Vorpleno (A), III-P, II-P, I-P
-Dritte Reihe: Kornett SW 8′ (G), Pleno SW 8′ (F), Vorpleno SW 8′ (E), III-I
-Vierte Reihe: Tutti (O), Zungen tutti (N), Gesamt pleno 16′ (M), Zungen Pleno HW 16′ (L) Pleno HW 16′ (K), Pleno HW 8′ (J), Vorpleno HW 8′ (H), III-II, I-II
-Fünfte (oberste) Reihe: Zungen pleno BW 16′ (Q), Pleno BW 8′ (P)

Kippschalter rechts oben: Zungeneinzelabsteller, Dämpfung ab [Dämpfung der Celesta 4′ auf I]
Pistons über Pedal links, von links: III-II, I-II, III-I, III-P, II-P, I-P
Mittig über Pedal: Walze, Balanciertritt für Jalousieschweller I
Pistons rechts über Pedal: Seq.-, Seq.+

Vorsatzleiste Manual I, als Drücker, von links: S, Setzerebenen 1-4, Seq.-, Seq.+, Speicherplätze A-H, Generalrücksteller (0)

Zusammensetzung der festen Kombinationen:
A= Prz. 16′, Okt.8′ Choralb., Glöckleinton
B=A, + Hintersatz 5f.
C= Zungenstimmen Pedal (mit 32′)
D= Pedal tutti, außer Gedackt 8′, Hohlflöte 4′, Untersatz 16′

E=Prinzipal 8′ Ital. Prz. 4′, Ital. Prz. 2′, Rohrnasat 2 2/3′, Siffl. 1′
F=Prz. 8′, 4′, 2′, Gemsh. 8′, Gróbmixt.
G=Prz.8′, Holzged.8′, Rohrfl.4′, Rohrnasat 2 2/3′, Blockfl.2′, Hörnlein, Siffl.1′

H=Pr.16′, Prz.8′, Rohrfl.8′, Oct.4′, Nachth. 4′, Qu.2 2/3′, Schweizer Quinte 1 1/3′
J=H + Superoct. 2′
K=J + Mixt. 6-8f., Zimb. 4f.
L=Prz.8′, Oct.4′, Superoct.2′, Mixt., Kornett, Trp. 16′, Trp. 8′
M=Alle Labialen ab 16′ bis Mixtur
N=Trp. 16′, Trp. 8′, Trp. 4′, Mixt., Zimb., Korn.
O=Generaltutti

P=Sal.8′, Rohrp. 8′, Rohrquint.4′, Nasat 1 1/3′
Q=Vox hum.8′, Prz.2′, Scharf

Winddrücke: SW/HW 75mmWs, BW (OW) 65mmWs, Pedal 85mmWs (Pleno), 75mmWs (Sololade)

Gebäude oder Kirchengeschichte

um 961 Gründung eines Frauenstiftes durch Königin Mathilde innerhalb der Mauern der um 910 erbauten Burganlage.
um 1130 Errichtung einer romanischen dreischiffigen Basilika, von der noch die Krypta und die Apsiden der Seitenschiffe des heutigen Baus erhalten sind.
1180 schwere Schäden am Bauwerk im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Friedrich I. und Heinrich dem Löwen.
um 1200 Entstehung der heutigen Turmobergeschosse.
1220 Umwandlung des Stifts in ein reichsunmittelbares Kanoniker- oder Domstift.
1227 Bericht über schlechten Zustand des Bauwerkes.
1267 erste Nennung des Namens „Kirche zum Heiligen Kreuz“, Weihe des neu erbauten frühgotischen Chorraumes.
um 1350 Baubeginn des heutigen Langhauses als dreischiffige gotische Hallenkirche.
ab 1370 Entstehung des Chorgestühls, vermutlich um 1400 beendet.
15. Jahrhundert Abbruch des romanischen Kreuzganges, Ersatz durch ein gotisches Pendant. In selbiger Zeit Guss einer kleinen Schlagglocke.
1480 Guss der großen Glocke (cis‘) durch einen unbekannten Gießer.
um 1500 Einwölbung des Baukörpers mit einer Raumhöhe von etwa 17 Metern unter dem Gewölbescheitel.
1524 bleibt die Kirche von der Reformation unbeeindruckt ein katholisches Stift in einer evangelischen Reichsstadt.
1726 Aufstellung des heutigen barocken Hochaltars aus der Hand eines unbekannten Bildhauers.
1740 Überlieferung von sieben Glocken in den Türmen des Domes.
1762 Abbruch des Kreuzganges
1810 Aufhebung des Stifts im Rahmen der Säkularisation. Die Domkirche wurde nun Pfarrkirche.
1813-1844 umfassende Reparaturen an Langhaus und Türmen.
1843 Generalsanierung von Dächern und Fußböden mit Mitteln der preußischen Regierung.
1852 (inschriftlich) Renovierung des Südportals und der Eingangshalle.
1928 Restaurierung des Domes, dabei erhielt der Altar eine neue Farbfassung.
1945 Zerstörung des gotischen Daches durch Brand wegen Bombardierung. Nach dem Krieg wird ein Notdach aufgesetzt.
1962 Guss zweier neuer Bronzeglocken durch Gießerei Schilling (Apolda)
1964 Ersatz des Notdaches durch die heutige Dachkonstruktion.
1973-78 umfassende Renovation des Inneren, dabei wurde teilweise die neogotische Ausstattung beseitigt sowie die Farbfassung des Gewölbes rekonstruiert.
1979-81 Neueindeckung der Turmdächer/-helme sowie Sanierung des Mauerwerkes.
ab 1985 Sanierung aller Buntglasfenster
1988 Sanierung des um 1800 entstandenen Marienaltars.
1990 Wiedereinbau der Turmuhr
1991 Abschluss der Sanierung der Strebepfeiler und Fassaden.
2008 Abschluss der Domsanierung und der Neugestaltung der Außenanlagen.
2016 Sanierung der Krypta
2017/18 erneute Domsanierung.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter, Sichtung und Spiel 2026

Orgelgeschichte: Johannes Richter, Sichtung vor Ort 2026, ergänzt durch:
-Schäfer, Johannes; Schneider, Max (Hrsg.): Nordhäuser Orgelchronik. Geschichte der Orgelwerke in der tausendjährigen Stadt Nordhausen am Harz. Buchhandlung des Waisenhauses Halle, 1939.
-Katholische Pfarrgemeinde Dom zum Heiligen Kreuz Nordhausen (Hrsg.): „Der Dom – Orgeldetails“ in: Webauftritt Dom Heilig Kreuz Nordhausen, abgerufen am 8. Oktober 2026 (LINK)

Kirchengeschichte: Sichtung vor Ort 2026, ergänzt durch Informationen aus:
-Wand, Arno: Der Dom zum Heiligen Kreuz Nordhausen. Kunstverlag Josef Fink (Lindenberg), 2. aktualisierte Auflage 2023.

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