Orgel: Maulbronn – Winterkirche des Klosters Maulbronn (ehem. Zisterzienserkloster)
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Gebäude oder Kirche
Winterkirche des Klosters Maulbronn (ehem. Zisterzienserkloster)Konfession
EvangelischOrt
MaulbronnPostleitzahl
75433Bundesland / Kanton
Baden-WürttembergLand
DeutschlandBildergalerie + Videos
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Orgelgeschichte
1786 befindet sich ein Positiv mit 5 Registern in dem nach 1700 zur Winterkirche umfunktionierten Winterspeisesaal. Ob das Positiv bereits kurz nach dem Jahr 1700 in der Winterkirche stand, ist nicht bekannt.
1791 Orgelneubau durch Johann Andreas Goll (Weilheim) I/10. Das Vorgängerinstrument wird durch Orgelmacher Bühler (Vaihingen) erworben.
1808 – 1810 Reparaturen durch Johann Karl Brötler (Vaihingen an der Enz) mit Änderung der Stimmung (1/2 Ton höher).
1860 mechanische Kegelladenorgel, erbaut von Orgelbau Johann Heinrich Schäfer (Heilbronn) I/8. Die Goll-Orgel von 1791 wird zunächst nach Widdern und 1893 nach Rechenberg versetzt.
1947 Umdisponierung der Orgel I/8.
1958 rein mechanische Schleifladenorgel (Tonkanzellenladen), erbaut unter Verwendung einiger Register der Vorgängerorgel als Opus 3765 von Orgelbau E.F.Walcker & Cie (Ludwigsburg/Württemberg) II/13. Die Orgel wurde durch das staatliche Hochbauamt, die Seminarstiftung Maulbronn und die evangelische Kirchgemeinde finanziert. Die Expertise oblag OSV Herbert Liedecke (Stuttgart) – Einweihung an Erntedank 5. Oktober 1958.
1978 erste Mängel und technische Probleme.
1994 Beschluss zu einem Orgelneubau.
Derzeitige Orgel
2000 rein mechanische Schleifladenorgel mit mittig fest eingebautem Spieltisch, erbaut ebenerdig im Chorraum der Winterkirche durch Claudius F. Winterhalter (Oberharmersbach) II/19 – Einweihung am 16. April 2000 mit Erika Krautter-Budday.
Von der Winterhalter-Orgel existiert eine CD-Aufnahme mit Erika Budday mit Werken von Johann Sebastian Bach, Johann Pachelbel, Johann G. Walther, Johann Christian Rinck, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Heinrich Kaminsky – Link.
Disposition
I Hauptwerk C – g“‘Principal 8′ C – DS Holz offen, ab E Metall im Prospekt, ab d‘ innen – Anm. 1 Holzflöte 8′ C – H Holz ged., ab c° offen, komplett innenlabiiert Octave 4′ teilw. Prospekt – Anm. 2 Spitzflöte 4′ Metall Doublette 2′ Metall Mixtur Quinte III-V 1 1/3′ – rep. c°/c’/c“/c“‘, ab c“ IV, ab c“‘ V, VZ Quinte 1 1/3′ (rep. c‘) |
II Nebenwerk C – g“‘Gedeckt 8′ Holz ged. Salicional 8′ C – GS aus Gedeckt, ab A eigenständig Metall Fugara 4′ Metall Rohrflöte 4′ Metall rohrged., ab cs“ offen konisch Quinte 2 2/3′ Metall Principal 2′ Metall Terz 1 3/5′ Metall Quinte 1 1/3′ Metall Oboe 8′ Stiefel/Becher Metall, C – H konisch, ab c° Oboe Tremulant
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Pedal C – f‘Subbass 16′ Holz ged. Octavbass 8′ Metall Bassoctave 4′ Metall Fagott 16′ Stiefel Holz/Becher Metall
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Anm. 1 Prospektpfeifen – Principal 8′ im Prospekt E – H äussere Rundtürme + Seitenprospekt, c° – f° innere Rundtürme, fs° – h° Mittelfeld, c‘ – cs‘ Seitenprospekt
Anm. 1 Prospektpfeifen – Octave 4′ im Prospekt C + CS Seitenprospekt, D – ds° äussere Flachfelder
Zusammensetzung Mixtur HW
C: 1 1/3′ 1′ 2/3′
c° 2′ 1 1/3′ 1′
c‘ 2 2/3′ 2′ 1 1/3′
c“ 4′ 2 2/3′ 2′ 1 1/3′
c“‘ 8′ 4′ 2 2/3′ 2′ 1 1/3′
Walcker-Orgel 1958
I Hauptwerk C – g“‘Metallflöte 8′ Prinzipal 4′ Waldflöte 2′ Mixtur 4fach
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II Positiv C – g“‘Gedeckt 8′ Rohrflöte 4′ Rauschpfeife 2fach Terzglöcklein 3fach Krummhorn 8′
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Pedal C – f‘Subbaß 16′ Gedecktbaß 8′ Pommer 4′ Nachthorn 2′
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Goll-Orgel 1791/92
Manual C – c“‘Principal 8′ Holz Gedackt 8′ Holz Quintatön 8′ C – H Holz, ab c° Metall Principal 4′ Prospekt C – c“‘ Flute douce 4′ Holz Waldflöt 2′ Quinta 1 1/2′ Mixtur 3-fach 2′
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Pedal C – a°Subbaß 16′ Holz ged. Octavbaß 8′ Holz offen
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Spielhilfen
Fuß: I-II (koppelt I an II), II-I SUB (ab c°), II-P SUPER (bis f“), II-P, I-P als Hebeltritte auf der linken Seite
Walcker-Orgel 1958
II/I, I/P, II/P
Goll-Orgel 1791/92
Pedalkoppel (Ventilkoppel)
Gebäude oder Kirchengeschichte
1146/47 Bestrebungen zur Gründung des Zisterzienserklosters, welches 1138 zunächst in Eckenweiher gegründet wurde.
1147 Beginn des Baus der Klosterkirche.
1178 Einweihung der Klosterkirche am 14. Mai.
1201 – 1361 bauliche Erweiterungen der Klosteranlage.
1225 Inbetriebnahme des Herrenrefektoriums.
1232 Bestätigung der Vogtei.
13. Jahrhundert Entstehung der Wappenfriese.
Um 1360 Umbau der Querarm-Kapellen.
1398 Aufsatz des Dachreiters.
14. Jahrhundert Entstehung der Brunnenkapelle.
Um 1380 (andere Quelle 1340/50 für die Fenster im Chor) Öffnung der Kirche für den Einzug von Masswerkfenstern, der Kreuzgang wird vollendet.
1402 – 1424 Umbau der Klosterkirche im gotischen Stil mit Einwölbung mit dem Netzgewölbe. Nach 1424 Entstehung der Wand- und Gewölbemalereien.
Nach 1450 Übernahme einer ca. 1300 entstandenen Muttergottesstatue und Entstehung eines Teils des Gestühls.
1473 Entstehung des Kruzifixes beim Lettner von Conrat Seyfer (Sinsheim).
1479 – 1495 weitere bauliche Ergänzungen.
1492 Einbau des Glockenstuhls in den Dachreiter.
1501 Entstehung des steinernen Baldachins in der Laienkirche.
1504 Besetzung des Klosters.
1510 Reparatur des Hochaltares.
1512 Entstehung des Winterspeisesaales, der heutigen Winterkirche.
1525 Plünderung des Klosters durch aufständige Bauern.
1534/35 Säkularisation des Klosters unter Herzog Ulrich von Württemberg im Zuge der Einführung der Reformation.
1537 Übersiedlung des Klosters und des Kovents nach Pairis/Elsass.
1547 wird das Kloster dem Konvent zurückgegeben.
1556 Gründung einer evangelischen Klosterschule und Auflösung des Konvents.
1560 Entstehung der Kanzel.
Nach 1700 wird der beheizbare Winterspeisesaal zur Winterkirche umfunktioniert.
1781 – 1792 Renovierung der Klosterkirche.
1818 wird die Klosterschule zum evangelisch-theologischen Seminar.
Ab 1840 grössere Instandsetzungsmassnahmen.
1871 Erhebung zur selbständigen Pfarrgemeinde.
1878 – 1885 Reparaturen an der Kirche, neue Fenster und Einzug neuer Böden. Restaurierung der Wandmalerei und des Gestühls.
1891 – 1899 Umgestaltung der Klosterkirche.
1928 Gründung der Seminarstiftung.
1937 Arbeiten an den Wandmalereien der Vierung.
1946 Wiedereröffnung des Klosterseminars nach der Schliessung im Jahr 1941.
1955 – 1956 Restaurierung der Kirche.
1993 Aufnahme der Klosteranlage ins UNESCO-Welterbe.
1997 Eröffnung des Klostermuseums.
2000 – 2004 Renovierung des Dachreiters, des Chorraumes und des Querhauses.
2009 – 2013 Renovierung der Klosterkirche und des Kreuzganges samt Paradies.
2013 Aufzug einer neuen Taufglocke im Westgiebel der Giesserei Bachert (Karlsruhe). Die Klosterkirche verfügt nun über ein vierstimmiges Geläut.
Anfahrt
Quellenangaben
Orgelbeitrag erstellt von: Andreas Schmidt
Dateien Bilder Kirche und Orgel: Mike Wyss und Andreas Schmidt mit freundl. Genehmigung von Erika Budday im Rahmen der Orgelfahrt mit der Lindauer Kantorei
Orgelgeschichte: Eigene Sichtung und Spiel sowie Bestandesaufnahme April 2024, Orgelarchiv Horst-Georg Schmidt, Walcker-Hausmitteilung Nr. 22 – 1959, Angaben des Orgelfördervereines Maulbronn e.V. (siehe folgender Link)
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, eigene Sichtung, Bericht der Denkmalpflege zum Unesco-Welterbe Kloster Maulbronn, Informationen der Seite Reformationskirchen Württemberg – Link, zitiert aus dem Buch von Stefan Huppertz-Wild „Die Geschichte und Kunst des ehemaligen Zisterzienserklosters“ 2004 Freising, zitiert aus dem Buch von Matthias Untermann „Die Kirche des Zisterzienserklosters Maulbronn“ 2024 Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart – ISBN 978-3-7995-1985-4.
Orgel auf der Partnerseite Pipeorganpictures – Link
Internetauftritt des Orgelfördervereines Maulbronn e.V.
Video vom Kanal DieDreiPfeifen auf Youtube – Kanal
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