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Orgel: Leipzig / Wahren – Gnadenkirche

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Gebäude oder Kirche

Gnadenkirche

Konfession

Evangelisch

Ort

Leipzig / Wahren

Postleitzahl

04159

Bundesland / Kanton

Sachsen

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1697 Einbau einer Orgel mit neuer Empore, der Schülerchor wurde zur Loge umgestaltet.
1736 umfangreiche Reparatur am Werk.
1830 Revision der Orgel durch Mende/Leipzig.
1866 Aufstellung einer mechanischen Schleifladenorgel I/12, die 1812 durch Friedlieb Zöllner für Zschirla gebaut wurde.
1929 Neubau einer pneumatischen Taschenladenorgel II/22 durch Gebr. Jehmlich Orgelbau Dresden.
1965 Generalüberholung und Dispositionsänderung durch Hermann Lahmann/Leipzig.
1984/85 Reparatur und Umdisponierung durch Arwed Rietzsch/Rochlitz.
1994 Umdisponierung durch Rühle, dabei wurde u.a. eine Posaune 16′ ergänzt – II/22.
2017 Sanierung der Orgel durch Fa. Bochmann/Kohren-Salis, Beibehaltung der Disposition.
31.10.2017 Einweihung der überholten Orgel.

Die Jehmlich-Orgel der Gnadenkirche Wahren verbirgt sich hinter einem wirkungsvollen Freipfeifenprospekt, dessen harfenartige Seitenfelder (die auch teilweise über Eck reichen) ein Mittelfeld einrahmen, welches durch die rundbogenförmige Anordnung der Pfeifenlabien einen wirkungsvollen Akzent setzt. Der Spieltisch befindet sich direkt davor. Die Registerschalter sind heute nicht mehr jene, die man von Jehmlich-Orgeln jener Zeiten oft kennt, sie wurden bei den diversen Umbauten durch die oft in der DDR verwendeten flachen Kunststoffschilder (statt der leicht gewölbten Porzellanschilder) ersetzt. Der Prospekt bildet gleichzeitig die räumliche Grenze zur Orgelkammer im Turmraum, der sich durch einen Segmentbogen zum Kirchenraum öffnet. Das Schwellwerk steht hinten, davor das Pedal mit der 1994 eingebauten Posaune mit Holzbechern. Das Hauptwerk bildet in chromatischer Aufstellung die vorderste Windlade hinter der Prospektfront.
Der Klang des Werkes ist nicht zwingend gravitätisch, aber kraftvoll frisch und nicht übermäßig spitz. Durch die Sub- und Superkoppel erhält das zweite Manual ein nicht unerhebliches Gewicht, zumal es in der Registerzahl das Hauptwerk um das Doppelte übertrifft. Trotz der hochliegenden Register ist der Klang nicht zu spitz, noch ausreichend grundtönig – vor allem die Posaune 16′ ist ein großer Gewinn für den Klang der Orgel. Die Oboe 8′ lässt das Schwellwerk auch französische Romantik relativ überzeugend darstellen – auch als Soloregister ist sie ein überzeugender Klang. Das Hauptmanual mit den Principalstimmen ist kraftvoll und rund, nicht hart oder spitz – weich und mischfähig, dabei aber hell und strahlend. Das Pedal grundiert den Klang sehr gut und überzeugend. Die romantischen Spielhilfen lassen zusammen mit den drei Achtfußregistern im Schwellwerk durchaus auch romantische Musik überzeugende Wirklichkeit werden – aber auch barocke Musik oder Musik der 60er Jahre sind gut darstellbar. Herrlich ist die sehr gute Wirksamkeit des Schwellers, der das zweite Manual bis ins Letzte zu dämpfen vermag und dadurch die Schattierungen des vielfältigen und vielfarbigen Klanges stufenlos werden lässt.
Der Zustand des farbigen, facettenreichen Werkes, welches beileibe nicht so „steil“ klingt, wie es auf dem Papiere aussehen mag, ist sehr gut. Alle Schaltungen funktionieren, Ausfälle gab es zum Zeitpunkt der Besichtigung keine. Die Orgel ist ein überaus überzeugendes Werk, dem der gewachsene Bestand gut zu Gesichte steht.

Disposition

Disposition Stand 2021

Manual I – Hauptwerk C – a“‘

Prinzipal 8′

Rohr-flöte 8′

Oktave 4′

Flöte 4′

Oktave 2′

Mixtur 4fach [1 1/3′]

Manual II – Schwellwerk C – a“‘

Geigen-prinzipal 8′

Gedackt 8′

Salizional 8′

Oktave 4′

Zartflöte 4′

Quinte 2 2/3′

Prästant 2′

Waldflöte 2′

Terz 1 3/5′

Quinte 1 1/3′

Sifflöte 1′

Oboe 8′

Pedalwerk C – f‘

Subbaß 16′

Prinzipal-baß 8′

Echobaß 8′ (Tr.II)

Posaune 16′

 

Disposition ab 1984 Arwed Rietzsch

Manual I – Hauptwerk C – a“‘

Prinzipal 8′

Konzertflöte 8′

Oktave 4′

Flöte 4′

Oktave 2′

Mixtur 4fach [1 1/3′]

Manual II – Schwellwerk C – a“‘

Geigen-prinzipal 8′

Gedackt 8′

Salizional 8′

Oktave 4′

Zartflöte 4′

Quinte 2 2/3′

Prästant 2′

Waldflöte 2′

Terz 1 3/5′

Quinte 1 1/3′

Sifflöte 1′

Oboe 8′

Pedalwerk C – f‘

Subbaß 16′

Violon 16′

Prinzipal-baß 8′

Echobaß 8′ (Tr.II)

 

 

Disposition nach dem Umbau durch Lahmann 1965

Manual I – Hauptwerk C – a“‘

Prinzipal 8′

Hohlflöte  8′

Gambe 8′

Dolce 8′

Prinzipal 4′

Mixtur 3fach

Manual II – Schwellwerk C – a“‘

Gedackt 16′

Geigenprinzipal 8′

Konzertflöte 8′

Gedackt 8′

Aeoline 8′

Vox coelestis 8′ (ab c°)

Violine 4′

Zartflöte 4′

Quinte 2 2/3′

Waldflöte 2′

Terz 1 3/5′

Sifflöte 1′

Pedalwerk C – f‘

Subbaß 16′

Violonbaß 16′

Echobaß 16′ (Tr.II)

Principalbaß 8′

Disposition Jehmlich 1929

Manual I – Hauptwerk C – a“‘

Prinzipal 8′

Hohlflöte  8′

Gambe 8′

Dolce 8′

Prinzipal 4′

Mixtur 3fach

Manual II – Schwellwerk C – a“‘

Gedackt 16′

Geigenprinzipal 8′

Konzertflöte 8′

Gedackt 8′

Quintatön 8′

Aeoline 8′

Vox coelestis 8′ (ab c°)

Violine 4′

Zartflöte 4′

Waldflöte 2′

Harmon. aeth. 2-3f.

Oboe 8′

Pedalwerk C – f‘

Subbaß 16′

Violonbaß 16′

Echobaß 16′ (Tr.II)

Principalbaß 8′

 

Disposition der Zöllner-Orgel 1812

Manual C – c“‘

Principal 8′

Flöte 8′

Gedeckt 8′

Gamba 8′

Principal 4′

Gedeckt 4′

Quinte 3′

Octave 2′

Mixtur 3fach

Pedal C – c‘

Subbaß 16′

Violon 16′

Principalbaß 8′

 

Spielhilfen

Als Registerschalter links, von links: Crescendo ab [Walze ab], Druck-register ab [Handregister ab], Unter-Oktav-Koppel II:II, Ober-Oktav-Koppel II:II, Pedal-Koppel I, Pedal-Koppel II, Manual-Koppel II:I
Als Registerschalter rechts: Tremolo II.Manual
Mittig über Manual II, zwischen den Registerschaltern: Anzeige mit 12 Stufen für Rollschweller/Crescendo
Über den Registerschaltern als kleine Züge: Züge für freie Kombination
Als Druckknöpfe mittig in der Vorsatzleiste unter Manual I, von links: A. [Auslöser, rot], Freie Vorbereitung [Freie Komb.], Tutti
Mittig über dem Pedal: Rollschweller [Walze], Balanciertritt für Jalousieschweller II
Über dem Pedal mittig links als Fußtritt zum Einhaken: Crescendo ab [Walze ab]

Für das Hauptwerk existiert desweiteren ein unbelegter, unbeschrifteter Registerschalter.

Gebäude oder Kirchengeschichte

Ende 12. Jahrhundert: Neubau einer Kirche aus Backsteinen als Ersatz für einen hölzernen Vorgängerbau.
Nach 1450 tiefgreifender Umbau mit neuem Turm und Chor zur heutigen Gestalt.
1497 entsteht ein gotischer Flügelaltar durch die Werkstatt Thomas Marschalk aus Leipzig.
1629/30 Errichtung eines Schülerchors mit Stufengiebel.
1682 Guss zweier neuer Glocken durch Johann Jacob Hoffmann/Halle.
1688 Anbau einer Leichenhalle im Süden.
1697 Umgestaltung des Schülerchores zur Rittergutsloge nach Einbau der Orgel.
1711 Modernisierung der Kirche.
1736 Umbau des Altars – der gotische Schnitzaltar wurde auseinander genommen und in neuer Gestalt in ein neues rahmendes Gestell komponiert.
1844 Entfernung des Altars, stattdessen kam die Kanzel an seine Stelle – die Flügel des Altars hängen heute an der Nordwand des Kirchenschiffes.
1858 Guss einer kleinen Glocke bei Jauck in Leipzig.
1901-03 Renovierung der Kirche unter weitestgehender Beibehaltung der alten Substanz, die Einrichtung wurde aber bewusst im Leipziger Jugendstil gehalten, u.a. Lesepult und Taufstein.
1917 Abgabe zweier Glocken zu Rüstungszwecken.
1919 Sprung der verbliebenen kleinen Glocke.
1919 Guss dreier neuer Eisenglocken bei Ulrich&Weule/Bockenem, Gesamtmasse 3400kg.
1929 Renovierung des Kircheninneren, dabei Entfernung der seitlichen Altarverschläge zum Altarumgang während des Abendmahles.
1965 erneute Renovierung, dabei auch Übermalung der Deckengemälde.
2018 Renovierung und Konservierung des Kanzelaltars.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter, 28.02.2021
Orgelgeschichte: Informationen auf dem Webauftritt der Gemeinde, Abruf am 27.12.2021
Kirchengeschichte: Informationen auf dem Webauftritt der Gemeinde, Abruf am 27.12.2021

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