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Orgel: Landsberg / Braschwitz – St. Nikolaus

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Gebäude oder Kirche

St. Nikolaus

Konfession

Evangelisch

Ort

Landsberg / Braschwitz

Postleitzahl

06188

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Orgelvorstellung 20 KOMPAKT – Landsberg/Braschwitz, ev. Kirche St.Nikolaus mit Johannes Richter

 

Johannes Richter spielt Moritz Brosig (1815 – 1887) – Praeludium c-Moll (Larghetto) Op.52/10

 

Landsberg/Braschwitz (D-ST) – ev. Kirche St. Nicolai – Einzel- und Vollgeläut (Turmaufnahme)



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

18. Jahrhundert Bau einer ersten Orgel durch Zuberbier (Köthen), deren Prospekt heute erhalten und durch ein neues, größeres Gehäuse hinter der Orgel ergänzt wurde.
1852 Neubau einer vorderspieligen Orgel durch Friedrich Wilhelm Rühlmann (Zörbig) als Opus 4 mit mechanischen Schleifladen, einem Manual und Pedal mit 9 Registern.
1917 Abgabe der Prospektpfeifen aus Zink zu Rüstungszwecken.
1921 Einbau von Prospektpfeifen aus Zink durch die Erbauerfirma.
Später starker Wurmbefall – Flauto traverso 8′ und Flauto amabile 4′ gingen dadurch verloren
2002 Instandsetzung der Orgel.
2016 Restaurierung der Orgel durch Thorsten Zimmermann aus Halle – dabei Rekonstruktion der Prospektpfeifen und der beiden Flöten.

Die Orgel, eines der wertvollsten Instrumente im Umkreis, schuf der Zörbiger “Orgelvater” Friedrich Wilhelm Rühlmann – Vater des erfolgreichen Wilhelm Rühlmann sen. 1852 mit I/P und 9 Registern als Opus 4 der noch jungen Firma. Damit ist es, neben der Orgel in Haardorf (1848 Opus 3), die früheste erhaltene Rühlmann-Orgel. Opus 1 in Drobitz und Opus 2 in Oppin gingen verloren, ebenso wie die Opera 5 und 6 (Wettin + Schrenz). Insofern kommt dieser kleinen Orgel eine große Bedeutung zu. Sie wurde hinter den Prospekt einer barocken Vorgängerorgel geschaffen, welcher dafür vom Erbauer etwas zurückgesetzt zu den Seiten hin mit einem neuen Gehäuse erweitert wurde. Auf mechanischen Schleifladen vereinigt sich eine noch dem spätbarocken Orgelbau entlehnte Disposition mit drei unterschiedlichen 8′-Registern, auf die eine komplett bis zur Mixtur geführte Principalpyramide samt Auffächerung durch eine 4′-Flöte aufsetzt. Trotz der wenigen Register entfaltet das Instrument eine nicht unerhebliche Klangfülle und weiß mit fein differenzierten Stimmen zu begeistern, die sich durch feine, transparente Intonation und klangliche Noblesse auszeichnen, sowie durch eine hohe Mischfähigkeit. Die Flöten zu 8′ und 4′ wurden 2016 im Rahmen der Sanierung durch Thorsten Zimmermann aus Halle, ebenso wie die Prospektpfeifen aus Zinn, neu gebaut. Seine musikalische Pracht kann das Werk gleichsam mit Werken des Barocks, aber vor allem mit Werken der Romantik, wie Brosig, Hesse, Mendelssohn, aber auch Merkel und Ritter entfalten. Die aufgeführten Klangbeispiele mögen ihr Übriges dazu tun.

Disposition

Manual C – f”’

Viola du Gam. 8. fus.

Gedackt 8 Fuß.

Flauto traverso 8 Fuß.

Principal 4. fus.

Falute amabile 4 Fuß.

Octave 2 Fuß.

Mixtur 3 fach. [1 1/3′]

Pedal C – d’

Subbaß 16 Fuß.

Principal,, bass 8 Fuß.

“,,” bezeichnet einen Zeilenumbruch.

 

Spielhilfen

Als Registerzug links: Vacat [Zug zur Symmetrie]

Als Registerzug rechts: Pedal ,, Coppel. [I/P], Calcant. [schaltet die Orgel ein]

Gebäude oder Kirchengeschichte

12. Jahrhundert Bau der heutigen Kirche aus Bruchsteinmauerwerk.
1642 Zerstörung des Ortes im dreißigjährigen Krieg, dabei auch Schäden an der Kirche.
Später Aufmauerung des Turmes um das heutige Glockengeschoss sowie Einbau neuer Fenster im Halbbogenstil.
1890 Erneute Umgestaltung des Innenraums, kompletter Umbau der Inneneinrichtung – nahezu alle Gegenstände des barocken Umbaus wurden entfernt.
1917 Abgabe der alten Glocken zu Rüstungszwecken.
1921 Guss dreier neuer Glocken aus Eisen, Tonfolge gis’- h’- dis”, wobei die kleinste Glocke einen Halbton zu tief entstand – Gesamtgewicht 1400kg.
1960er Jahre Einbau der Winterkirche unter der Empore.
1997 Guss einer neuen großen Glocke als Ersatz für die alte aus Eisen, die vor der Kirche zu stehen kam. Die neue Glocke wurde von der Gießerei Bachert (Heilbronn) geschaffen – Schlagton fis’.
Später umfangreiche Sanierung der Kirche.

Die kleine Dorfkirche Braschwitz, am Ortseingang direkt an der Bahnstrecke nach Magdeburg gelegen, ist eine der ältesten Kirchen des Pfarrbereichs. Geweiht ist das von flämischen Siedlern erbaute Gotteshaus dem Hl. Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute. Das Bauwerk zeigt sich als typischer Bau der Region in Bruchsteinbauweise mit einschiffigem, kleinen Kirchsaal und angeschlossenem Westquerturm mit kleinen Schallfenstern. Das Innere wird erhellt von im 17. Jahrhundert geschaffenen Halbbogenfenstern in Ziegelbauweise. An der Nordwand ist eine Steinplatte eingemauert, die Ritzzeichnungen aufweist und eventuell von einem früheren Altar stammt. Desgleichen wurde ein deutlich älterer Stein mit einer römischen Ornamentik, der Akanthusdistel, vermauert. Diverse barocke Grabplatten säumen die Kirche. Das Innere zeigt sich äußerst schlicht, die Fenster sind mit dezenter bunter Umrandung versehen. Älteste Ausstattungsgegenstände des schlicht-weiß getünchten Raumes sind das Sakramentshäuschen an der Nordwand, sowie das barocke, reich geschnitzte und heute dunkel lasierte Lesepult. Den barocken Hochaltar ersetzten zwei Gemälde, die keinem genauen Urheber zugeordnet werden können, aber zur Zeit des Umbaus 1890 entstanden sind. Das eine Bild zeigt Christus den Auferstandenen, das darunter zeigt einer Predella gleich Christus und die Emmausjünger. Die ebenerdige polygonale Kanzel, die Bänke und die Empore entstanden der Zeit um 1890 und sind in der dunklen Lasierung Akzente gegenüber der weißen Bemalung und sorgen für eine wohnzimmerartige Athmosphäre, die durch die dunkle Holzbalkendecke noch verstärkt wird, deren Querbalken mit dezenter Malerei gegliedert werden. Die Orgel mit ihrem barocken Prospekt sorgt für einen interessanten Aspekt in dem kleinen, heimeligen und doch sehr andachtsvollen Raum.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter
Kirchengeschichte: Webauftritt der Kirchengemeinde.

Youtube-Videos von Orgel und Glocken von Johannes Richter auf dem Kanal JRorgel

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