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Orgel: Körner / Volkenroda – Klosterkirche Volkenroda

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Gebäude oder Kirche

Klosterkirche Volkenroda

Konfession

evangelisch

Ort

Körner/Volkenroda

Postleitzahl

99998

Bundesland / Kanton

Thüringen

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

Anfang 16. Jahrhundert Aufstellung einer Orgel, die vermutlich aus dem klösterlichen Umfeld errichtet wurde.
27. April 1525 Zerstörung einer Orgel durch Einwirkungen im Bauernkrieg: „[…] donerstags nach Sanct Jorgen Tage […] eine schone orgel und grossen seiger zerrissen […]“.
Nach 1525 scheint es in der Klosterkirche für etwa 300 Jahre gar kein Instrument gegeben zu haben.
Mai 1832 Anschaffung einer gebrauchten Orgel für 28 Thaler aus Hannroden (Preußen), Schleifladenorgel I/8 mit Pedal. Die Aufstellung kostete nochmals 22 Thaler. Vermutlich war das Instrument schon bei Aufstellung eher desolat. Andererseits wird 1838 im Rahmen einer geplanten Renovierung der Kirche berichtet, dass mit dem Einbau einer Empore noch gewartet wird, bis klar wäre, dass eine Orgel eingebaut werden würde. Beide Angaben finden sich in untenstehender Quelle.
1869 Aufstellung eines neuen, ebenfalls gebraucht erworbenen Instrumentes mit mechanischen Schleifladen aus der Schlosskirche Reinhardsbrunn (heute Friedrichroda), vermutlich durch Orgelbau Knauf. Vermutlich handelte es sich dabei noch um die 1693 in die alte Schlosskapelle eingebaute Orgel.
1893 ist eine Stimmung den Angaben nach dringend notwendig, auch klemmen Tasten durch die hohe Feuchtigkeit in der Kirche und verursachen damit Heuler.
1893 Friedrich Erdmann Petersilie (Bad Langensalza) begutachtet die Orgel und befindet das Werk für gut. Er repariert Klaviaturen und Traktur, Stimmt die Orgel und gibt den Bälgen einen gleichmäßigen Gang. Dafür erhält er 60 Reichsmark. Es muss sich dabei um eine Reparatur der alten Orgel gehandelt haben, da ein 1896 neu errichtetes Instrument kaum dreißig Jahre später nicht in derartigem Zustand sein konnte.
1890-1900 Aufstellung einer neuen Orgel I/6 mit Schleifladen, eventuell durch Knauf
1902 Reparatur/Wartung der Orgel
1917 Abgabe der Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken
1928 erneute Wartung und Reparatur
1948 Reparatur, das Instrument ist noch spielbar und wird bis zur Aufgabe der Kirche 1968 genutzt.
Ab 1968 ist die Orgel nicht mehr gespielt, wird nach und nach „verkauft“ bzw. „abgebaut“, es fällt ein Twil der Decke auf das Instrument, dessen Standort nicht bekannt ist.
1991 gibt Rudolf Böhm/Gotha ein Gutachten über die noch vorhandenen Reste der Orgel ab, die im Rahmen der Kirchenreparatur entfernt werden. Gemäß S. 318 der Bau- und Ausstattungsgeschichte wird über die vorhandenen Reste berichtet: Es waren ein Rundbogenprospekt mit zwei Feldern (stumme Pfeifen), die Manualklaviatur ohne Tastenbeläge mit sieben fehlenden Tasten, die Pedalklaviatur sowie 10 Pfeifen des Principal 8‘ und 13 des Bordun 16‘ sowie Windladen und Unterbau erhalten.
2026 steht wieder eine Orgel in der Kirche, die vermutlich von Böhm (Gotha) stammt. Sie hat mechanische Schleifladen, 5 Register+1 unbesetzte Schleife auf einem Manual und Pedal und steht im Norden der Kirche. Ein Gehäuae besitzt sie nicht. Das Instrument dürfte um 1990 entstanden sein, wann die Aufstellung erfolgte ist unbekannt.

Disposition

Derzeitige Orgel

Manual C-g‘‘‘

Gedackt 8‘ (Holz gedeckt)

Rohrflöte 4‘ (C-f‘‘ Metall Lochgedackt, ab g‘‘ Metall konisch)

Quinte 2 2/3‘ (ab c‘, Metall offen in Prinzipalmensur)

Principal 2‘ (vorne auf der Lade, Metall offen)

1 unbesetzte Schleife 

Pedal C-f‘

Subbass (ohne Fußbezeichnung, ist 16‘, durchg. Holz gedeckt)

Knauf (?)-Orgel bis 1991 gemäß Bau- und Ausstattungsgeschichte, S. 318

Manual [C-f‘‘‘?]

Principal 8‘ (C-H Holz offen, komplettes Register innen) – Anm.1

Flöte 8‘

Salicional 8‘

Gedackt 4‘

Octav 2‘

Rauachquinte 2fach

 

Pedal

Bordun 16‘

 

Anm. 1 – Tatsächlich so angegeben – womöglich Principal 4‘ zur genannten Octave 2‘ umgearbeitet?

Spielhilfen

Registerzug links: Pedal-Koppel

Orgel bis 1991 (Bau- und Ausstattungsgeschichte, S. 318)
Pedalkoppel

Gebäude oder Kirchengeschichte

11. Jahrhundert Existenz einer Pfalzburg in Volkenroda
1131 Gründung eines Zisterzienserklosters auf den Mauern der ehemaligen Burg durch Mönche aus Altenkamp
1150 Weihe und Vollendung der Klosterkirche
um 1250 Errichtung einer Ringmauer um das Kloster im Rahmen des Thüringer Erbfolgekrieges
um 1480 umfasste der Konvent etwa 60 Mönche.
1517 erster Versuch eines Sturmes durch aufständische Bauern auf das Kloster.
27. April 1525 Angriff auf das Kloster durch aufständische Bauern, dabei werden die Klosterbibliothek, zahlreiche Kunstwerke und Ausstattung in der Kirche werden durch Brandstiftung und Plünderung zerstört.
um 1540 Auflösung des Klosters Volkenroda, der Besitz wurde durch die Stadt Mühlhausen erworben.
1641 weitere Zerstörungen an den Klostergebäuden durch den dreißigjährigen Krieg
1645 besitzt die Kirche bereits ein mechanisches Uhrwerk.
1656 erhält die Kirche einen neuen Predigtstuhl.
1736 ist die Kirche in schlechtem Zustand, eine Renovierung soll beauftragt werden.
1740/41 werden die Querhausarme durch Fachwerkmauern abgeteilt, da der Gesamtzustand eine Renovierung nicht lohnte.
1802 wird das Langhaus abgetrennt und als Maßnahme gegen die hohe Luftfeuchte und Schimmel ein neuer Fußboden verlegt. Des Weiteren wird ein klassizistischer Kanzelaltar nebst Sakristei eingebaut.
1841 erneute Kirchenrenovierung, Einbau einiger Emporen.
1893 Wird erneut von hoher Baufeuchte und zerbrochenen Fenstern gesprochen.
1935 sind die Probleme von 1893 noch behoben.
1968 wird die Kirche, die bislang als Dorfkirche diente, wegen Baufälligkeit geschlossen.
1990 erste Versuche, die Anlage zu retten
1991 Beginn der Sanierung der Klosterkirche, von der noch Chorraum und Querhaus stehen.
1993 Gründung des Fördervereins Wiederaufbau Kloster Volkenroda e.V.
1994 Übernahme der Anlage durch die Christus-Bruderschaft aus Gnadenthal
2001 Umsetzung des ökumenischen Christus-Pavillons von der Expo2000 (Hannover) nach Volkenroda.
2026 wird die Klosterkirche regelmäßig zu Gottesdienst und Andacht genutzt.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter, Sichtung vor Ort 2026

Orgelgeschichte: Johannes Richter, Sichtung vor Ort 2026
– „Die Orgeln von Volkenroda“ in: Alexadridis, Alexandra u.a., Klaus van Eickels (Hrsg.): Zur Bau- und Ausstattungsgeschichte der ehemaligen Zisterzienserkirche in Volkenroda, Lkr. Mühlhausen. Opus Verlag 2018 (PDF – LINK)

Kirchengeschichte:
Alexadridis, Alexandra u.a., Klaus van Eickels (Hrsg.): Zur Bau- und Ausstattungsgeschichte der ehemaligen Zisterzienserkirche in Volkenroda, Lkr. Mühlhausen. Opus Verlag 2018 (PDF – LINK)

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