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Orgel: Itzgrund / Lahm – Schloßkirche “Zur heiligen Dreifaltigkeit”

Gebäude oder Kirche

Schloßkirche

Konfession

Evangelisch lutherisch

Ort

Itzgrund / Lahm

Postleitzahl

96274

Bundesland / Kanton

Bayern

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

Ergänzende Bilder

Foto: Störfix, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 deLahm-Schlosskirche-WestCC BY-SA 3.0 DE

Foto: Störfix, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 deLahm-Schlosskirche-KanzelaltarCC BY-SA 3.0 DE

Foto: Störfix, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 deLahm-Schlosskirche-SüdemporeCC BY-SA 3.0 DE

Foto: Störfix, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 deLahm-Herbstorgel3CC BY-SA 3.0 DE

 

Orgelvideo – Ulrich Metzner an der Herbst-Orgel der Schlosskirche zu Lahm (Itzgrund)

 

Martin Sturm improvises: 14 Preludes and Fugues (Historical organ in Lahm im Itzgrund) – Youtube Kanal derorganist

 

Glockenvideo von User Quintade 8 auf Youtube



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1693 wird eine erste Orgel erbaut, die 1738 nach Lichtenstein versetzt wird.

Derzeitige Orgel

Der Schlossherr war in zweiter Ehe mit einer Adeligen aus Erxleben verheiratet. So kam der Kontakt zum Orgelbauer Herbst in Halberstadt zustande.
1728 – 1732 Bau der mechanischen Schleifladenorgel mit fest eingebautem Spieltisch durch Orgelbauer Heinrich Gottlieb Herbst (Halberstadt) II/29. Kirche und Orgel wurden gleichzeitig am 04. Mai 1732 geweiht.
Der “Lahmer Bach” Johann Lorenz aus der Schweinfurter Linie der “Bache”war seit 1718 Organist und versah die Stelle bis 1773- er war ein Neffe und Schüler von Johann Sebastian Bach in Weimar.
1842 Reparatur durch Orgelbauer Hofmann (Neustadt bei Coburg). Ansonsten finden bis ins 20. Jahrhundert nur kleinere Reparaturen statt.
Nachdem ein Orgelliebhaber dieses Instrument in Lahm im Jahr 1930 entdeckt hatte, bekam Orgelbau G.F.Steinmeyer & Co (Oettingen/Bayern) 1934 den Auftrag, das Werk zur Generalüberholung abzutragen und wieder völlig spielbar zu machen. Die Posaune 32′ wurde wieder spielbar gemacht.
1962 Renovierung durch Orgelbau Paul Ott (Göttingen).
1983 wurden die geringfügigen Veränderungen durch Orgelbau Otto Hoffmann (Ostheim vor der Rhön) größtenteils zurückgeführt. Der originale Bestand an Pfeifen dürfte fast vollständig sein – ebenso die robuste Mechanik. Die Stimmtonhöhe ist im hohen Chorton (Halbton höher als normal). Ein elektrisches Gebläse wurde erst im 20. Jahrhundert eingebaut. Ungewöhnlich ist die übergroße Pedalmensur.
Winddruck 68mm/Wassersäule.

Die Orgel der Lahmer Schloßkirche ist das einzige fast original erhaltene Werk der Orgelbaufamilie Herbst und gehört zu den kostbarsten Orgeln Deutschlands.

Disposition

Disposition seit 1732 unverändert

I Hauptwerk C, D – c”’

Quinta Thöne 16′

Principal 8′

Viola di Gamba 8′

Getact 8′

Quinta 6′

Octav 4′

Flaut-Douce 4′

Nassat 3′

Super Octav 2′

Mixtur 4-fach 1′ (rep. c, f, c’, c”, f”)

Trompet 8′

 

II Oberwerk (Hinterwerk) C, D – c”’

Quinta Thöne 8′

Gems Horn 8′

Praestant 4′

Flaut-Traversiere 4′

Waldfloete 2′

Sexquialtera 2-fach 1 1/3’+ 4/5′ (rep. c in 2 2/3′ + 1 3/5′)

Cymbel 3-fach 1/2′ (rep. F, c, f, c’, f’, c”, f”)

Vox humana 8′

Pedal I (in der Brüstung) C, D – d’

Violon-Bass 16′

Principal 8′

Octav 4′

Mixtur 5-fach 2′ (rep. f in 2 2/3′)

Posaunen-Bass 16′

Trompet 8′

Pedal II (an der Rückwand) C, D – d’

Sub-Bass 16′

Quint-Grosso 12′

Getact 8′

Posaunen-Bass 32′

1 Halbton über 440 Hz – Winddruck 68 mmWS

Spielhilfen

Linke Registerstaffel: Geschwide Tremulat. (Geschwinder Tremulant), Cymbelstern (zwei Sterne mit gegossenen Glöckchen un den vorgezogenen Türmen)
Rechte Registerstaffel: Langsame Tremulat. (Langsamer Tremulant), Coppel (II/I), Calcantenzug (Kalkantenglocke)

Gebäude oder Kirchengeschichte

1477 entsteht eine erste Schlosskapelle, die von Heinrich Veit und Martin von Lichtenstein erbaut wurde.
1617 – 1618 wird das Langhaus verlängert und ein Kirchturm erbaut.
1650 Errichtung der Schlosspfarrei.
1693 Erhöhung des Langhauses und Einbau einer Doppelempore.
1728 – 1732 Neubau der Schloßkirche durch Freiherrn Adam Heinrich Gottlob von Lichtenstein nach Plänen des Baudirektors Carl Friedrich von Zocha (Ansbach). Da von Lichtenstein in Paris studierte ist der französische Einfluss bei diesem barocken Zentralbau deutlich wahrnehmbar. Typ der Markgrafenkirche mit den drei “Prinzipalstücken”: unten der Altar (Abendmahl), darüber die Kanzel (Verkündigung) und oben das Orgelwerk (musica sacra). Die neue Kirche und die neue Orgel wurden Anfang Mai 1732 feierlich eingeweiht.
1780 Aufzug dreier Kirchenglocken des Giessers Johann Andreas Meyer (Coburg) – Schlagtöne b’+ d”+ f”.
1807 wird die Dorfgemeinde der Schlosspfarrei zugeordnet.
1819 Abbruch der weiteren Kapelle St. Leonhard in Lahm.
1850 – 1860 Taufstein.
1978 – 1981 umfangreiche Renovierungsarbeiten mit Abbau der kostbaren Orgel.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel:  Ulrich Metzner
Kirchengeschichte: Wikipedia Artikel mit Informationen von Angela Michel, Karl Ludwig Lippert, Lothar Hofmann und Angaben der Kirchgemeinde
Orgelgeschichte: Ulrich Metzner – Kenntnis vor Ort und Beschäftigung mit dem Instrument seit 1967, Pfarramtsarchiv Lahm  (Dekanat Michelau / Landkreis Coburg), Buch Fischer/Wohnhaas “Historische Orgeln in Oberfranken” ISBN-13 : 978-3795403850
Bericht über die Orgel auf der Dekanatsseite
Seite der Lahmer Orgel-Konzerte
Glockenvideo von User Quintade8 auf Youtube – Kanal
Orgelvideo mit Ulrich Metzner an der Herbst-Orgel der Schlosskirche zu Lahm (Itzgrund) – User Kanal Schneckenturm
Martin Sturm improvises: 14 Preludes and Fugues (Historical organ in Lahm im Itzgrund) – Youtube Kanal derorganist
Internetauftritt der Kirchgemeinde

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