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Orgel: Halle (Saale) / Südl. Innenstadt – St. Johannes (Positiv)

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Gebäude oder Kirche

St. Johannes

Konfession

Evangelisch

Ort

Halle (Saale) / Südl. Innenstadt

Postleitzahl

06110

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Ungehört – ungespielt – Stiller Klang 3 – Halle (Saale) – ev. Johanneskirche

 

Halle (Saale)/Südl. Innenstadt (D-ST) – ev. Kirche St.Johannes – Einzel- und Vollgeläut (Turmaufnahme)



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

2004 Neubau einer hinterspieligen Schleifladenorgel ohne Pedal I/3 mit mechanischen Schleifladen und Tansponiervorrichtung durch Georg Schloetmann/Hannover als Privatorgel für einen halleschen Musiker.
2005 Aufstellung in der Johanneskirche als Ersatz für ein Ahlborn-Orgelkeyboard.
2022 die Orgel steht im Altarraum auf der linken Seite.

Das Positiv in der Johanneskirche entstammt der Nachfolgewerkstatt von Furtwängler&Hammer aus Hannover, es entstand unter den Händen von Georg Schloetmann und verbirgt sich hinter einem ausnehmend wohlgelungenen, historisierenden Prospekt. Jener zeigt zwei rechteckige, überhöhte Außentürme und einen niedrigen Mittelteil, welcher mit drei kleinen
Pfeifenfeldern besetzt ist. Die Seitentürme besitzen je ein Pfeifenfeld. Die oberen Gesimse sind in Rot bzw. Gold vom blauen Gehäuse abgesetzt, die Pfeifenfelder mit den silbern schimmernden Prospektpfeifen der Dublette 2′ besitzen goldenes, fein geschnitztes und durchbrochenes Schleierwerk, welches in der gesamten Farbgebung dem Prospekt eine edle Krone aufsetzt und überaus fein im rötlich-weißen Kirchenraum wirkt. Der obere Teil mit dem Pfeifenwerk ist auf ein separates Untergestell aufgesetzt. Zum besseren Transport befinden sich an jeder Seite des Obergehäuses zwei schmiedeeiserne Handgriffe.
Die Klaviatur mit holzsichtigen Unter- und mit schwarzem Holz belegten Obertasten befindet sich hinten an der Orgel, sodass der Spieler über den niedrigen Mittelteil hinwegblicken kann.
Die Registerzüge befinden sich als geschwungene schmiedeeiserne Hebel mit Knauf an der linken Seite des Gehäuses, ebenso wie die Registerschilder, welche mit Tinte beschrieben sind. Sie weisen keine Fußbezeichnungen auf, diese wurden bei der Disposition durch den Autor ergänzt. Die Klaviatur ist zum Transponieren verschiebbar. Der Keilbalg zur Windversorgung, der über ein kleines Gebläse angetrieben wird, befindet sich im Unterteil der Orgel. Im Inneren steht eine diatonisch geteilte Windlade, auf der die Pfeifen nach innen hin abfallend aufgestellt sind, die Ansteuerung erfolgt über eine Stechermechanik.
Der Klang des Werkes ist überraschend voll und kräftig. Das Gedackt 8′ hat einen vollen, runden, aber transparent-hellen Klang mit leicht spuckender, rauchiger Ansprache. Hell und perlend zeigt sich die präsent tragfähige, lauffreudige Flöte 4′. Die Doublette 2′ ist strahlend und markant, wirkt durch sehr obertonreiche Intonation noch mehr als Klangkrone. Die Flöte 4′ ist von großer Schönheit, das Gedackt 8′ zuweilen etwas schwermütig-melancholisch. Der Gesamtklang ist kraftvoll, dabei edel, transparent und doch mischfähig – im Raum durchaus gut präsent, durch die ungleichstufige Stimmung farbenfroh, etwas herb und sehr charakteristisch.
Das kleine Positiv ist eine willkommene Bereicherung der Orgellandschaft Halles und nicht nur, aber auch durch sein Gehäuse im wahrsten Wortsinne ein „Farbtupfer“.

Disposition

Manual C – f“‘

Coppel [8′]

Flauten [4′]

Dublette [2′, teilw. Prospekt]

Die Registerschilder zeigen keine Fußbezeichnung, diese wurde hier durch den Autor ergänzt.

Spielhilfen

Keine Spielhilfen vorhanden

Gebäude oder Kirchengeschichte

1892/93 Neubau einer neogotischen, dreischiffigen Hallenkirche nach Plänen von Friedrich Fahro.
10.11.1893 Einweihung der Kirche in einem Festgottesdienst.
1917 Abgabe zweier Glocken, welche durch Ulrich (Laucha) gegossen worden waren, zu Rüstungszwecken.
1922 Guss zweier neuer Glocken durch Schilling&Lattermann aus Eisen.
Nach 1945 stete Verschlechterung des baulichen Zustandes, da die Johanneskirche zu DDR-Zeiten keine Förderung erhielt und aus dem Förderungsplan der Kirche gestrichen wurde.
24.12.1977 letzter Gottesdienst in der Kirche – Dach und Heizung waren bereits schwer beschädigt.
Nach 1977 Nutzung der Kirche als Lager. Dadurch Schäden am Innenraum – Vandalismus an den wertvollen Fenstern des Altarraumes, welche zu 70 Prozent zerstört wurden, weiterhin Vandalismus an der Orgel, Brandlegung an selbiger, etc.
1991 Beginn der Sanierungsarbeiten mit der Instandsetzung des Kirchturms samt Uhr und Glockenanlage, die Sanierung selbiger besorgte Laszlo Szabo (Atern).
1993 Sanierung des Kirchendaches und Neueindeckung – erste Öffnung der Kirche seit 1977. Feier mit einer Andacht.
1998 Beschluss zur vollständigen Sanierung der Kirche.
2000 Aufnahme erster Gottesdienste in der Kirche.
2002 Abschluss des ersten Sanierungsabschnittes. Große Teile der Außenmauern und der Putz des Inneren wurden wieder hergerichtet.
2004 -2011 weitere Sanierungsarbeiten an Turm, Chorfenster, Innenausstattung, Dach etc., sodass seit 2011 der Baukörper vollständig gesichert ist.

Die Johanneskirche in Halle ist der erste verwirklichte Sakralbau des Architekten Friedrich Fahro und als solcher sehr wirkungsvoll. Das Gotteshaus liegt eingebettet in die kreisförmige Umbauung des Johannesplatzes, dessen Zentrum die Kirche bildet und dessen Gestalt an die Form eines Fisches erinnert. Das Bauwerk als solches ist als dreischiffige Hallenkirche in neogotischem Stil mit polygonalem Ostchor in 5/8-Form und eingezogenem Turm. Die Mauern sind aus roten Ziegelsteinen erbaut – Formklinkersteine, Gesimse und Strebepfeiler gliedern das Äußere. Die Kirchenfenster sind zweiteilig als Biforien mit darüber liegenden Rundbogenfenstern gefertigt.
Der Chor und die Sakristeien sind jeweils polygonal in fünf Achteln eines Oktogons (also im 5/8-Abschluss) ausgeführt. Der schlanke 61m hohe Turm ist auf quadratischem Grundriss erbaut und mündet oben in einen achteckigen Spitzhelm. Links und rechts sind zwei Treppentürmchen mit eigenen Zugängen angefügt. Über dem Turmportal befindet sich ein in einen Spitzgiebel eingelassener Rundbogen, in welchem sich (einem Tympanon gleich) ein Mosaik mit floraler Ornamentik und ein Kreuz mit Christusmonogramm umspielend befindet. Darüber ist im Giebel eingelassen ein weiteres, kreisrundes Mosaik mit einer Darstellung des Patrons der Kirche, über diesem liegt ein Achtpassfenster.
Davor auf dem Giebel ist ein verziertes Kreuz angebracht. Die Schallfenster des Turmes sind als Biforien mit darüber liegenden Achtpaßfenstern ausgeführt. Der Innenraum des dreischiffigen Bauwerkes ist hallenartig und durch das breite Hauptschiff in Verbindung mit den schmalen Seitenschiffen sehr licht und weit, wozu auch die Höhe von immerhin 16 Metern unter dem Gewölbescheitel beiträgt. Das Innere wird von einem rundbogigen Kreuzrippengewölbe, dessen Joche durch Gurtbögen aus roten Ziegeln gegliedert sind, überspannt. Die tragenden Säulen des Gewölbes sind ebenfalls durch Klinkersteine akzentuiert und besitzen auf Gesimsen ruhende, mehrfach abgestufte Pilaster. Der Chorraum besitzt ein tonnenartiges Gewölbe, dessen einzelne Bögen durch Klinkersteine hervorgehoben sind – der Chorbogen ist ebenfalls akzentuiert. Bemerkenswert sind die in Hannover geschaffenen, später liebevoll rekonstruierten zweibahnigen Buntglasfenster im Chor, deren runde Oberfenster mit Buntglasmaßwerk verziert sind. Die beiden äußersten Fenster sind mit geometrischen Formen versehen. Nach innen gehend finden sich dann Darstellungen der vier Evangelisten mit ihren symbolischen Gestalten – das zentrale Fenster zeigt die Ausgießung des heiligen Geistes, darüber Christus mit der Bibel.
Alle Fenster sind durch Rundbögen aus Klinkersteinen umrahmt. Unter diesen Fenstern ist ein gemaltes Zierband sichtbar, auf dem (umrahmt von floraler Ornamentik) die Büsten von biblischen Propheten nebst einem Spruchband und Bibelspruch darunter dargestellt sind. Diese Propheten sind im Uhrzeigersinn: Jesaia, Jeremia, Hesekiel und Daniel – im Zentrum hinter
dem Altar Johannes. Der Altar selbst besitzt einen auf vier reich verzierten Säulen ruhenden Tisch. Unter der Platte leicht zurückgesetzt ist, flankiert von zwei Vierpässen, das Christusmonogramm als Fundament des Altars zu sehen. Der Altar selbst ist aus Holz gefertigt und nimmt die gotische Formensprache des Gotteshauses in niedriger Form wieder auf. Ein großer Mittelgiebel mit Spitzbogen und Spitzgiebel wird von zwei kleineren flankiert, die in Zierfeldern geometrische Muster sowie eine Kornähre und ein Ölblatt zeigen. Filialen und Türmchen mit Kreuzblumen sind überall am Altar angebracht. Im Zentrum befindet sich eine große Rosette mit verblichenem Strahlenkranz, daneben zwei kleine runde Zierfelder mit geometrischem Schmuck. In der Mitte thront das Schriftband: Ich bin das Brod (sic!) des Lebens. Joh:6 V.31. Der Altar wird in der Mitte bekrönt von einem Kruzifix. Die Ausstrahlung dieses schlichten Retabels zeigt eindrücklich das Verständnis einer protestantischen Predigtkirche mit Konzentration auf das Wort Gottes. Die Kanzel auf der Südseite des Chorraumes, welcher auf drei Stufen erhöht angeordnet ist, zeigt auf schlankem Fuß mit reich neogotischer Zier am polygonalen Kanzelkorb neogotische Zierfelder mit goldener geometrischer Zier. Der flache Schalldeckel ist reich mit Filialen verziert. Im Zentrum befindet sich ein himmelstrebender Achteckhelm mit Kreuzblume. Die Empore umfasst hufeisenförmig den Raum und unterstreicht die dreischiffige Wirkung des Gotteshauses. Der Raumeindruck ist durch die hohen Fenster überaus hell, bunt, strahlend, durch die Farben weiß und rot freundlich und warm und durch die dunkle Holzausstattung akzentuiert, welche sich ideal in den Raum einfügt und in der Dreifaltigkeit aus Altar – Kanzel – Orgel eine bemerkenswerte Einheit bildet. Wie wunderbar ist
es, dass dieser aussagekräftig schöne und weite Raum für zukünftige Zeiten gesichert und erhalten ist. Wie viel Dank gebührt den treibenden Kräften dieses Unterfangens! Nun fehlt nur noch eines – adäquate Musik…

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter, Sichtung vor Ort
Kirchengeschichte: Beitrag auf dem Webauftritt der Gemeinde
Glockenvideo von Johannes Richter auf dem Youtube-Kanal JRorgel

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