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Orgel: Halle (Saale) / Lutherplatz – Franziskanerkirche Zur Heiligsten Dreieinigkeit

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Gebäude oder Kirche

Franziskanerkirche Zur Heiligsten Dreieinigkeit

Konfession

Katholisch

Ort

Halle (Saale) / Lutherviertel

Postleitzahl

06110

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Johannes Richter: Orgelvorstellung 16 KOMPAKT – Halle/Saale, Kath. Franziskanerkirche Zur Heiligsten Dreieinigkeit

 

Halle (Saale)/Lutherviertel (D-ST) – Franziskanerkirche Zur Hl. Dreieinigkeit – Vollgeläut

 

Johannes Richter spielt Moritz Brosig (1815 – 1887) – Choralvorspiel „O Haupt voll Blut und Wunden“ Op.8b/18

 

Johannes Richter spielt Moritz Brosig (1815 – 1887) – Präludium D-Dur (Andantino) Op.61/5

 

Johannes Richter spielt Moritz Brosig (1815 – 1887) – Präludium d-Moll (Moderato) Op.52/4

 

Johannes Richter spielt Max Drischner (1891 – 1971) – Choralvorspiel „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ (1934)



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1933 Neubau durch Fa. Rieger/Jägerndorf als zweimanualiges pneumatisches Instrument.
Nach 1945 mehrmalige Umdisponierung.
1965 Umbau zu elektrischer Traktur, neuer Spieltisch und Erweiterung auf III/27 + 2 durch Fa. Kühn/Merseburg: Spieltisch, Hauptwerk und Pedal stehen im Hauptgehäuse hinten auf der Empore, das Schwellwerk steht von vorne gesehen im linken Pfeiler, das Positiv im Rechten.
1999 Orgelreparatur (eher provisorisch), gestiftet von Günter Krause – dies vermerkt eine Plakette am Hauptgehäuse.
Nach 2005 Mängel an der Windversorgung und der Elektrik.
2010 Beginn der Restaurierung durch Vogtländischer Orgelbau Th.Wolf, dabei Dispositionsänderung, Umintonation, Austausch und Rücken von Registern, Einbau gebrauchter Pfeifen III/27 + 2.

Die Rieger-Kühn-Orgel der Franziskanerkirche Zur Heiligsten Dreieinigkeit, im Volksmund auch oft schlicht „Dreieinigkeit“ genannt, ist mit ihren drei Manualen und 29 Registern nicht nur eines der großen Instrumente der Saalestadt, sondern in ihrer Anlage als „Raumorgel“, die etwa 180 Grad des Raumes mit Klang umfassen kann, nicht nur in Halle, sondern auch in der Region weit und breit einzigartig. Hinten auf der Nordempore befindet sich ein schlichtes, in den Grundzügen geradliniges Gehäuse, welches durch drei vorspringende Türme geprägt wird. Diese werden durch je zwei kleine Flachfelder verbunden. An den Seiten, nach hinten abgeschrägt, befindet sich je ein weiteres kleines Flachfeld, welches den Eindruck vermittelt, dass die Pfeifenreihen direkt aus der Wand zu entspringen scheinen. Trotz der an sich durch rechteckige Formen geprägten Ansicht des Prospektes erhält dieser durch die auf- und absteigenden Labien- und Mündungsverläufe der Zinkpfeifen eine geschwungene, durch Leichtigkeit geprägte Dynamik. In diesem flachen Hauptgehäuse – eine separate Orgelkammer gibt es nicht – befinden sich das Pedal und das Hauptwerk. Die zwei anderen Manualwerke – Positiv und Schwellwerk – befinden sich in zwei Pfeilerkammern, ca. 8 Meter vor der Hauptorgel in den Raum hinein gebaut. Auch diese Pfeilerkammern haben einen sechseckigen Grundriss. Vom Altar aus gesehen links steht das Schwellwerk, rechts die kleine Lade des Positives. Je zwei große, rechteckige Öffnungen in Richtung Altar und Kirchenschiff (nicht aber zur Hauptorgel) durchbrechen die Wände der Pfeilerkammern und sind mit dunklem, kupferfarbenem Gitterwerk verblendet. Davor sind geheimnisvoll glänzend stumme Kupferpfeifen als Freipfeifenprospekt angebracht, die in Verbindung mit dem dunklen Gitterwerk als Akzent in der sonst sehr hellen Kirche gut wirken und der Orgel eine raumergreifende Präsenz verleihen. Der Spieltisch befindet sich hinten frei beweglich auf der Nordempore – er zeigt sich als Standard-Serienspieltisch der 60er Jahre, wie auch Sauer, Walcker und andere Firmen ihn hundertfach verwendeten.
Die Orgel zeigt sich klanglich heute in einem orgelbewegten, aber nicht übertrieben spitzen Klanggewand, welches vor allem der bedachten und gut gelungenen Sanierung durch Vogtländischer Orgelbau Thomas Wolf zu verdanken ist, der hier in diesem schwierigen Raum an dieser Orgel mit den schlecht zugänglichen Pfeilerwerken außergewöhnliches leistete.
Das Hauptwerk zeigt sich als das klangliche Rückgrat der Orgel mit den Principalstimmen zu 8, 4 und 2 Fuß von sehr singend-heller, aber durchaus auch gewichtig massiger Intonation.
Die Oktaven 4 und 2 Fuß sind dabei deutlich heller und strahlender als der Principal 8′, mischen sich mit diesem aber sehr gut und angenehm zu einer perfekten Pyramide. Eine 4fache Mixtur bietet goldenen, von leichten Silbersträhnen durchzogenen Glanz als edles Plenum. Ein fülliger, recht starker, leicht quintierender Bordun 16′ gibt ein herrliches Fundament. Zwei massige, romantische Grundstimmen als offene, starke solistische und perlende Flöte und stark schneidende, sehr melancholische und hervortretende Gamba rücken das Hauptwerk in die Nähe einer romantischen Orgel und geben ein breites Fundament. Die Gambe offenbart besonders in der Tenorlage ihre Qualitäten, indem sie hervortritt, ohne zu dominieren und dabei fast den Klang einer durchschlagenden Zunge aufweist – ein wirklich gelungenes und herrliches Register!
Das Schwellwerk wird durch zwei Grundstimmen als weiches Gedackt von eher dunklem Klang und als zart streichendes, etwas dumpfes Gemshorn als Principalsubstitut grundiert. Darauf bauen sich ein schlanker, weicher, heller Flötenprincipal 4′ sowie eine mischfähige, weich ansprechende Blockflöte 4′ auf, die durch eine hell leuchtende Waldflöte 2′ , eine herbe, principalische Quinte 2 2/3′, eine markant färbende Terz 1 3/5′ von eher flötigem Klang sowie eine helle, aber gut mischende Cymbel 3fach zu einer Klangpyramide vervollständigt werden. Alle Register mischen sich sehr gut miteinander, bilden eine schöne Pyramide und geben viele klangliche Varianten. Eine markant-dunkle, etwas schmetternde und sehr weiche Oboe 8′, die im Klang sich eher englisch inspiriert, nahezu Tuba-artig zeigt, gibt dem Werk weitere Kraft und Präsenz im Raum, die durch den wirkungsvollen Schweller abgestuft werden kann. Im Tutti kann dieses Schwellwerk gut auch für englische Romantik oder französische Orgelmusik eingesetzt werden. Als Gegensatz zur hier ausklingenden Romantik zeigt sich das Positiv auf der gegenüberliegenden Pfeilerseite nicht nur als räumlicher, sondern auch als klanglicher Gegensatz. Eine stille, etwas hohle Rohrflöte bildet hier die Basis, die durch ein spritzig leichtfüßig-perlendes Kleingedackt 4′, ein weich-leuchtendes, nicht spitzes Nachthorn 2′ und eine sehr hell glitzernde, aber nicht übermäßig schrill-dominante Sifflöte 1′ erweitert wird. Ein schnarrendes, recht kraftvolles Krummhorn 8′ kann als Soloregister oder als vollgriffige Fanfare eingesetzt werden und bietet damit klanglich einen herben Kontrast zum eher weichen Schwellwerk, räumlich wie klanglich. Der Gesamtklang des Positives ist recht hell und spitz, silbrig glänzend, aber nicht zu hart oder aufdringlich.
Das Pedal ist in Groß- und Kleinpedal geteilt, wobei die Teilung sich nicht gleich erschließt – das Großpedal beherbergt die tiefen Stimmen und eine leise Cantus-Firmus-Stimme, während das Kleinpedal eher solistische Register beinhaltet. Bordunbass 16′ als leicht quintierende Transmission aus dem HW und Subbass 16′ bilden zusammen ein starkes und gut tragendes Fundament, welches durch den ebenfalls transmittierten Principalbass 8′ als zeichnende Stimme sowie das Gedackt 8′ als leises, eher dunkles Begleitregister verstärkt und differenziert wird. Eine stille, leise, aber helle Flöte 4′ ist als leises Cantus-Firmus-Stimme gut geeignet, ebenso die Weitpfeife 2′ mit ihrem leuchtend weichen Klange. Markante Kraft bekommt das Pedal durch die durchdringend starke Trompete 8′. Eine tiefliegende Pedalmixtur aus 4 Aliquotreihen lässt moderne Orgelmusik mit eher ungewöhnlichen Stimmen ebenso Wirklichkeit werden wie ein kraftvolles Bassfundament, da diese durch Bornefeld inspirierte Mixtur wie eine dezente Pedalzunge in der 16′-Lage wirkt, wenn sie mit den anderen großen Bässen zusammen gespielt wird. Der Klang des Werkes ist vielfältig und farbig, die einzelnen Register sind charakterlich sehr eigen intoniert, mischen sich aber untereinander sehr gut. Hervorzuheben sind vor allem die Mischung aller Grundstimmen samt der Oboe 8′ mit dem Großpedal, die die Kirche warm und edel erfüllt, sowie die Soli der Gambe 8′ und Flöte 8′ im Hauptwerk, die die einst verlorene Romantik hier Wirklichkeit werden lassen. Auch interessante räumliche Effekte bieten sich an und sind im Raum gut wahrnehmbar. Der Gesamtklang des Werkes ist hell und glitzernd, aber nicht fundamentlos, dafür trotz allem recht gravitätisch und sehr farbig. Einzig eine 16′-Zunge wäre dem Werk sehr zu wünschen, da sie die Gravität nochmals sehr steigern würde.
Der Zustand der Orgel ist zum Zeitpunkt der Besichtigung gut gewesen, lediglich der Tremulant war außer Funktion. Die restliche technische Anlage funktioniert ohne Probleme, auch die freien Kombinationen lassen sich gut nutzen und erhöhen die Möglichkeiten der Orgel. Vor allem gilt hier Th. Wolf und der Firma Vogtländischer Orgelbau ein großer Dank und noch größere Anerkennung für diese Leistung, durch behutsame Umintonation und Umstellung von Registern den Charakter der Orgel zu wahren, aber zugleich die Farbigkeit und die Gravität zu erhöhen und so die Orgel vielseitig und edel zu machen, mit charaktervoller Intonation und starkem, raumfüllenden, aber nicht drückenden Klang. Die Rieger-Kühn-Orgel ist wahrhaft eines der interessantesten und vielleicht das bemerkenswerteste Werk der Stadt Halle. Von seiner klanglichen Vielfalt möge sich der Betrachter und Leser in den Hörbeispielen überzeugen.

Disposition

Manual I – Hauptwerk C – g“‘ (Nordempore)

Bordun 16′

Prinzipal 8′

Hohlflöte 8′

Gambe 8′

Oktave 4′

Oktave 2′

Mixtur 4fach (1 1/3′)

Manual II – Schwellwerk C – g“‘ (Pfeilerwerk links)

Liebl. Gedackt 8′

Gemshorn 8′

Flöten=prinzipal 4′

Blockflöte 4′

Quinte 2 2/3′

Waldflöte 2′

Terz 1 3/5′

Zymbel 3 fach (1′)

Oboe 8′

Manual III – Positiv C – g“‘ (Pfeilerwerk rechts)

Rohrflöte 8′

Klein=gedackt 4′

Nachthorn 2′

Sifflöte 1′

Krumm=horn 8′

Pedalwerk C – f‘ (Nordempore)

Großpedal

Subbass 16′

Bordun=bass 16′ (Tr.I)

Oktavbass 8′ (Tr.I)

Bassflöte 4′

Kleinpedal

Gedackt-baß 8′

Weitpfeife 2′

Bassali=quote 4 fach (5 1/3′)

Trompeten-baß 8′

 

Spielhilfen

Als Registerschalter links: II-I, III-I, III-II
Als Registerschalter rechts: I-Ped., II-Ped., III-Ped.
Als Druckknöpfe zum Einrasten in der Vorsatzleiste unter Manual I, von links: Tutti, Fr. Komb. 1, Fr. Komb. 2, Ausl., Rohr-werke ab, Tremolo ein [Tremulant II]
Über dem Pedal mittig: Schweller [Balanciertritt für Jalousieschweller Manual II, elektrisch]
Über den Registerschaltern in zwei Reihen als Kippschalter: Fr. Komb. 1, Fr. Komb. 2
Rechts neben Manual III: Voltmeter für Trakturspannung

Gebäude oder Kirchengeschichte

1923/24 Planung und Bau von Klausur- und Konventsgebäuden im Neobarocken Stil, auch eine neobarocke Kirche war geplant.
1928 Verwerfung der ursprünglichen Ideen der neobarocken Kirche, stattdessen Planungen für ein Gotteshaus im Stil des Dessauer Bauhauses.
1929/30 Bau der an die Konventsgebäude angeschlossenen Kirche auf dreiseitigem Grundriss nach Plänen von W. Ulrich – der Altar steht im Süden, die Orgelempore ist im Norden.
14.Mai 1929 Genehmigung des Bauplanes.
1929 Grundsteinlegung, der Grundstein wurde später in die Altarwand unter das Kreuz eingemauert.
1930 Fertigstellung und Einweihung der Kirche.
1942 Abgabe zweier Glocken.
Nach 1950 Guss zweier neuer Eisenglocken durch Schilling&Lattermann, diese hängen zusammen mit der alten Bronzeglocke an geraden Jochen, Nominalfolge: a‘-c‘-d“
Um 1960 Umgestaltung des Inneren unter Rudolf Brückner-Fuhlrott, u.a. entstanden hier das 3,5m hohe Kruzifix im Altarraum, Figuren von Maria und Joseph, Vermauerung der Seitenapsiden.
1961/62 Einbau gemalter Kreuzwegtafeln und einer Orgamentverglasung für die Fenster.
Nach 1965 Einbau eines neuen Ambos und eines neuen Tabernakels, der alte Tabernakel steht in der Sakristei, er war der Farbgebung der Kirche angepasst.
2010 Sanierung der Kirche unter Beibehaltung des gewachsenen Bestandes, der Taufstein wurde in den Altarraum verlegt.

Die Franziskanerkirche „Zur Heiligsten Dreieinigkeit“, erbaut 1929-30 unter Leitung des Architekten W. Ulrich ist wohl das markanteste Kirchengebäude der Stadt Halle und einer
der wenigen wirklich originellen Kirchbauten der Zwischenkriegszeit. Die Konvents- und Klausurgebäude sind noch im neobarocken Stil gehalten, die direkt daran angeschlossene Kirche ist als starker Kontrast dazu als geradliniger Bau im Stile des Dessauer Bauhauses bzw. der Neuen Sachlichkeit gehalten. Die Kirche ist, passend zum Patrozinium der Dreieinigkeit, auf dem Grundriss eines Dreiecks mit gekappten Ecken errichtet, sodass sie Drei- und Sechseck in sich vereint. Alle Ecken des Baus liegen, mit einem gedachten Zirkel verbunden, auf einer Kreisbahn, sodass das Bauwerk zugleich die Dreieinigkeit und die Unendlichkeit Gottes in sich vereint. Der Glockenturm ist als großer Dachreiter mit breitem Lichtgaden in selbiger Form eines Dreiecks mit gekappten Ecken um 90 Grad gedreht auf den Unterbau zentral aufgesetzt, das Dach mit den Schallfenstern der Glockenstube ist mit Kupfer gedeckt, von dreieckiger Form und gleichfalls wieder um 90 Grad gedreht aufgesetzt – die steingewordene Form der Dreieinigkeit spiegelt sich also nach oben hin verjüngt von der Erde bis zum himmelstrebenden Goldkreuz auf dem Glockenturm wider. Von außen ist der Bau mit seiner gelben Farbgebung sehr schlicht – hohe Rechteckfenster lassen zusammen mit dem Obergaden Licht ins Innere fallen. Bemerkenswert dabei ist, dass die Kirche nicht geostet ist – der Altar steht im Süden, die Orgel im Norden. Der Betrachter betritt die Kirche wahlweise von der Nordfront aus, oder durch zwei zweiflüglige Holzportale auf der Ost- bzw. Westseite der Kirche. Das Innere ist sehr hell und weit, äußerst schlicht gehalten. Durch den Lichtgaden im Dachreiter, der sich durch eine Dreiecksform mit umlaufender Empore (deren Ecken gerundet sind) in den Innenraum öffnet, fällt viel Licht in den Innenraum. Die Farben blau, pastellrosa und weißgelb dominieren dabei den Innenraum und könnten auch als Symbolik für die Dreieinigkeit herangezogen werden – blau für die Unendlichkeit Gott Vaters, weiß-gelb in den Wänden und Gold an den Altarsäulen als Sinnbild für die Herrlichkeit des Heiligen Geistes und das Pastellrosa als Symbol für das verblichene Blut von Gott Mensch, also Jesus Christus. Inwieweit diese Deutung Wirklichkeit ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Der Altarraum ist als sechseckige Raumwabe angefügt und wird indirekt sehr wirkungsvoll durch ein Fensterband beleuchtet, welches von der Kirche aus nicht sichtbar ist. Die Altarwand ist dabei blutrot gehalten und symbolisiert damit in Verbindung mit dem expressionistischen Kruzifix, welches hart leidende Gesichtszüge des Christus zeigt, das Blut des Erlösers. Am Fuße des Kruzifix ist der Grundstein mit der Jahreszahl eingelassen. Der Baldachin über dem Altar in sechseckiger Form ruht auf wiederum sechseckigen Säulen, die durch ihre goldene Farbe die Heiligkeit des Altarraumes unterstreichen. Der Altartisch ist als schlichter Blockaltar ausgeführt. Der Tabernakel ruht auf einer hellen sechseckigen Säule und ist mit Kupferfarben und Regenbogenelementen verziert. Einzelne Dreiecke, die wiederum ein größeres Dreieck bilden, nehmen die Form der Kirche auf – dem Kirchenraum zugewandt ist das Auge Gottes zu sehen. Der Ambo ist gleichfalls sehr schlicht gehalten. Das runde, schlichte Taufbecken von gestreckter Form besitzt einen dunklen Deckel aus Metall, der mit einem Fisch als Griff verziert ist. Links und rechts des Altarraumes befanden sich einst zwei halbrunde Seitenapsiden, die heute vermauert sind. Stattdessen stehen an diesen Wänden zwei Figuren von Maria mit dem Christuskind und Joseph mit dem Zimmermannsbeil, beide aus Holz geschnitzt und von sehr fließend lebendiger Formensprache. Die Orgelempore im Norden nimmt in ihrer gitterartig verzierten Brüstung das Rot des Altarraumes und in den senkrechten Querstreben das weiß-gelb des Raumes wieder auf und schafft somit eine vereinheitlichende Verbindung aus Musik und Wort. Die Buntglasfenster, je drei in den Wänden um die Orgel herum, nehmen die Farben des Kirchenraumes mosaikartig auf und sorgen für ein interessantes, warmes Farbenspiel. Der Raum mit seiner versteinlichten Symbolik der Dreieinigkeit ist hell und weit und darf zu den bemerkenswertesten Kirchen der Region zählen. Die Konsequenz der dreieinigen Darstellung von Bau, Wort und Musik ist beeindruckend, ist doch auch die Orgel auf drei Standorte aufgeteilt. Die Kirche Zur Heiligsten Dreieinigkeit führt den Betrachter von außen und von innen hin zur Dreieinigkeit und zeichnet sich zudem durch eine hervorragende Akustik für Musik und Wort aus.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter, Sichtung 01.04.2020
Orgelgeschichte: Johannes Richter, eigene Sichtung, ergänzt durch Informationen in einem Beitrag der Seite „Straße der Moderne“, Abruf 30.12.2021,
sowie Informationen von Orgelbau Th. Wolf
Kirchengeschichte: Beitrag auf der Seite der Pfarrei St. Franziskus sowie Beitrag auf der Seite „Straße der Moderne“, beide abgerufen am 30.12.2021
Historische Fotos: Aushänge in der Kirche

Videos von Johannes Richter auf dem Youtube-Kanal JRorgel

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