FACEBOOK   INSTAGRAM   YOUTUBE

Orgel: Halle (Saale) / Giebichenstein (Mühlwegviertel) – Anstaltskirche der Diakonie

ACHTUNG: Liebe Besucher/innen, wir bitten Sie keine Inhalte wie Texte und Bilder vom Orgel-Verzeichnis auf andere Seiten/Medien zu übertragen (Datenschutz).

Für Anfragen kontaktieren Sie bitte das Orgel-Verzeichnis über das Kontaktformular.

Gebäude oder Kirche

Anstaltskirche St. Martin der Diakonie

Konfession

Evangelisch

Ort

Halle (Saale) / Giebichenstein

Postleitzahl

06114

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Johannes Richter: Orgelvorstellung 8 KOMPAKT – Halle (Saale) – Anstaltskirche St.Martin der Diakonie

 

Johannes Richter spielt Flor Peeters (1903 – 1986) – Choralvorspiel “O Gott, du frommer Gott” Op.68/2

 

Johannes Richter spielt Max Drischner (1891 – 1971) – Choralvorspiel “Du großer Schmerzensmann” (1952)

 

Johannes Richter spielt James Hotchkiss Rogers (1857 – 1940) – Pastorale



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1893 Bau einer Orgel in der neuen Kirche durch Wilhelm Rühlmann (Zörbig) mit 8 Registern auf der Empore hinter dem Altar. Dieses Instrument erwies sich bald als zu klein, die Schwestern sammelten für eine deutlich größere Orgel.

Derzeitige Orgel

1908 Neubau einer pneumatischen Kegelladenorgel mit seitlich fest angebautem Spieltisch als Opus 303 durch Wilhelm Rühlmann auf der Ostempore (!) hinter einen neogotischen Prospekt mit II/20 – der Verbleib der Vorgängerorgel ist bis dato unbekannt.
1917 Abgabe der Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken.
1919 Einbau neuer Prospektpfeifen aus aluminiertem Zink durch die Erbauerwerkstatt.
Später gab es Neubaupläne, die aber (glücklicherweise!) an finanziellen Gegebenheiten scheiterten.
1994 erfolgte nach deutlicher Verschlechterung des Zustandes eine Sanierung und Überholung durch Orgelbauer Jörg Dutzschke (Dambeck), dabei wurden u.a. die Becher der Oboe 8′ rekonstruiert, welche verloren gegangen waren. Des Weiteren wurde ein Tremulant und eine zweifache pneumatische freie Kombination eingebaut (da die Orgel keine freie Kombination besaß), deren Stand durch die kleinen Nummernplaketten über den Registerzügen angezeigt wird. Zwei Registrierungen können (ohne großen Eingriff in den Spieltisch)
gespeichert und abgerufen werden, die Ein/Ausschalter dafür wurden im Rühlmannschen Stil als Collectivdrücker angelegt.

 

Die Rühlmann-Orgel Opus 303 in der Diakoniewerkskirche St. Martin ist ein in Halle herausragendes Denkmal der Orgelbaukunst. Sie ist die einzige Rühlmann-Orgel der Stadt, welche (bis auf die Becher der Oboe) unverändert erhalten geblieben ist. Sie zeigt in ihrer Disponierung eine optimale Anpassung an den durch viel Holz dominierten Innenraum mit seiner weichen und nachhallarmen Akustik – viele Grundstimmen, massives, gravitätisches Pedalwerk als Fundament – auch dort abgestuft bis hin zu einem leisen Streicher 16′. Dies zeigt, dass Rühlmann keineswegs “schematisch” disponiert und gedacht hat, sondern sich auf den Raum einlies. Die vielen Grundstimmen – fein schattiert, niemals grob und
voller edler Erhabenheit – erlauben es dem Instrument im Raum eine durchaus große Gravität zu erreichen, die den Gemeindegesang vollumfänglich stützen kann. Von großer Wirkung ist auch das Schwellwerk (Jalousieschweller, quasi Oberwerk), welches ebenfalls reiche Grundstimmen und sogar einen 16′ besitzt – dazu die Zungenstimme, welche das Grundstimmenfundament nochmals stärkt. Dennoch sind auch strahlende Plena möglich. Durch den genial konstruierten 2fachen Setzer in Verbindung mit den festen Kombinationen ist das Spiel auf dieser Orgel sehr vielfältig und farbenreich möglich, sowohl für romantische, aber auch für ältere Musik – wie wunderbar, dass dieses Instrument so gut erhalten ist! Die Klangbeispiele des Autors mögen dabei für sich sprechen.

Disposition

I – Hauptwerk C – f”’

Bordun 16′

Principal 8′

Gedackt 8′

Flauto amab. 8′

Gamba 8′

Octave 4′

Flauto harm. 4′

Mixtur 2-3fach

II – Schwellwerk C – f”’

Gedackt 16′ (ab c°)

Geigenprincipal 8′

Lieblich Gedackt 8′

Aeoline 8′

Voix céleste 8′ (ab c°)

Salicet 4′

Oboe 8′ (durchschlagend)

Pedal C – d’

Subbaß 16′

Violon 16′

Harmonikabaß 16′

Principalbaß 8′

Gedacktbaß 8′

 

Spielhilfen

Als Registerschalter, mittig über Manual II:
Manualkoppel [II/I], Pedalkoppel z.M.I, Pedalkoppel z.M.II

Als Registerschalter über Manual II, ganz rechts:

Pianopedal [für II, autom.], Registereinschalt., Tremolo [für II, 1994]

Als Kollektivdrücker in der Vorsatzleiste des I. Manuals, von links nach rechts:
SI, SII (Setzen Komb. I und II), KI, KII (Abrufen Komb.I und II), Auslöser, vier feste Kombinationen (p, mf, f, ff), Zungen (!) an, ab

Über dem Pedal, rechts:
Pantoffeltritt (Balanciertritt) für Schweller II (Jalousieschweller, quasi als Oberwerk)

Über den Registerschaltern der Manuale:

Anzeige für Setzer (eine Reihe nummerierter runder Plättchen, die sich analog zur Setzerkombination hinein und heraus bewegen)

Gebäude oder Kirchengeschichte

1893 Errichtung der Kirche im neogotischen Stil nach Plänen von Friedrich Fahro (Halle/Saale) als Teil des neu errichteten Komplexes des Diakoniewerkes.
Es handelt sich dabei um einen Zentralbau nach den Vorstellungen des Wiesbadener Programms und ist damit nur eine von zwei Kirchen in Mitteldeutschland, die diesem Programm folgten. Besonderheit: Die Kirche steht um 90 Grad gedreht, die Orgel steht im Osten, der Altar im Norden.
In diesem Zustand ist die Kirche samt neogotischer Innenausstattung vollständig (!) original erhalten und saniert – sie wird regelmäßig genutzt.

 

Die Kirche des Diakoniewerkes zeigt sich als Zentralbau im neogotischen Stil aus gelben Klinkersteinen mit roten Applikationen auf kreuzförmigem Grundriss, wobei die Kreuzarme als Konchen gestaltet sind. Über der Vierung sitzt ein Dachreiter, der zwei Glocken trägt. Im Inneren, von einem Kreuzgewölbe mit farblicher Gliederung überspannt, dominiert die neogotische Ausstattung aus dunklem Holz – Emporen umfassen einfach ausgeführt den Raum, lediglich an der Südwand ist die Empore zweigeschossig ausgeführt, dort befindet sich auch ein direkter Zugang von der Empore in die Gebäude der Diakonie. Durch die umlaufenden Emporen (auch hinter dem Altar) werden der neogotische Altartisch und die Kanzel und damit auch das Wort ins Zentrum des Geschehens gerückt – dem Gestus der Predigtkirche entsprechend. Bemerkenswert sind die drei Buntglasfenster hinter dem Altar, die in der Mitte Christus den Auferstandenen und in den Seitenfenstern biblische Szenen zeigen. Das gesamte Innere wirkt durch die dunkle Holzfassung im Kontrast zur hellen Farbgebung der Wände recht ernst, erhaben und andächtig – dezente goldene Verzierungen gliedern das Holz etwas. Der Raum ist von durchaus warmen, aber ernstem Charakter. Seine wahre Größe wird durch das prachtvolle Holzwerk verschleiert – erst von der Empore aus ist die wirkliche Größe der Kirche zu erkennen. Das Gotteshaus ist ein bedeutender Sakralbau der Stadt und allein durch die Einheit der Innenausstattung bemerkenswert!

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter
Kirchengeschichte: Wikipedia mit Informationen aus: Holger Brülls, Thomas Dietsch: Architekturführer Halle an der Saale. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-496-01202-1.
Peggy Grötschel; Matthias Behne: Die Kirchen der Stadt Halle. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2006, ISBN 3-89812-352-9

Internetauftritt der Gemeinde

Orgelvideos von Johannes Richter auf dem Youtube-Kanal JRorgel

PARTNER | IMPRESSUM | Datenschutz | Cookie-Richtlinie (EU) | designed by st-reway.de

You cannot copy content of this page