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Orgel: Halle (Saale) / Altstadt – Marktkirche Unserer Lieben Frau (Schuke-Orgel)

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Gebäude oder Kirche

Marktkirche Unserer Lieben Frau

Konfession

Evangelisch

Ort

Halle (Saale) / Altstadt

Postleitzahl

06108

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Johannes Richter spielt Max Drischner – Choralfantasie “Wachet auf, ruft uns die Stimme”

 

Johannes Richter spielt Max Gulbins – Festfantasie “Tochter Zion”

 

Johannes Richter spielt Emil Weidenhagen – Choralbearbeitung “Macht hoch, die Tür”

 

Glockenvideo auf dem Youtube-Kanal “JRorgel” von Johannes Richter – Marktkirche Halle/Saale – Einzel- und Vollgeläut (Turmaufnhame)



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1514 – 1517 Orgelneubau durch Orgelbauer Hans Beck (Grossenhain), das Werk wird 1530 aus der Marienkirche von Beck ausgebaut und 1539 in der neuen Kirche aufgestellt.
1587 – 1588 Orgelneubau durch Esajas Beck, welcher während der Erbauung verstarb. Vollendung durch den Neffen David Beck (Halberstadt) III/31.
1597 Abbau des 1517 fertiggestellten Werkes und Ersatz durch ein Regal und später durch ein Positiv.
1654 – 1655 Erweiterung der grossen Orgel durch Georg Reichel III/42.
1716 Neubau einer großen Orgel durch Christoph Contius aus Halle (auch Cuntius, Cuntzius) auf der Westempore, deren Prospekt heute noch erhalten ist III/65.
1769 Reparatur.
19. Jahrhundert mehrere Umbauten durch Johann Carl Friedrich Lochmann (Delitzsch), Johann Friedrich Schulze (Paulinzella) und August Ferdinand Wäldner (Halle). Der Registerbestand wird auf 46 Stimmen verringert.
1897 nach mehreren Umbauten der alten Orgel Neubau einer pneumatischen Orgel im Contius-Gehäuse als Opus 187 durch die Werkstatt Wilhelm Rühlmann (Zörbig) mit drei Manualen und 61 Registern – sie sollte das größte Werk sein, was je die Zörbiger Werkstatt verließ.
1912 wurde eine neue Kanzelle durch die Erbauerfirma ins dritte Manual eingebaut, sodass die Rauschquinte in zwei eigenständige Reihen geteilt werden konnte.
Um 1930 und 1959 Umdisponierung im zweiten, dritten Manual und im Pedal – es wurden nur vier Register verändert, der Restbestand blieb unangetastet.
1967 wurde die Orgel und vor allem der Prospekt durch ein geplatztes Heizungsrohr schwer beschädigt. Der Prospekt wurde anschliessend mühevoll rekonstruiert.
1973 Aufstellung einer Interimsorgel der Firma VEB Schuke (Potsdam) II/13.

Derzeitige Hauptorgel

1982 – 1984 Neubau einer Schleifladenorgel mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur und fest eingebautem Spieltisch als Opus 520 durch VEB Alexander Schuke (Potsdam) mit drei Manualen und Pedal und 56 Registern. In die neue Orgel wurde nur ein Register der alten Orgel (heute Offenbass 16′) einbezogen.
2007 technische Reorganisierung, Umintonation, Einbau einer Setzeranlage, Erneuerung des Spieltisches und Einbau einiger neuer Stimmen und Octavkoppeln durch Orgelbau Sauer (Müllrose) – im Wesentlichen blieb die Schuke-Substanz unangetastet.

Disposition

Aktuelle Disposition

I. Hauptwerk C – a”’

Prinzipal 16′

Oktave 8′

Rohrflöte 8′

Dulzflöte 8′

Nasat 5 1/3′

Oktave 4′

Spitzflöte 4′

Quinte 2 2/3′

Oktave 2′

Groß-Mixtur 6f.

Klein-Mixtur 4f.

Trompete 16′

Trompete 8′

II. Schwellwerk C – a”’

Bordun 16′

Holzprinzipal 8′

Spillpfeife 8′

Gambe 8′

Oktave 4′

Nachthorn 4′

Trichterpfeife 4′

Oktave 2′

Waldflöte 2′

Quinte 1 1/3′

Septime 1 1/7′

Mixtur 6f.

Sesquialtera 3f.

Bombarde 16′

Oboe 8′

Schalmei 4′

Tremulant

III. Oberwerk C – a”’

Prinzipal 8′

Gedackt 8′

Quintadena 8′

Oktave 4′

Rohrflöte 4′

Nasat 2 2/3′

Spitzflöte 2′

Terz 1 3/5′

Sifflöte 1′

Scharff 5f.

Dulcian 16′

Trichterregal 8′

Tremulant

Pedal C – f’

Prinzipalbaß 16′

Offenbaß 16′ (Rühlmann ehem. Violon)

Subbaß 16′

Quinte 10 2/3′

Oktave 8′

Baßflöte 8′

Oktave 4′

Rohrpommer 4′

Bauernflöte 2′

Baß-Zinke 3f.

Hintersatz 3f.

Mixtur 5f.

Posaune 16′

Trompete 8′

Clairon 4′

Stimmungsart gleichstufig – 442 Hz bei 18°C

 

Disposition der Rühlmann-Orgel gemäß H.-J. Falkenberg: Zwischen Romantik und Orgelbewegung – Die Rühlmanns (ISBN 3-921848-19-9) – Schreibweisen vom Autor den typischen Rühlmann-Bezeichnungen angepasst)

I. Hauptwerk C – f”’

Principal 16′ (Prospekt)

Bordun 16′

Principal 8′

Gambe 8′

Hohlflöte 8′

Gemshorn 8′

Flûte harmonique 8′

Gedackt 8′

Nassat 5 1/3′

Octave 4′

Rohrflöte 4′

Gemshorn 4′

Quinte 2 2/3′

Octave 2′

Cornett 2-4fach

Mixtur 4-5fach

Trompete 16′

Trompete 8′

II. Oberwerk C – f”’

Fugara 16′

Gedackt 16′

Geigenprincipal 8′ (Prospekt)

Salicional 8′

Rohrflöte 8′

Doppelflöte 8′

Dolce 8′

Principal 4′

Gedackt 4′

Flûte harmonique 4′

Quinte 2 2/3′

Waldflöte 2′

Mixtur 3fach

Clarinette 8′

 

III. Schwellwerk C – f”’

Viola 16′

Liebl. Gedackt 16′

Principal 8′

Flauto traverso 8′

Liebl. Gedackt 8′

Viola d’amour 8′

Vox celestis 8′

Fugara 4′

Flauto dolce 4′

Rauschquinte 2fach 2 2/3’+2′

Harm. aeth. 3fach

Oboe 8′

Pedal C – d’

Untersatz 32′

Principalbaß 16′ (Prospekt)

Violon 16′

Subbaß 16′

Gedacktbaß 16′

Quintbaß 10 2/3′

Principalbaß 8′

Cello 8′

Baßflöte 8′

Dulciana 8′

Quintatön 8′

Octave 4′

Cornett 3fach

Posaune 16′

Fagott 16′

Trompete 8′

 

Spielhilfen

Als Registerzüge links: Pedalkoppel I/P, II/P, III/P, Manualkoppel II/I, III/I, Super II/I, Sub III/I, Sequenzer vor/rückwärts als Knöpfe

Als Registerzüge rechts: Manualkoppel III/II, Super II, Sub III/II, Sub III, Zungeneinzelabsteller und Sequenzer vor/rückwärts als Knöpfe

Setzer mit 4000 Kombinationen in drei (teilweise verschliessbaren) Ebenen samt Sequenzer und USB-Anschluss, in der Vorsatzleiste vom ersten Manual: Setzerkombinationen 0-9, in der Mitte Sequenzer <>, rechts Tutti (T) und Generalabsteller (R)

über dem Pedal links: Fußtritte für Pedalkoppeln III/P, II/P, I/P, Sequenzer rückwärts <, Cresc. an

über dem Pedal rechts: Sequenzer vorwärts >, Normalkoppeln II/I, III/I, III/II

über dem Pedal mittig: Rollschweller (Walze) mit digitaler Anzeige über den Manualen (50 Stufen), Schweller (Balanciertritt)

 

Gebäude oder Kirchengeschichte

Im 13. Jahrhundert standen am Marktplatz bzw. Hallmarkt zwei Kirchen – St. Gertruden (westlich) und St. Marien (östlich).
1507 – 1513 Aufsatz der Turmhelme.
1529 – 1554 Neubau einer spätgotischen Hallenkirche zwischen den Turmpaaren der beiden alten Kirchen. Baumaterial aus den alten Gebäuden wurden dabei weiter verwendet – es handelt sich dabei um die letzte große Kirche der obersächsischen Gotik, welche nach Plänen von Ratsbaumeister Caspar Krafft und Nickel Hoffmann erbaut wurde.
1550 – 1554 Einbau der Emporen.
1551 erhalten die Hausmannstürme welsche Hauben.
1561 – 1595 Entstehung des Eichenholz-Gestühls und des Brautgestühls.
1698 Zufügung eines weiteren Emporengeschosses – im Wesentlichen blieb der Raum unangetastet.
1840 – 1841 Umgestaltung des Altarplatzes durch Karl Friedrich Schinkel (Berlin) und August Stapel (Dresden) – es entsteht ein neues Altarblatt von Julius Hübner (Loschwitz).
1945 schwere Beschädigung der Kirche durch einen Bombentreffer ins Dach und durch Artilleriebeschuss – u.a. Teileinsturz der Decke.
1946 – 1948 Reparatur der Schäden.
1956 Rückführung des Marienretabels von Cranach an die ursprüngliche Position.
1967 beschädigte eine geplatzte Fernwärmeleitung den größten Teil der Innenausstattung schwer und gravierend.
1976 Entstehung eines Kruzifixes aus schwarzem Eisen von Johann-Peter Hinz (Halberstadt).
1968 – 1983 Generalsanierung der Kirche als eines der letzten großen Projekte der DDR auf diesem Gebiet. Dabei wird der Zustand des 16. Jahrhunderts weitestgehend wiederhergestellt.

Die Kirche präsentiert sich heute als heller, weiträumiger, dreischiffiger Hallenbau, der von einem gotischen Netz- und Sterngewölbe überspannt wird. Im Inneren das mit dezentem Maßwerk versehene hohe Spitzbogenfenster. Es finden sich diverse hochrangige Kunstschätze, u.a. der Hochaltar (1539) von Lukas Cranach der Ältere und seinem Schüler Simon Franck, welcher eine Mariendarstellung zeigt. Oberhalb dieses Altars findet sich ein bemerkenswertes, in geschnitztes Holz gefasstes Lünettengemälde (1593), welches Szenen aus der Apostelgeschichte zeigt und 1593 vom Mahler Heinrich Lichtenfels geschaffen wurde. Weiterhin bemerkenswert sind die Kanzel von 1541 von Nickel Hoffmann mit Schalldeckel von 1596 (Schnitzer Heinrich Heidenreitter und Maler Heinrich Lichtenfelser), sowie das aus Bronze gegossene und mit Heiligenfiguren verzierte Taufbecken von 1430 – geschaffen von Ludolf von Braunschweig. Die einheitliche Durchgestaltung des Innenraums lässt die Marktkirche zu einem der bedeutendsten und einheitlichsten Räume der deutschen Spätgotik werden.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter, basierend auf H.-J. Falkenberg: Zwischen Romantik und Orgelbewegung – Die Rühlmanns (ISBN 3-921848-19-9), Orgeln in Sachsen-Anhalt – Ein Reiseführer von Felix Friedrich und Vitus Froesch, Kamprad Verlag 2014, ISBN 978-3-930550-79-1 (Seite 67 – 71)
Kirchengeschichte: Wikipedia basierend u.a. auf
Peggy Grötschel; Matthias Behne: Die Kirchen der Stadt Halle. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2006, ISBN 3-89812-352-9.
Holger Brülls; Thomas Dietsch: Architekturführer Halle an der Saale. Dietrich Reimer, Berlin 2000, ISBN 3-496-01202-1.
Achim Todenhöfer: Steinernes Gotteslob. Die mittelalterlichen Kirchen der Stadt Halle. In: Geschichte der Stadt Halle, Bd. 1, Halle im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2006, ISBN 978-3-89812-512-3, S. 207–226.
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Webauftritt der Marktkirchenmusik

Videos von Johannes Richter auf dem Youtube-Kanal “JRorgel”

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