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Orgel: Halle (Saale) / Altstadt – Gertraudenkapelle

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Gebäude oder Kirche

Gertraudenkapelle

Konfession

Evangelisch

Ort

Halle (Saale) / Altstadt

Postleitzahl

06108

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1890 Neubau einer pneumatischen Kegelladenorgel I/4 mit angehängtem Pedal als Opus 112 durch Wilhelm Rühlmann/Zörbig.
1917 Abgabe der Prospektpfeifen aus Zinn.
Nach 1920 Verhängung des Prospektes mit Tuch.
Nach 1945 mangelnde Pflege der Orgel, Diebstahl von Pfeifen – das Werk wurde unspielbar.
2022 die Orgel ist großteils vorhanden, aber nicht spielbar. Viele Pfeifen fehlen, das Pedal ist verschwunden und das Notenpult liegt im Inneren des Werkes.

Die Orgel in der Gertraudenkapelle in Halle ist das kleinste Werk, das die Zörbiger Firma in die Saalestadt lieferte. Das Werk steht in einer kleinen apsisförmigen Kammer links im Altarraum und verbirgt sich hinter einem geschmackvollen Prospekt, der aus zwei Rundbögen gebildet wird. Der große Bogen der Orgelkammer umschließt den dunklen Holzprospekt, der in dem hellen Raum einen dezenten, aber interessanten Kontrapunkt setzt. Der Spieltisch des Werkes ist frontal angebracht und mit einem Rollverdeck versehen. Neben dem Spieltisch rechts befindet sich eine kleine Tür, durch die (sehr!) schlanke Kalkanten in die Orgelkammer gelangen konnten, um den Balg zu betätigen.
Das Pedal des Spieltisches ist heute verschwunden, das Notenpult liegt im Inneren der Orgel auf dem Balg. Die Orgelkammer ist mit floraler Ornamentik ausgemalt und besitzt einen blauen Himmel in dem überspannenden Tonnengewölbe. Diese Malerei zog sich einst wahrscheinlich durch den ganzen Raum und ist hier quasi „vergessen worden“ als die helle Farbe auf die Wände aufgebracht wurde. Die Orgel besitzt am Spieltisch nur die vier Registerschalter, weitere Spielhilfen sind nicht vorhanden. Im Inneren befindet sich eine chromatische Windlade, die dem Verlauf der Klaviatur folgt. Die Windlade selbst ist als pneumatische Kegellade gebaut – unter der Windlade befindet sich der Magazinbalg mit einem Handschöpfer. Ganz vorne steht der Principal 8′, dessen Metallpfeifen in drei Reihen hintereinander stehen. Dahinter stehen die Pfeifen der Flöte 8′, ganz hinten das Gedackt 8′ und dann das Salicional 4′. In der Rundung hinter der Windlade fand einst der Kalkant Platz, sofern er die körperlichen Voraussetzungen für das Betreten der Orgelkammer erfüllte.
Die Disposition zeigt sich typisch für eine kleine Orgel: Der Principal 8′ bildet die Grundlage des Klanges, er wird durch ein Gedackt 8′ und eine offene Flöte 8′ ergänzt. Ein Salicional 4′ bildet eine zurückhaltende Klangkrone. Die Disposition ist sehr grundtönig – 75% der Register sind Grundstimmen. Der Klang wird also einst sehr warm und massig, aber nicht aufdringlich gewesen sein. Leider ist das Instrument nicht spielbar, diverse Pfeifen sind verschwunden und geplündert – etwa 70% des Bestandes sind aber noch erhalten. Die Orgel ist nicht spielbar, im Inneren auch stark verstaubt, aber nicht von Holzwurm oder Schimmel befallen. Das Notenpult liegt auf dem Balg, das Pedal ist verschwunden. Da die Kapelle heute leider wenig für Gottesdienste benutzt wird, wird für die Musik meist ein E-Piano herangezogen. Es wäre wünschenswert, dass die kleine, aber sicher sehr edle Orgel wieder spielbar und wieder in die Öffentlichkeit gestellt werden würde.

Disposition

Manual C – f“‘

Principal 8′ (C-G# Holz, gedeckt, ab A Metall, offen)

Flöte 8′ (C-F Holz, gedeckt, ab F# Holz, offen)

Gedackt 8′ (C-f“ Holz, gedeckt, ab f#“ Zinn, gedeckt)

Salicional 4′ (durchg. Zinn, offen)

Pedal C – d‘

keine eigenen Register

 

Spielhilfen

keine Spielhilfen vorhanden

Gebäude oder Kirchengeschichte

1887/88 Neubau des Gebäudekomplexes im Innenhof der Pfarrhäuser der Marktkirche Halle. Die Gertraudenkapelle wurde als Traukapelle im Erdgeschoss eingerichtet und ist durch einen hufeisenförmigen Fahrweg durch zwei Tore zu erreichen, sodass früher die Hochzeitskutsche direkt an die Kapelle heran fahren konnte.
Nach 2000 umfassende Sanierung der Gertraudenkapelle.
2022 Nutzung der Kapelle für kleinere Gottesdienste, Tagungen und für Chorproben der Marktkantorei.

Die Gertraudenkapelle befindet sich in einem hellen Klinkerbau, der hinter den Gemeindehäusern der Marktkirche neu erbaut wurde, um die Marienbibliothek die u.a. die größte Gesangbuchsammlung Europas beherbergt aufzunehmen. Die Kapelle im Untergeschoss wurde als Traukirche konzipiert. Durch zwei Toreingänge links und rechts in den umgebenden Häusern kann die Kapelle durch einen gepflasterten Weg erreicht werden – früher konnten die Brautpaare also mit der Kutsche direkt zur Kapelle fahren. Die Fenster sind als große Rundbogenfenster gestaltet. Von außen zeigt sich im Westen eine Apsis mit drei Rundbogenfenstern. Die Kapelle ist in West-Ost-Ausrichtung erbaut, der Altar steht im Westen.
Im Inneren ist die Kapelle hell freundlich und durch die gelb-beige Wandfarbe sehr edel gehalten. Im Zentrum des Blickes befindet sich die Apsis, die durch drei geometrische Buntglasfenster verziert wird. Die Kapelle besitzt eine Flachdecke, deren Stahlträger (damals „State of the Art“!) mit roten Farbelementen verziert sind. Die Apsis besitzt ein Tonnengewölbe, welches blau angestrichen ist und durch aufgemalte Sterne und einen Strahlenkranz den Himmel symbolisiert. Am Bogen zur Apsis befindet sich ein Schlussstein, der mit einem kreuz verziert ist. Links und rechts des auf drei Stufen erhöhten Altarraumes sind zwei Apsiden angebracht, in der einen steht die Orgel. Die Fenster auf der Nordwand sind ebenfalls mit Buntglas verziert. Der Raum ist hell und freundlich und verfügt über eine angenehme, warme und gute Akustik.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter – eigene Sichtung vor Ort 16.01.2022
Kirchengeschichte: Johannes Richter – Sichtung vor Ort 16.01.2022

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