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Orgel: Halle (Saale) / Altstadt – Evang. Hochschule für Kirchenmusik (Foyer/Erdgeschoss)

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Gebäude oder Kirche

Evang. Hochschule für Kirchenmusik (Fyoer)

Konfession

Evangelisch

Ort

Halle (Saale) / Altstadt

Postleitzahl

06108

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

2005 Neubau einer vorderspieligen Schleifladenorgel II/15 durch Henk Klop für die Aula der Hochschule, die Firma baute zusätzlich einen Zimbelstern als Geschenk ein.
Besonderheit des Werkes: Alle Pfeifen bestehen aus Holz.
Frühjahr 2019 Umsetzung der Orgel in das Foyer, dabei Überholung und Nachintonation. Die Arbeiten führte die Firma Voigt Orgelbau (Bad Liebenwerda) aus.

Die Klop-Orgel im Foyer der Hochschule für Kirchenmusik war das erste neu gebaute Werk für das Institut. Bis 2019 war sie in der Aula zu finden, seit Sommer 2019 schmückt das Instrument nun das zur selben Zeit neu gestaltete Foyer im Erdgeschoss der Hochschule. Dort bildet die Schaufront mit ihrer warmen, braun-rötlichen Farbe einen interessanten Kontrapunkt zu den sonst eher kühlen Farben des Raumes.
Das Werk verbirgt sich hinter einer Fassade, die einen scheinbaren Werkaufbau mit bis zum Boden heruntergezogenen, stilisierten Pedaltürmen andeutet – Schleierwerk fehlt jedoch.
Als Bekrönung des Prospektes in der Mitte wirkt der blau-goldene Zimbelstern wie die Krone auf dem Haupte der Königin der Instrumente. Der Spieltisch ist frontal ohne Türen am Gehäuse mit beiderseitigen, symmetrischen Manubrien links und rechts des Klaviaturblockes angebracht. Wie bei den meisten Werken dieses Erbauers bedient sich auch die Orgel im Foyer Elementen des niederländisch-norddeutschen Barockorgelbaues, was sich auch an den Klaviaturen niederschlägt. Diese sind zwar mit modernen Umfängen ausgestattet, mit ihren kurzen, engen Mensuren und den dezent edlen Verzierungen aber eindeutig jenen Instrumenten entlehnt, die unter beispielsweise Arp Schnitger und seiner Schüler entstanden.
Auch das Pedal mit seinen eher antik geformten Obertasten knüpfte bis 2019 daran an, heute ist ein modernes Radialpedal verbaut. Die leicht ungleichstufige Temperierung, lässt alle Tonarten spiel- und hörbar werden. Wenig verwunderlich ist es daher, dass Spielhilfen wie Schweller oder Walze fehlen, auch wenn dies auf den ersten Blick für die damals neueste und größte Hochschulorgel in diesem Hause etwas verwunderlich erscheint.
Wie schon erwähnt, ist die Schaufront mit ihrem dreiteiligen Mittelfeld mit breitem Mittelturm und zwei flankierenden Pedalfeldern vom norddeutschen Werkprospekt beeinflusst. Wie oft bei Klop bestehen die Prospektpfeifen aus Holz – doch nicht nur diese, sondern alle Pfeifen der Orgel sind aus Holz gefertigt. Der Werkaufbau der Schaufront täuscht:
Die Windladen im Inneren sind chromatisch aufgeteilt und stehen hintereinander, ganz hinten steht das Pedal mit den konischen Holzpfeifen des Gemshorn 8′. Klanglich zeigt sich das Werk deutlich barock, alle Register lassen klare, charakteristische, wohldosierte Ansprachegeräusche (manchmal auch „spucken“ genannt) hören, sind aber zugleich sehr transparent. Vor allem der weiche, aber voll singende Principal 8′ nebst den Octaven 4′ und 2′ sei hier genannt. Färbende Aliquoten als Quinte und Terz ersetzen eine gemischte Stimme bzw. Mixtur und geben Kraft und Helligkeit. Eine weiche 8′- und eine hell verspielte 4′-Flöte füllen das erste Manual auf. Das zweite Manual besitzt eine melancholisch weiche, recht grundtönige Quintadena, eine runde, als Begleitregister sehr gut geeignete Flöte, einen kraftvollen Principal 4′ im Mittelfeld des Prospektes, eine perlend-quirlige Rohrflöte, eine weiche, leuchtende 2′-Flöte als Klangkrone und Pendant zum HW und ein schnarrendes, knurriges, mit dem Tremolo sehr lyrisches Regal 8′. Beide Werke sind also in gewisser Weise plenumfähig. Das Pedal besitzt zwei Register für die Stütze (Subbass 16′) und für Zeichnungsfähigkeit (Gemshorn 8′, sehr weich). Der Gesamtklang des Werkes ist angenehm weich, sehr transparent, warm und frei von Härten, edel und voll.
Das Werk spielt sich sehr leichtgängig, für „alte Musik“ sehr gut geeignet, aber auch für Bach’sche Triosonaten sensibel und einfühlsam genug (auch mit der Koppel). Der Zimbelstern kann als freundliche Farbe gebraucht werden. Mit diesem Instrument besitzt die Hochschule ein ideales Werk für das Studium alter, aber auch moderner Musik. Es wird gerne zum Üben und für den Unterricht genutzt.

Disposition

Manual I – Hauptwerk C – g“‘

PRESTANT 8′ (teilw. Prospekt)

ROERFLUIT 8′

OCTAAF 4′

FLUIT 4′

QUINT 2 2/3′

OCTAAF 2′

TERTS 1 3/5′

Manual II – Hinterwerk C – g“‘

HOLTPYP 8′

QUINTADENA 8′

PRESTANT 4′ (teilw. Prospekt)

ROERFLUIT 4′

FLUIT 2′

REGAAL 8′

Pedal C – f‘

SUBBAS 16′

GEMSHOORN 8′

 

Spielhilfen

Als Registerzug rechts: PED +I [Pedalkoppel I/P]
Als Registerzüge links: MAN I+II [Manualkoppel], PED +II [Pedalkoppel II/P], TREMULO, STER [Zimbelstern]
Als Druckknopf rechts unter der Registerstaffelei: Wind [Motorschalter]

Gebäude oder Kirchengeschichte

1926 Gründung der Kirchenmusikschule, damaliger Standort Aschersleben.
1938 Umzug des Institutes in die Räumlichkeiten des Schlesischen Konviktes Halle.
1939 Eröffnung am neuen Standort.
1993 erfolgt die staatliche Anerkennung als Hochschule. Das Institut heißt fortan Evangelische Hochschule für Kirchenmusik.
2001/02 Umzug in das neu errichtete Gebäude im Händelhaus-Karree in der kleinen Ulrichstraße.
2019 Umbaumaßnamen am Foyer – Ausbau zum Andachts- und Unterrichtsraum.

Das Hochschulgebäude zeigt sich als schlichter, geradliniger Bau mit großen Fensterfronten und diversen Räumlichkeiten für Unterricht und Üben mit guter Schallabschottung und Klimatisierung. Das Foyer im Erdgeschoss bildet den Empfangsbereich des Hauses und ist als schlichter, umglaster Raum mit Steinboden erbaut. Über dem Raum bildet ein stilisierter Stern aus LED-Leisten ein interessantes, schlichtes Beleuchtungselement und korrespondiert mit dem Zimbelstern der Orgel. Der Raum ist Hell und freundlich, akustisch tragfähig und bietet mit der Orgel eine gute Repräsentationsfläche der Hochschule.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter, eigene Sichtung vor Ort
Kirchengeschichte: Beitrag auf der Webseite der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik, abgerufen am 10.12.2021

Ein herzlicher Dank sei Rektor Prof. Peter Kopp für die Genehmigung der Vorstellung gesagt!

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