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Orgel: Gröbers / Osmünde – St. Petrus

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Gebäude oder Kirche

St. Petrus

Konfession

Evangelisch

Ort

Gröbers / Osmünde

Postleitzahl

06184

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 

Gröbers/Osmünde (D-ST) – ev. Kirche St.Petrus – Vorstellung der drei Glocken – Kanal JRorgel auf Youtube



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1668 – 1670 erste Erwähnung einer Orgel, ein (unbekannter) Orgelbauer ist mehrfach in der Kirche tätig.
1672 – 1673 weitere Arbeiten durch einen Orgelbauer aus Halle (vermutl. Christian Förner oder Georg Reichel).
1719-1722 Neubau einer Orgel durch David Zuberbier (Köthen) hinter dem heutigen Prospekt mit 19 Registern auf zwei Manualen und Pedal – andere Quellen
vermuten Christoph Contius
1781/82 Reparatur und Stimmung der Orgel durch Johann Friedrich Leberecht Zuberbier
Bis 1797 Pflege durch Sohn und Enkel Zuberbier.
1813 Stimmung durch Joh. Gottfried Kurtze aus Halle.
1819 Revision der Orgel durch Orgelbauer Knoblauch aus Glauchau/Halle, dabei hohe Kosten (260 Reichsthaler) – Umbau wahrscheinlich
1822-36 Orgelrevision in Osmünde durch Friedrich Wilhelm Wäldner
1846 – 1853 Reparatur und Umbau durch Friedrich Wilhelm und August Ferdinand Wäldner aus Halle, dabei u.a. Sanierung der Pedallade.
1884 Gutachten des Organisten Freyer und Orgelbauer A.F.Wäldner, die alte Orgel müsse ersetzt werden – dies geschah nicht.
um 1930 Begutachtung der Orgel durch Hermann Eule/Bautzen
1934 Erneute Planungen zum Ersatz der Orgel – es blieb bei einem Anstrich des Gehäuses.
1940 Auftrag an die Fa. Hammer zur Sanierung trotz Bedenken des Konsistoriums, das die Orgel für wertlos hielt
1942 Neubau unter Verwendung historischer Teile durch Hammer, der Orgel wird danach eine außergewöhnliche Klangqualität bescheinigt.
1980 ist die Orgel kaum noch spielbar und weist schwere Schäden durch Schwammbefall in der Kirche auf.
1986 Verlust der Windanlage durch Einsturz des Turmes, Feststellung des Verlustes der Windladen.
1999 Ausbau des Werkes im Rahmen der Sanierung der Kirche – Einlagerung auf der Empore durch Orgelbauer Hüfken (Halberstadt).
2005 Restaurierung des Prospektes und teilweise Erneuerung der Schnitzereien.
2006 Einbau der Prospektpfeifen nach Aufarbeitung.
2013 – 2018 Reinigung, Aufarbeitung und Restaurierung des Werkes durch Orgelbauer R.Paul (Niederröblingen) und Thomas Schildt (Halle), dabei Bau neuer Windladen sowie Einbau einer “neuen” Balganlage barocker Bauart mit zwei Keilbälgen aus der Kirche in Esperstedt, sowie teilweise Neubau der Traktur II/18.

Der Klang der Orgel in Osmünde lässt sich mit “herb” und “farbig-würzig” wohl am besten beschreiben. Obgleich oft als “Zuberbier-Orgel” beschrieben, geht ein nicht unerheblicher Teil der Substanz auf die Überholung der Firma Hammer aus Hannover zurück. Hinter dem Prospekt ist das Werk teilweise so aufgestellt, wie der Prospekt es vermuten lässt: das Hauptwerk erstreckt sich über die gesamte Breite des Gehäuses, darüber befindet sich das Oberwerk mit teils gekröpften Pfeifen. Das Pedal steht hinter dem Stimmgang rückseitig an der Wand. In Ermangelung eines geeigneten Turmraumes befindet sich die Balganlage, einst aus der Kirche Esperstedt bei Querfurt stammend, neben der Orgel auf der linken Seite – zwei Keilbälge versorgen das Werk mit dem nötigen Wind. Am Spieltisch zeigt sich durch die unbeschrifteten Manubrien, dass die Orgel eventuell einmal größer geplant, aber nie so ausgeführt wurde – eine derart hohe Zahl an Symmetriezügen erscheint dem Verfasser unwahrscheinlich.
Klanglich zeigt sich das Werk als typische Orgel der Barockzeit mit neobarocken, orgelbewegten Einschlägen. Strahlend-glitzernd ist das Plenum des Hauptwerkes, bemerkenswerterweise wird der 2′-Prinzipal durch eine Flöte substituiert und stattdessen in das zweite Manual verlegt. Hier in der Gegend eigentlich keine gängige Praxis – er verstärkt jedoch das klangliche Gewicht des zweiten Manuals und die Flöte lässt das Plenum des HW runder, geschlossener, weicher wirken. Herb, mit deutlicher Ansprache, recht schmal, aber singend klingt der Principal – strahlend dazu die Oktave, klagend-färbend die Quinte, in Bauform einer Rohrflöte ausgeführt. Abgestuft wird das Ganze durch eine scharfe, melancholische Quintadena und eine eher gemshornartige, bewegliche Spitzflöte. Weitere Kraft erhält das Hauptwerk durch die recht obertonreiche, schnarrende, aber prompt ansprechende Trompete, die der klanglichen Charakteristik der Orgelbewegung folgt. Leider findet sich im Hauptwerk somit quasi kein Register in der 8′-Lage, welches eine Solostimme des zweiten Manuales stützen und begleiten könnte – die Quintadena selbst ist eher ein Soloregister und die Spitzflöte wäre tiefer zu oktavieren. Bei einer Begleitung durch den Prinzipal müsste die Solostimme unverhältnismäßig stark werden.
Das zweite Manual übernimmt die Funktion eines klassischen Positivs, ist gegenüber dem HW deutlich zurück gesetzt und in der Aequallage mit zwei farbigen Begleitregistern ausgestattet → einem schmalen, etwas gläsernen Salicional sowie einem runden, still-dumpfen Gedackt 8′, welches aber eine gewisse Beweglichkeit im Tone nicht vermissen lässt. Aufgehellt wird das Ganze durch ein hohles, etwas spitzes Gedackt 4′, angereichert durch den im Vergleich zum Hauptwerk Gewicht bringenden Prinzipal 2′. Eingefärbt wird das Ganze durch einen recht schwachen, aber mischfähigen Terzian 2fach, der wahrscheinlich aus einer Sesquialtera stammt und dem Werk klanglich Cornett-Charakter zu geben vermag. Dass das zweite Manual eine gewisse Grundtönigkeit und “Erdung” vermissen lässt, sollte dem Betrachter von vorn herein klar sein. Das Pedal ist mit vier Registern auf die Grundfunktionen reduziert → neben einem runden, mitwachsenden Subbass 16′ steht ein warmer, etwas quintiger Gedacktpommer 8′, ein Cantus-Firmus-fähiger Choralbass 4′ sowie eine recht schnarrende, nicht unbedingt runde und wenig mischfähige durchdringende Posaune von Hammer von 1942, der die Zungen bei Giesecke fertigen ließ. Trotzdem ist dem Spieler eine Mannigfaltigkeit an Mischungen gegeben. Von grundtönigen Registrierungen über vielfache cantable Solostimmen aller Farbe bis hin zu strahlenden, kraftvollen Plena, was diese Orgel ideal für Werke des (Früh-) Barock, aber auch der Musik um Hugo Distler, Ernst Pepping und Max Drischner macht. Die etwas teigige, schwammige Traktur und einige Unzulänglichkeiten der Registratur (wie einzuhakende Koppeln) sollten vom Spieler dabei berücksichtigt werden, wobei das Vorhandensein einer Pedalkoppel zum II. Manual ein hochzuschätzender Vorteil gegenüber anderen Barockorgeln ist. Trotz der erfolgten Änderungen ist es ein großes Glück dieses Instrument an diesem Ort zu haben. Der Klang der Orgel ist im Raum nie aufdringlich, aber sehr präsent und entfaltet sich durchsichtig. Damit zählt die Orgel in Osmünde zu den wertvollen und herausragenden Orgeln im Saalekreis, die trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer bewegten Geschichte heute wieder auferstanden und nicht hoch genug einzuschätzen sind.

Disposition

Manual I – Hauptwerk C – c”’

BORDUN 16′

PRINZIPAL 8′

QUINTADENA 8′

PRINZIPAL 4′

SPITZFLÖTE 4′

ROHRQUINTE 2 2/3′

NACHTHORN 2′

MIXTUR 3 FACH 1 1/3′

TROMPETE 8′ (Stiefel und Becher Zink, Hammer 1942)

Manual II – Oberwerk C – c”’

GEDACKT 8′

SALIZIONAL 8′

GEDACKT 4′

PRINZIPAL 2′

TERZIAN 2 FACH

 

Pedal C,D – d’

SUBBAß 16′ (Holz)

GEDACKTPOMMER 8′

CHORALBAß 4′

POSAUNE 16′ (Becher und Stiefel Zink, Hammer 1942)

Disposition der Orgel 1884 (laut August Ferdinand Wäldner)

Manual I – Hauptwerk C-c”’

Bordun 16′

Octave 8′

Quintadena 8′

Principal 4′

Flauto amabile 4′

Quinte 3′

Octave 2′

Mixtur 3fach

Trompete 8′

Manual II – Oberwerk C-c”’

Gedackt 8′

Flöte 8′

Gambe 8′

Gedackt 4′

Octave 2′

Pedal C,D-d’

Subbaß 16′

Octavbaß 8′

Gedacktbaß 8′

Posaune 16′

Disposition zur Zeit der Erbauung 1719-22

Manual I – Hauptwerk C,D-c”’

Quintadena 16′

Principal 8′

Quintatön 8′

Prinzipal 4′

Gedackt 4′

Quinta 3′

Octave 2′

Mixtur 3fach

Trompete 8′

Manual II – Oberwerk C,D-c”’

Gedackt 8′

Gedackt 4′

Octave 2′

Sesquialter 2fach

Sifflöte 1′

Pedal C,D-c’

Subbaß 16′

Principalbaß 8′

Octavbaß 4′

Posaune 16′

Spielhilfen

als Registerzug links oben: PEDALK. II [II/P]

als Registerzüge rechts untereinander: PEDALK. I [I/P], MANUALK. II-I

Desweiteren sind auf der rechten Seite zwei leere, unbeschriftete Manubrien vorhanden, auf der linken Seite scheint (basierend auf der sicher vorhandenen Symmetrie) ein Registerzug zu fehlen – die leere Fläche spricht dafür.

Gebäude oder Kirchengeschichte

1179 erste Erwähnung einer Kirche im Ort. Es handelte sich um einen steinernen Bau, dessen Chor samt Apsis und Teile des romanischen Nordschiffes am Chor noch erhalten sind. Teile des Turms im Westen stammen ebenfalls aus dieser Zeit.
Um 1450 Bau des “Kapellenturmes” auf der Nordseite der Kirche direkt am Altar, dieser enthielt die Wohnung des Pfarrers im oberen Geschoss (die Treppe ist noch heute erhalten) sowie ein Marienbild in einer Kapelle zu Wallfahrtszwecken.
Um 1450 Errichtung des heute teils noch sichtbaren Westturmes auf vorhandenen Fundamenten.
1554 Verlust des Marienbildes, da Osmünde evangelisch wurde – erster protestantischer Pfarrer im Amt.
1581 Errichtung zweier Emporen entlang des Kirchenschiffes.
1618 – 1648 Plünderung und teilweise Aufgabe des Dorfes und der Kirche im Dreißigjährigen Krieg, dabei Schäden am Dach der Kirche – es folgten zeitnah Reparaturen.
Ab 1660 barocke Umgestaltung der Kirche mit neuem Altar, Kanzel, Taufstein, Stuckdecke im Chor und Orgelempore.
1700 Vergrößerung der Fenster.
1749 Guss der heute noch vorhandenen Bronzeglocke durch Friedrich August Becker (Halle), Zwei weitere Glocken befanden sich noch in der Glockenstube – die heutige Bronzeglocke war die kleinste des einstigen Geläutes.
Um 1880 Sanierungsarbeiten und historistische Ausmalung des Inneren, Stiftung neuer Buntglasfenster.
1917 Abgabe der zwei großen Bronzeglocken zu Rüstungszwecken.
1923 Guss zweier neuer Eisenhartgussglocken durch Ulrich&Weule aus Bockenem/Harz an geraden Eisenjochen – diese sind heute vor der Kirche zu besichtigen.
1934 Sanierungsarbeiten und Restaurierung, Umgestaltung des Inneren durch schlichtere Ausmalung unter Fritz Lewecke u.a. Entfernung einer Empore etc.
Um 1970 schwere Schäden durch mangelnde Pflege und daraus resultierendem Befall mit Hausschwamm. Die Glocken konnten nicht mehr läuten, das Dach des Kapellenturmes wurde abgetragen und das obere Emporen Geschoss entfernt.
1986 Einsturz des Westturmes – er verschüttete Balganlage, Turmuhr und die Glocken, welche geborgen werden konnten und wie durch ein Wunder unversehrt blieben.
1992 beginnt die Instandsetzung der Kirche. Die Reste des Westturmes werden nicht wieder ergänzt, sondern einem Mahnmale gleich verfestigt, ähnliches erfolgte im nahe gelegenen Sietzsch.
1993 Gründung des Fördervereins “Kirche Osmünde e.V.”
1997 Schwammsanierung, dabei Ausbau der Orgel
Ab 2000 Einbau von Sanitär- und Küchenräumen in den Kapellenturm durch Abverkauf des Gemeindehauses.
2008 – 2009 Sanierung des Kapellenturmes mit neuem Dach, Sanierung der Apsis.
2013 – 2018 Sanierung der Orgel.

Die evangelische Kirche Osmünde ist eines der bemerkenswertesten Gotteshäuser im Saalkreis, zeigt sie doch steingeworden die einstige Bedeutung des Ortes als Wallfahrtsort – zwei Türme haben die meisten Dorfkirchen nicht. Es gleicht einem Wunder oder einer göttlichen Fügung, dass beim Einsturz des Turmes die Kirche nicht erheblich in Mitleidenschaft gezogen, sondern dieser Vorfall vielmehr als Stein des Anstoßes zur Sanierung des Gotteshauses nach einer staatsverordneten gottlosen Zeit wurde. Das Bauwerk zeigt sich als einschiffiger romanischer Saalbau mit barocken Einsprengseln mit halbrunder romanischer Apsis, die an den Chorraum anschließt. Auf der Nordseite des Chorraumes befindet sich der Kapellenturm, dessen Räume heute noch von außen zugänglich sind. Im Norden findet sich ebenfalls die im 19. Jahrhundert errichtete Eingangshalle. Im Westen schließt sich der Rest des einstmals bemerkenswert mächtigen Querturmes an, der für die Region fast gigantische Ausmaße hatte, er ist, so wie die ganze Kirche, aus Feldsteinen erbaut, einzelne romanische Schallarkaden sind noch erkennbar. Die Fenster des Kirchenschiffes sind teilweise noch original romanisch, teils in barocker Zeit erweitert worden. Das Kirchenschiff selbst ist ein schlichter, recht flacher einschiffiger Saalbau. Dennoch kündet die Kirche als ehemalige Wallfahrtskirche von vergangener Bedeutung Osmündes. Im Inneren wird sich der Betrachter durch die barocke Ausstattung, die einen bemerkenswerten Kontrast zu der schlicht-weißen Fassung der Wände erzeugt, überrascht sehen, ist diese Ausstattung doch sehr qualitätvoll für eine Dorfkirche! Eine schlichte Flachdecke überspannt den Raum, dessen Chor durch zwei mächtige romanische Bögen abgetrennt ist – sicher beherbergte der vordere Bogen einstmals eine Triumphkreuzgruppe. Die Pfarrloge auf der Südwand des Chorraumes zwischen den romanischen Bögen ist mit Knorpel- und Blattwerk versehen und trägt neben einem giebelartigen Aufsatz zwei Zierkartuschen mit den Worten “Ich bin” und “das Licht der Welt” in goldener Fraktur auf schwarzem Grund. Darüber befindet sich ein Buntglasfenster, das den Kopf des Gekreuzigten in einem roten Kreisausschnitt zeigt. Der Altar ist von gedrungener Gestalt, welcher durch die massiven flankierenden Säulen sowie den zurückgestellten Spitzgiebel mit massivem Sims noch verstärkt und durch die dunkle Farbgebung mit goldenen Akzenten weiter fortgeführt wird. Im Zentrum ist vor einem Ölgemälde, das Jerusalem in der Ferne zeigt, ein Kruzifix angebracht. Der Korpus Christi ist dabei komplett golden gefasst und dadurch vor der düsteren Darstellung der Ferne hervorgehoben und ins Zentrum gerückt. Flankiert wird diese Darstellung durch zwei kleine Figuren von Maria und Maria Magdalena, sowie zwei große Schnitzfiguren von Petrus mit den Schlüsseln und Johannes mit Schwert und Buch. Die Schnitzwangen sind mit floralem Zierwerk und zwei kleinen Putten versehen, zwei Putten, gen Himmel sehend, bekrönen den Altar. In der Predella ist eine Darstellung des letzten Abendmahls in einer recht ungewöhnlichen Perspektive schräg von oben zu sehen, gerahmt von Akanthuszierwerk – ebenfalls in Gold gefasst. Durch diese stark kontrastierende Farbfassung erhält der Altar einen feierlichen, ernsten Ausdruck.
Die nördliche Pfarrloge im Chorraum zeigt ebenfalls Knorpel- und Bandelschnitzwerk sowie florale Formen, darüber drei kleine barocke Zierkartuschen mit den Inschriften “erneuert” “in den Jahren” “1934 und 2005” als Reminiszenz an die Rettung der Kirche. Die Tür ist mit einem Puttenkopf mit klagender Mimik versehen. Die Apsis ist mit einem Tonnengewölbe überwölbt.
Bemerkenswert ist die reiche Stuckatur der Decke des Chores – neben floralem Zierwerk ist eine Darstellung von Adam und Eva bei der Bewirtung des Ackers sowie ein Apfelbaum samt Puttenkopf und Strahlenkranz zu finden. Die Formen sind dabei zwar einfach, aber recht fein ausgeführt.
Der Fuß der auf der Südseite vor dem Chor angebrachten Kanzel wird von einem Puttenkopf getragen und zeigt in ausschwingender Form florales Schnitzwerk. Der polygonale Kanzelkorb selbst ist neben floralem Schnitzwerk mit Puttenköpfen verziert. Der Schalldeckel wird von einem Engel mit Trompete bekrönt und ist ebenso wie die Kanzel mit Knorpeldekor in floraler Form versehen. Die Empore mit ihren flachen Kassettenfeldern umläuft u-förmig (heute nach Auswirkungen des Schwammes deutlich gekürzt und nur noch eingeschossig) den Raum – die einzelnen Felder sind seit 1934 durch eine dezente Umrahmung farblich abgesetzt und akzentuiert. Der Orgelprospekt korrespondiert mit der restlichen Ausstattung und setzt in seiner rötlichen Fassung einen gelungenen Akzent zu den dunkel-gold verzierten liturgischen Ausstattungsstücken. Die Kirche von Osmünde hat ihre alte Pracht wiedererlangt. Dank unermüdlicher Helfer und sich einsetzender Gemeindeglieder ist das Wort “ich bin das Licht der Welt” Wahrheit in diesem Gotteshaus geworden, welches regelmäßig und gerne genutzt wird und dem Betrachter in seiner schlichte, wirkungsvoll-heiligen, erhabenen Atmosphäre herzlichst anempfohlen sein darf.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter, ergänzt durch Informationen einer Informationstafel in der Kirche sowie Informationen aus: W. Stüven – Orgel und Orgelbauer im Halleschen Land vor 1800, Breitkopf&Härtel, Wiesbaden 1964
Kirchengeschichte: Webauftritt der Gemeinde (auch mit Bildern der Kirche mit Westturm)
Historische Disposition in: W. Stüven – Orgel und Orgelbauer im Halleschen Land vor 1800, Breitkopf&Härtel, Wiesbaden 1964, S.92f.

Glockenvideo von Johannes Richter auf dem Youtube – Kanal JRorgel

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