Orgel: Friedrichshafen / Jettenhausen – Mariä Geburt (neue Pfarrkirche)
Für Anfragen kontaktieren Sie bitte das Orgel-Verzeichnis über das Kontaktformular.
Gebäude oder Kirche
Mariä Geburt (neue Pfarrkirche)Konfession
KatholischOrt
Friedrichshafen / JettenhausenPostleitzahl
88045Bundesland / Kanton
Baden-WürttembergLand
DeutschlandBildergalerie + Videos
Neue Pfarrkirche Mariä Geburt Jettenhausen
Glockenvideo von User unteroktav auf Youtube – Kanal
Bildrechte: Datenschutz
Orgelgeschichte
Alte Kirche – heute Friedhofskirche
1833 Orgelneubau einer mechanischen Schleifladenorgel durch Orgelbauer Franz Anton Kiene (Langenargen) I/7.
1893 Erweiterung um eine Flöte 4′ – I/8.
1906 pneumatische Taschenladenorgel mit freistehendem Spieltisch, erbaut als Opus 146 (Angabe Werksliste Opus 145) durch Orgelbau-Anstalt Gebrüder Späth (Ennetach-Mengen) II/8.
1932 Umdisponierung und Einbau eines elektrischen Gebläses sowie Neuzusammenstellung der Mixtur durch Orgelbau E.F. Walcker & Cie (Ludwigsburg/Württemberg) II/8. Das Altmaterial der veränderten Register wird zu Walcker genommen und teilweise in der Mixtur wiederverwendet.
1939 Nachintonation und „Verbesserung“ durch Orgelbau Gebrüder Späth (Ennetach).
Nach 1960 wird die Orgel noch gelegentlich genutzt und ist inzwischen unspielbar.
1997 wird eine Truhenorgel im Chorraum aufgestellt I/6 ohne Pedal.
2026 der Spieltisch ist gegensätzlich zur Angabe im Buch „Historische Orgeln im Bodenseekreis“ noch auf der rechten Seite des Orgelgehäuses vorhanden und verfügt über eine Transponiervorrichtung D.R.P. Nr. 161346 – Schweizerisches P. Nr. 31764.
Neue Kirche Mariä Geburt
1962 wird eine Interimsorgel in der neuen Kirche aufgestellt, welche aus Teilen der ehemaligen Leih-Orgel aus der St. Elisabeth-Kirche Ulm entstanden war. Die Interimsorgel entstand als Opus 306 von Orgelbau Albert Reiser (Biberach) II/13.
Derzeitige Orgel
1976 Schleifladenorgel mit seitlich freistehendem Spieltisch vor Prospekt (Blickrichtung Prospekt), mechanischer Spiel – und elektrischer Registertraktur, erbaut als Opus 186 von Orgelbau Eisenbarth (Passau) II/25 – Einweihung am 26. September 1976 – 1’764 Pfeifen.
1996 Wartungsarbeiten durch Orgelbau Eisenbarth (Passau) – Markus Bäumler.
2013 Pflege durch Orgelbau Wiedenmann (Oberessendorf).
2026/27 die Kirche soll abgetragen und durch einen kleineren Kirchenbau ersetzt werden. Die Orgel wird aus Platzgründen nicht übernommen und soll einen neuen Aufstellungsort erhalten.
Gemäss des Buches „Historische Orgeln im Bodenseekreis“ soll 1993 eine mechanische Chororgel (Schleifladen) durch Orgelbau Egbert Pfaff KG (Überlingen/Bodensee) erbaut worden sein I/7. Diese Orgel ist 2026 nicht mehr vorhanden und der Verbleib ist – gemäss Nachfrage vor Ort – unbekannt.
Disposition
I Hauptwerk C – g“‘Quintade 16′ C – cs° Holz ged.; ab d° Naturguss ged. Prinzipal 8′ C – fs° Prospekt – Anm. 1; ab g° innen, Metall Bleigedeckt 8′ Naturguss ged. Oktave 4′ Metall Blockflöte 4′ Naturguss, konisch Quinte 2 2/3′ Naturguss; ab h“ Metall; prinzipalisch Superoktave 2′ Metall Mixtur 1 1/3′ 4 – 6f. ab fs° 5f.; ab fs‘ 6f. – rep. fs°/fs’/fs“; Metall Trompete 8′ C – H Becher Kupfer; ab c° Becher Metall; Stiefel Metall
|
II Schwellwerk C – g“‘Holzflöte 8′ Holz offen Salicional 8′ C – H Holz ged.; ab c° Naturguss, offen Prinzipal 4′ Metall Rohrflöte 4′ Naturguss rohrged.; ab fs“ Metall offen Hohlflöte 2′ Naturguss offen Sifflöte 1 1/3′ Metall offen, leicht konisch; prinzipalisch Sesquialtera 2 fach Naturguss; ab d“‘ Metall Scharff 1′ 4 fach Metall – rep. gs°/gs’/gs“/ds“‘ Rohrschalmey 8′ Aufsatz Metall; Rohr Messing; Stiefel Metall; halbged.; ab fs‘ offen Tremulant
|
Pedal C – f‘Prinzipal 16′ C – E Holz offen, innen; ab F – c° Prospekt, Holz offen – Anm. 2; ab cs° innen, Holz offen Subbass 16′ Holz ged. Oktave 8′ Kupfer offen; ab cs° Naturguss offen Gemshorn 8′ Holz offen; ab cs° Naturguss offen, leicht konisch Oktave 4′ Naturguss offen Mixtur 2 2/3′ 4 fach Naturguss Bombarde 16′ Stiefel/Becher Holz
|
Prospektpfeifen
Anm. 1 – Prinzipal 8′ HW im Prospekt : C – cs° – DS/G/H und ds° – fs° Aussenfeld rechts; C/CS/D/E/F/FS/GS/A/B/c°/cs°/d° Mittelfeld
Anm. 2 – Prinzipal 16′ Pedal im Prospekt : F – c° Aussenfelder links
Zusammensetzung Mixtur HW
C 1 1/3′ + 1′ + 2/3′ + 1/2′
fs° 2′ + 1 1/3′ + 1′ + 2/3′ + 1/2′
fs‘ 2 2/3′ + 2′ + 1 1/3′ + 1′ + 1′ + 2/3′
fs“ 4′ + 2 2/3′ + 2′ + 1 1/3′ + 1′ + 1′
Zusammensetzung Scharff SW
C 1′ + 2/3′ + 1/2′ + 1/3′
gs° 1 1/3′ + 1′ + 2/3′ + 1/2′
gs‘ 2′ + 1 1/3′ + 1′ + 2/3′
gs“ 2 2/3′ + 2′ + 1 1/3′ + 1′
ds“‘ 4′ + 2 2/3′ + 2′ + 1 1/3′
gleichstufige Stimmung; Stimmtonhöhe a‘ = 440 Hz bei 18°C
Gebläse: Aug. Laukhuff Nr. 17502; min. 14cbm; 2’800 Tour. Rotaz.
Spielhilfen
2 freie Kombinationen
Linke Seite: II – I, II – P, I – P als Registerwippen Nr. 8, 9 und 19
Druckknöpfe unter erstem Manual: Fr. Komb.1, Fr. Komb. 2, Organo Pleno, Ausl.
Fuß: Ped. Kopp. II, Ped. Kopp. I, Man. Kopp. II – I als Pistons auf der linken Seite, Jal. Schweller (Schwelltritt II), Organo Pleno, Zungen ab als Pistons auf der rechten Seite
Gebäude oder Kirchengeschichte
Alte Pfarrkirche Mariä Geburt
1246 (1250) erste Erwähnung einer Kirche in Jettenhausen. Die älteste erhaltene Bausubstanz der alten Kirche weist auf die Zeit um 1230.
1469 Bau einer neuen Kirche.
15. Jahrhundert Entstehung des Taufsteins.
1662 Die Kirche wird mit einer neuen Holzdecke und drei Altären augestattet.
Um 1730 und nach 1783 Umgestaltung des Kirchenraumes im barocken Stil.
1864 und 1881 wird die Kirche umfangreich im Aussen- und Innenbereich renoviert und im neoromanischen Stil neu ausgestattet. Der Hochaltar stammt von Professor Fidelis Bentele (Stuttgart), die Seitenaltäre und Statuen von Karl Reihing (Tettnang). Die Evangelistendarstellungen am Kanzelkorb wurden von Bildhauer Peter-Paul Metz (Gebratzhofen) erschaffen.
1866 Entstehung des Kreuzweges von Anton Ranzinger und Kaspar Lessing (München).
1904 Anbau einer Sakristei.
1906 Innenrenovierung.
1917 Abgabe der Kirchenglocken zu Rüstungszwecken.
1919 Aufzug eines vierstimmigen Geläuts der Giesserei Ulrich Weule (Apolda).
1944 schwere Beschädigungen durch Kriegseinwirkung.
1953 umfangreiche Kirchenrenovierung und Behebung der Kriegsschäden nach Plänen des Restaurators Reinhold Leinmüller (Leutkirch).
1978 – 1986 Innenrenovierung der alten Pfarrkirche mit Dachsanierung, die Seitenaltäre werden entfernt und nur die Altarbilder an deren Stelle positioniert. Die Planung oblag Restaurator Vogel (Markdorf). Die Kirche dient seit 1960 als Friedhofskirche.
1994/95 Aussenrenovierung.
Neue Pfarrkirche Mariä Geburt
1959 – 1960 Bau der neuen Pfarrkirche Mariä Geburt nach Plänen des Architekten Hanns Schlichte (Friedrichshafen) mit freistehendem Glockenturm und Gemeinderäumen im Untergeschoss. Grundsteinlegung am 18. Juli 1959 – Einweihung 24. Juli 1960. Der Kirchturm verfügt über ein fünfstimmiges Geläut der Giesserei Bachert (Heilbronn) – Nominale c‘ + e‘ + g‘ + a‘ + c“.
Die Innenausstattung – Altar, Tabernakel und Taufstein – oblag Josef Henger (Ravensburg). Die Fenster wurden von Emil Kieß (Tuttlingen) gestaltet und von Rudolf Haegele (Aachen) erstellt.
Das Kruzifix im Chorraum stammt aus der Zeit 1250 – 1320 und ist unbekannter Herkunft. Die Muttergottes-Statue der seitlich zum Kirchenraum geöffneten Taufkapelle ist ein Werk aus dem Raum Salzburg und entstand um 1430. Aus der alten Pfarrkirche wurden die Strahlenkranzmadonna und der Kreuzweg übernommen.
2023 Ausschrieb eines Wettbewerbs für einen Kirchenneubau.
2026/27 Die Kirche wird in naher Zukunft abgetragen und durch einen kleineren Kirchenbau ersetzt, welcher nach Plänen des Büros Braunger Wörtz Architekten und Landschaftsarchitekt Silands erstellt wird. Dabei entsteht ein Gemeindezentrum für zwei Kirchgemeinden vor Ort. Der Kirchturm wird beim Neubau beibehalten → Link.
Anfahrt
Quellenangaben
Orgelbeitrag erstellt von: Andreas Schmidt
Dateien Bilder Kirche und Orgel: Roman Hägler und Andreas Schmidt
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, Projekt Kirchenneubau – → Link; zitiert aus dem Kunstführer Nr. 772/2009 „Die Katholischen Kirchen und Kapellen der Seelsorgeeinheit Friedrichshafen-Nord“ Kunstverlag PEDA (Passau) – Autor Otto Saur 2009 – ISBN 9783896437723 und von der Seite der Seelsorgeeinheit
Orgelgeschichte: Eigene Sichtung und Spiel 04.2026 mit detaillierter Bestandesaufnahme vor Ort, zitiert aus dem Kunstführer Nr. 772/2009 „Die Katholischen Kirchen und Kapellen der Seelsorgeeinheit Friedrichshafen-Nord“ Kunstverlag PEDA (Passau) – Autor Otto Saur 2009 – ISBN 9783896437723 und dem Buch „Historische Orgeln im Bodenseekreis“ – Zusammenfassung der Orgeln Seite 189 – Gmeiner Verlag 2014 – ISBN 9783839216392
Glockenvideo von User unteroktav auf Youtube – Kanal




Deutschland
Schweiz
Österreich
Andere