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Orgel: Erstfeld – Jagdmattkapelle Unserer lieben Frau

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Gebäude oder Kirche

Jagdmattkapelle Unserer lieben Frau

Konfession

Katholisch

Ort

Erstfeld

Postleitzahl

6472

Bundesland / Kanton

Kanton Uri

Land

Schweiz

Bildergalerie + Videos

 

Glockenvideo „Erstfeld UR, Kapelle ULF auf der Jagdmatt, Vollgeläute“ von User Robin Marti KirchenGlocken auf Youtube – Kanal

 

Video „Jagdmattkapelle Erstfeld – Ein Kultplatz schon in der Bronzezeit“ von User SQWISS! auf Youtube – Kanal



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1643 Orgelneubau einer einmanualigen Orgel ohne Pedal durch Niklaus (Niclaus) Schönenbüel (Alpnach) I/8 oP.
1743 Überarbeitung der Orgel und der Balganlage, vermutlich durch Orgelbauer Victor Ferdinand Bossart (Baar).
1820 Renovierung der Orgel.
1895 pneumatische Kegelladenorgel mit freistehendem Spieltisch vor Prospekt, erbaut in das Schönenbüel-Gehäuse als Opus 144 durch Orgelbau Friedrich I Goll (Fried. Goll, Orgelbauer, Luzern) II/10. Das Gehäuse wird mit einer Josefsfigur und bemalten Flügeltüren von Joseph Christian Heimgartner (Altdorf) ergänzt. Jakob Wüst aus Luzern war für die Disposition verantwortlich. Das Werk wies eine verblüffende Ähnlichkeit zur heute erhaltenen Goll-Orgel in Attinghausen auf und zeigt andererseits auch Fortschritte im technischen und klanglichen Bereich.
1921 wird das Werk durch Orgelbau Späth (Rapperswil) gereinigt und neu gestimmt.
1934 – 1937 werden Schäden behoben und das Werk umdisponiert mit entsprechenden Veränderungen des Spieltisches und Einbau eines elektrischen Gebläses, die Arbeiten führt Orgelbau Willisau AG aus.
1958 wird das Werk durch Orgelbau Goll renoviert und fortan mit der Wartung betreut.

Derzeitige Orgel

1980 mechanische Schleifladenorgel, erbaut in das Schönenbüel-Gehäuse als möglichst nahliegende Rekonstruktion der Schönenbüel-Orgel durch W. Graf Orgelbau (Sursee) I/9.
Experte war Victor Frund, welcher die Stanser Chororgel als Vorbild für die Wiederherstellung auswählte, auch wenn diese nicht ganz original erhalten geblieben ist – Einweihung am zweiten Adventssonntag 1980, den 07. Dezember. Die Tonumfang wurde nicht rekonstruiert, was Auswirkungen auf die Rückführung des Gehäuses mit sich brachte. Ebenso wurde glücklicherweise nicht auf ein Pedalwerk verzichtet.
2002 und 2020 Renovierungen durch die Erbauerfirma.

Disposition

Graf-Orgel 1980

Manual C – f“‘

Principal 8′

Copel 8′  – Bass/Disc.

Octava 4′

Flöüte 4′ – Bass/Disc.

Octava 2′

Quint 1 1/3′

Sesquialtera 2 2/3′ ab c‘ – 2-fach (+ 1 3/5′)

Mixtur 1′ 3-fach rep. c°/c’/c“/c“‘

 

Die Teilung ist bei h°/c‘

 

Pedal C – d‘

Subbass 16′

Goll 1895 – 1980 (Änderungen 1934 in Kursiv)

I Hauptwerk C – f“‘

Principal 8′

Bourdun 8′ – nach 1934 Rohrflöte 8′ aus II

Salicional 8′ – nach 1934 Nachthorn 4′

Octave 4′

Mixtur 2 2/3′ 3-fach

 

II Manual C – f“‘

Spitzflöte 8′ – nach 1934 Gedackt 8′ aus I

Aeoline 8′ – nach 1934 Salicional 8′ aus I

Flauto 4′

Pedal C – d‘

Subbass 16′

Violonbass 8′ – nach 1934 Octavbass 8′

Schönenbüel 1643 – 1895 (Aufzeichnungen Archiv Schmidt)

Manual C,D,E,F,G,A – c“‘

Principal 8′

Copl 8′

Octav 4′

Flöthen 4′

Super Octav 2′

Tertz 1 3/5′

Quint 1 1/2′

Cimbal II-III

 

Spielhilfen

Graf-Orgel seit 1980

Pedalkoppel als Fußraste

Goll-Orgel 1895 – 1980

Manual-Kopplung (II/I), Pedal-Kopplung (I/P)
P., F. als Collectivtritte

Schönenbüel-Orgel 1643 – 1895

vermutlich Tremulant

Gebäude oder Kirchengeschichte

12. Jahrhundert wird die Existenz einer Kapelle vermutet. Die überlieferte Geschichte stellt vor, dass sich ein Hirsch einem Jäger im Wald gestellt habe, welcher ein Schweisstuch Christi im Geweih trug. Diese Begegnung führte den Jäger zu einem frommen Leben und war Grund für den Bau der Gnadenkapelle, welche urkundlich erst im Jahr 1339 genannt wird. Bei Ausgrabungen und einer Erweiterung der Kirche im Jahr 1339 wurde ein Grab entdeckt, welches als Grab des Jägers vermutet wird. Neben den Gebeinen wurde ein Bronzemesser aus der Zeit um 900 vor Christus entdeckt.

Die Kapelle erhielt in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein Relief mit der Darstellung des Hirsches. In dieser Zeit wurde auch eine erste Glocke aufgezogen, deren Giesser nicht bekannt ist.
1379 wird der erste Hochaltar zu Ehren der Muttergottes geweiht und eine zweite Kapelle in unmittelbarer Nähe erschaffen.
Um 1500 Entstehung des Turmes.
1515 Erhebung zur Landeskapelle.
Circa 1550 wird das Kruzifix erschaffen.
1581 entsteht die Kanzel, welche ursprünglich für Altdorfs Martinskirche errichtet wurde.
1584 erhält die Kapelle ein Vorzeichen in der Art eines dargestellten Ölberges.
1596 Guss einer weiteren Glocke durch Moritz Schwarz (Luzern).
Um 1600 Entstehung des Gnadenbildes am Chorgitter und des Sakramentshäuschens.

1637 – 1638 Bau der heutigen grösseren Kapelle durch Bauarbeiter aus dem Maggiatal. Lediglich der Turm, das Vorzeichen und einige Ausstattungsstücke der vorherigen Kapelle bleiben erhalten.
1642 Einweihung der Kapelle am 05. August.
1644 wird ein eisernes Chorgitter vor dem Chorraum eingezogen.
1651 Schenkung der Reliquien, welche 1689 im Hochaltar integriert werden.
1676 Entstehung des rechten Seitenaltares „Dreikönigsaltar“. Der gegenüber stehende linke Altar dürfte 1646 mit dem Fresko am Vorzeichen entstanden sein.
1689 Entstehung des Hochaltares durch Hans Peter Cluser (Unterschächen), das Blatt stammt von Karl Leonz Püntener (Altdorf), welcher auch das Bild am Vorzeichen schuf. Die Altarskulpturen und das Bild zur Kümmernis stammen von Hans Kaspar Buchholzer (Silenen).
1785 Kreuzwegstationen von Karl Meinrad Triner (Bürglen/UR).
1791 Renovierung der Kapelle und Erhöhung des Turmes um 3 Meter. Die Kapelle erhält Deckengemälde des Malers Franz Xaver Triner (Bürglen/UR).
Um 1800 Schäden durch plündernde französische Truppen.
1816 Aufzug einer dritten Glocke der Giesserei Gebrüder Brandenberg (Zug) – Nominale ges‘ (1596) + b‘ (1816) + as“ (14. Jahrhundert).
1894 – 1896 Renovierung und dezente zeittypische Umgestaltung der Kapelle u.a. durch Georges Troxler (Luzern), Maler Karl Renner und Adalbert Baggenstoss (Stans). Neue Fenster werden durch die Glaswerkstatt Friedrich Berbig (Zürich) geliefert, eine Empore eingezogen und ein Chorgestühl von Joseph Jauch (Altdorf) beschafft. 1897 Weihe der Kapelle und des Altares durch Bischof Battaglia (Chur).
1901 – 1907 werden die Ausmalungen der Sakristei und des Vorzeichens durch Joseph Christian Heimgartner (Altdorf) renoviert.
1947 – 1949 Aussenrenovierung.
1979 – 1981 umfangreiche Restaurierung im Innen- und Aussenbereich unter der Leitung der Architekten Josef Franz Utiger und Toni Zgraggen (beide Altdorf). Die Orgelempore wird neu gestaltet und umgebaut.
2000 Versetzung des Ambo vom Chorraum ins Kirchenschiff.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Roman Hägler und Andreas Schmidt
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, zitiert aus „Die Kapelle Unserer Lieben Frau in der Jagdmatt zu Erstfeld“ Veröffentlichung des Kirchenrats zu Erstfeld Herbst 2012 – Autor Hans Stadler-Planzer (Attinghausen), zitiert aus Buch „Die Kunstdenkmäler der Schweiz Kanton Uri – Schächental und unteres Reusstal“ Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 2017 – Autorin Marion Sauter ISBN 9783037972816
Orgelgeschichte: Orgelarchiv Schmidt, eigene Sichtungen und Spiel Horst Georg Schmidt und Brita Schmidt-Essbach am 24. Mai 1976, eigene Sichtung und Spiel Andreas Schmidt am 21. April 2018 und 11. Juli 2021, Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, zitiert aus „Die Kapelle Unserer Lieben Frau in der Jagdmatt zu Erstfeld“ Veröffentlichung des Kirchenrats zu Erstfeld Herbst 2012 – Autor Hans Stadler-Planzer (Attinghausen), zitiert aus Buch „Die Kunstdenkmäler der Schweiz Kanton Uri – Schächental und unteres Reusstal“ Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 2017 – Autorin Marion Sauter ISBN 9783037972816

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