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Orgel: Ellrich – Stadtkirche St. Johannis

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Gebäude oder Kirche

Stadtkirche St. Johannis

Konfession

Evangelisch

Ort

Ellrich

Postleitzahl

99755

Bundesland / Kanton

Thüringen

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos




Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1600 wird ein bestehendes Instrument durch Nicolaus Göppel (Nordhausen) um ein Rückpositiv erweitert, welches u.a. ein Singend Regal 8′ besaß.
1627 verbrennt diese Orgel beim Brand der Kirche.
1628 Aufstellung eines kleinen Positives ohne Pedal.
1655 beginnt der Bau einer neuen Orgel nach dem Brand 1627
1659 Vollendung der Orgel für 746 Thaler, 7 Groschen und 8 Pfennige. Das Positiv wurde nach Großwerther verkauft.
1705 umfassende Reparatur der Orgel für 140 Reichsthaler.
um 1830 ist die Orgel „seit Jahren fast unbrauchbar“, also in schlechtem Zustand. Durch das von König Friedrich Wilhelm III. bewilligte Geld kann das Instrument instand gesetzt werden.
1832 Orgelreparatur durch Johann Andreas Engelhardt (Herzberg am Harz)
1860 wird die als „prächtig“ bezeichnete Orgel durch den Kirchenbrand vernichtet.
1883 Einweihung einer neuen Orgel, erbaut durch Robert Knauf (Bleicherode).
1905 Instandsetzung des reparaturbedürftigen Werkes durch Kießling&Sohn (Bleicherode)
12.6.1907 Vernichtung nach dem Kirchenbrand.
1907 Einreichung Kostenvoranschlag durch Ernst Röver (Hausneindorf) und Knauf (Bleicherode).
1907/08 Neubau durch Knauf&Sohn (Bleicherode), II/32 auf pneumatischen Kegelladen.
1917 Abgabe der Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken.
1965 ist die Knauf-Orgel abbruchreif.
1972 soll die Orgel nach Torgau verkauft werden. Dies wird nicht ausgeführt. Das Instrument wird abgebaut.

Derzeitige Orgel
1980 Neubau durch VEB Frankfurter Orgelbau „Sauer“ als Op.2108 – I/4 auf mechanischen Schleifladen mit angehängtem Pedal, Serienorgel Typ „H“ für die Stadtkirche St. Blasii Nordhausen.
1991 nach Vollendung der neuen großen Orgel in Nordhausen wird dieses Instrument obsolet.
2014 Umsetzung als Dauerleihgabe der Gemeinde nach Ellrich durch Fa. Hüfken (Halberstadt).
2019 Schäden an der Orgel durch unsachgemäßes Herausnehmen von Pfeifen, diese werden im Kirchenraum verteilt und beschädigt. Nach der Reparatur wurde die heute vorhandene Plexiglas-Scheibe im Prospekt angebracht.
2026 Orgel vorhanden und spielbar, Standort auf einem beweglichen Podest.

Disposition

Manual C – f“‘

Holzgedackt 8′ Holz gedeckt, C-G horizontal vor der Rückwand

Rohrflöte 4′ Metall, C/C# gedeckt, ab D Rohrflöte, ab g“ konisch

Prinzipal 2′ Metall zylindrisch, C-D innen, ab D# Prospekt Zinn, ab a“ innen

Scharff 2-3 f. Metall, 1′, dreifach ab D#

Pedal C – d‘

fest angehängt, keine eigenen Register

 

Spielhilfen

nicht vorhanden

Gebäude oder Kirchengeschichte

um 950 wird die Johanniskirche in Elrike (Ellrich) durch Königin Mathilde (Ehefrau von Heinrich I.) neu ausgestattet. Es gab also vorher bereits eine Kirche an diesem Standort, vermutlich ein Holzbau.
12. Jahrhundert Erweiterung der Kirche unter den Grafen zu Klettenberg
um 1540 wird die Kirche protestantisch, die Reformation des Südharzes geht von hier aus.
1627 schwere Schäden an der Kirche im dreißigjährigen Krieg – es wird von „völliger Zerstörung“ gesprochen, im Folgenden Wiederaufbau. Dabei wurden die vormals runden Pfeiler nun eckig gebaut.
1628 Anschaffung einer kleinen Glocke eines unbekannten Gießers.
1631-35 Fertigung und Schenkung des Altars durch Conrad Bonifacius (Ellrich).
1641 Fertigung der Kanzel und von biblischen Bildern durch selbigen Meister.
1651 Guss der Vesperglocke durch Möhringk (Erfurt)
1666 Anschaffung eines hölzernen Kruzifix durch die Gemeinde.
1667 Ausmalung der Empore durch Maler Stolberg.
1680 Guss der Bürgerglocke mit 2 Fuß 6 Zoll Durchmesser.
1692-96 Sanierung des Turmhelmes, Aufsatz einer welschen Haube.
1737 Guss einer neuen großen Glocke aus dem Material einer gesprungenen Vorgängerin, sie hatte etwa 1,8m Durchmesser.
1754/55 Reparatur der Kirche und der Sakristei mit Unterstützung von Konsistorialrat Schüßler. Dabei wurden außen Strebepfeiler angefügt.
1755 Anbau einer Taufkapelle.
1776 Aufstellung des Taufsteins im Chorraum.
um 1830 ist die Kirche erneut reparaturbedürftig. Die Gemeinde konnte die Kosten nicht tragen, sodass Oberprediger Winkler ein Bittgesuch an König Friedrich Wilhelm III. richtete. Dieser bewilligte 900 Thaler als Geschenk für die Reparatur der Kirche.
1860 Brand von Stadt und Kirche, im Folgenden Wiederaufbau. Die Kirche war mit 24.000 Thalern versichert, die Glocken wurden vernichtet. Türme und Mauern blieben bestehen.
1866 Baubeginn für den Wiederaufbau unter Leitung von Bauinspektor Schulze (Nordhausen) nach Plänen von Regierungs- und Baurat Drewitz (Erfurt).
13. August 1873 Guss dreier Glocken durch Carl Friedrich Ulrich (Apolda) aus Material der alten Glocken und vier geschenkten französischen Kanonen.
1883 Einweihung der Kirche durch Generalsuperintendent Möller (Magdeburg)
12.6.1907 Blitzeinschlag in den Südwestturm, daraufhin Brand der Kirche bis auf das Gewölbe.
1908 Aufzug von vier neuen Glocken des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation (Nominalfolge h°-d‘-fis‘-gis‘) in die Türme in Verbindung mit dem Wiederaufbau der Kirche.
1958 Sperrung der Kirche wegen schlechtem Zustand und Fehlern beim Wiederaufbau 1907/08.
1962 sind vornehmlich die Türme in schlechtem Zustand, die Turmspitzen werden abgetragen.
um 1990 ist die Kirche großteils ruinös, die Türme wurden abgetragen und das Innere geplündert.
1991 Beginn der umfassenden Kirchensanierung.
2008 Abschluss der Arbeiten und Wiedereinweihung der Kirche.
2021 Übergabe eines Förderbescheides zum Neubau der Westtürme im modernen Stil nach historischen Formen.
2022 Umgestaltung des Innenraumes zu einem „Möglichkeitsraum“, also einer vielfach unterschiedlich nutzbaren Fläche mit Akustikelementen und Bestuhlung.
2025 Fertigstellung des Westwerkes und Aufzug der Glocken, die bislang vor der Kirche standen. Sie läuteten erstmals am Karsamstag zur Osternacht 2025.
2026 Kirche in gutem Zustand, vielfältige Nutzung zu unterschiedlichsten Veranstaltungen als „Netzwerkkirche“

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter, Sichtung und Spiel 2026

Orgelgeschichte: Sichtung vor Ort,
– Heine, Karl: Chronik der Stadt Ellrich. Verlag Gustav Krause (Ellrich), 1899, S.85ff.
– Blindow, Martin: Die Orgelbauwerkstatt Ernst Röver. Lit-Verlag 2020.
– Eberlein, Roland: Orgelregister. Ihre Namen und ihre Geschichte. Siebenquart-Verlag, 2008, S.588
– Hahmann, Ernst-Ulrich: Die St. Johanniskirche in Ellrich. Höhen und Tiefen, Licht und Schatten eines evangelischen Gotteshauses. Books on Demand-Verlag, 2021

Kirchengeschichte:
– Heine, Karl: Chronik der Stadt Ellrich. Verlag Gustav Krause (Ellrich), 1899, S.85ff.
– Hahmann, Ernst-Ulrich: Die St. Johanniskirche in Ellrich. Höhen und Tiefen, Licht und Schatten eines evangelischen Gotteshauses. Books on Demand-Verlag, 2021
– Sichtung vor Ort

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