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Orgel: Ellrich / Gudersleben – St. Vitus

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Die Kirchengemeinde Gudersleben und der Kirchenförderverein arbeiten stetig an der Erhaltung des wunderschönen Gotteshauses. In der Zukunft soll auch die Reparatur der Orgel durchgeführt werden. Auf dem Webauftritt des Kirchbauvereins sind weitere Informationen zur Tätigkeit des Vereins und eine Spendenmöglichkeit sichtbar. Der Verein nimmt Spenden gern entgegen!




Gebäude oder Kirche

St. Viti

Konfession

Evangelisch

Ort

Ellrich/Gudersleben

Postleitzahl

99755

Bundesland / Kanton

Thüringen

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos




Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

um 1810 soll die Kirche eine Orgel aus der Hand des Töpfermeisters (!) Johann Christoph Werner aus Steina erhalten haben.
1842 Neubau einer mechanischen vorderspieligen Schleifladenorgel mit Spielschrank (I/12) durch Johann Andreas Engelhardt (Herzberg). Das Gehäuse wurde aus massivem Eichenholz gefertigt. Das Instrument besaß eine Forte-Piano-Umschaltung, die alle Register bis auf drei leise Stimmen abstieß und somit ein zweites Manual simulierte.
1889 wird die Orgel wegen der Arbeiten im Kirchenschiff abgetragen und vermutlich grundhaft überholt.
1891 Wiederaufstellung auf der Empore.
1909 Reparatur der Orgel durch Orgelbauer Paul Seewald aus Nordhausen. Das Instrument wird weiterhin als baufällig beschrieben.
1911 Gesuch an den deutschen Kaiser für Unterstützung zur Errichtung einer neuen Orgel. Das Gesuch wird abgelehnt.
1914 Kostenvoranschlag von Wilhelm Rühlmann (Zörbig) für eine neue pneumatische Orgel unter Verwendung des Engelhardt-Prospektes und diverser Register aus der alten Orgel. Wegen des ersten Weltkrieges kommt das Vorhaben nicht zur Ausführung.
1921 Kostenvoranschlag für Orgelneubau durch Fa. Faber&Greve (Salzhemmendorf), es sollte eine Multiplexorgel mit altem Pfeifenmaterial entstehen. Auch dies kommt nicht zur Ausführung.
1928 errichtet die Firma Kiessling&Sohn (Bleicherode) eine neue Orgel mit II/10+1 Gruppenzug [?] auf pneumatischen Kegelladen hinter dem alten Prospekt. Das Pfeifenwerk besteht zu weiten Teilen aus Zink. Der Eichenholz-Prospekt wurde weiter verwendet, wobei sich auf der einen Seite noch ein Teil der Registerstaffeleien von 1842 finden lässt. Der Spieltisch wurde vermutlich von Faber&Greve bezogen.
nach 1960 wird die Orgel nicht mehr genutzt und verwahrlost zusehends.
2026 ist die Orgel grundhaft vorhanden, aber unspielbar. Die Registerschilder fehlen, der Förderverein der Kirche möchte sich dem desolaten Werk aber annehmen.

Disposition

Disposition gemäß Aufzeichnungen an der Registereinschaltung 

Manual I – C – g“‘

Principal 8′ Anm. 1

Hohlflöte 8′

Gamba 8′

Octav 4′

 

Manual II – C – g“‘

Geigenprincipal 8′

Salicional 8′

Aeoline 8′

Voxcoelestis [sic] 8′ – Anm. 2

Liebl. Gedackt 4′

Pedal C – d‘

Subbahs [sic!] 16′

Cello 8′

Anm. 1 – Innenpfeifen, nur Prospekt-Mittelfeld klingend.

Anm. 2 – Vermutlich Gruppenzug Aeoline und Salicional – An der Registereinschaltung am Spieltisch zwar mit Fußzahl versehen, auf den Windladen stehen jedoch nur 10 Register. Vermutlich war „Voxcoelestis“ also ein Gruppenzug. 

Spielhilfen

Spielhilfen gemäß Spieltisch/Aufschriften Registereinschaltung

Drücker in der Vorsatzleiste unter Manual I, von links: Piano, Mezzoforte, Forte, Tutti, Auslöser
Registerschalter: Manualkoppel, Pedalkoppel I/P, Pedalkoppel II/P [den Aufschriften nach zu urteilen links außen], Suboctavkoppel II/I, Superoctavk. II/I, Superkoppel I. Die von Funk genannte Pedalumschaltung [S. 131] ließ sich anhand der Beschriftungen des Spieltisches nicht nachweisen.

Über dem Pedal: Balanciertritt. Rechts am Spieltisch sind Reste einer Porzellan-Anzeige mit der Aufschrift „Jalousieschweller“ zu erkennen. Die Orgel besitzt keinen Jalousieschweller, ein Vorhandensein desselben ließ sich innerhalb der Orgel nicht nachweisen.

Gebäude oder Kirchengeschichte

927 wird Gudersleben unter dem Namen „Gudisleben“ als Pfarrdorf erstmals erwähnt, besaß also damals schon ein eigenes Gotteshaus.
1476 Guss der großen Glocke (Durchmesser: 110cm) durch einen unbekannten Gießer. Einer Legende nach soll die Glocke aus Bayern stammen, wogegen die regional typische Verzierung spricht.
1559 Guss der kleineren Glocke (95cm Durchmesser) durch Jacob Andreas Alba (Nordhausen)
1735-37 Neubau einer barocken Saalkirche auf den alten Fundamenten, damit einhergehend Herstellung einer neuen Innenausstattung mit Kanzelaltar und doppelgeschossiger Empore, Aufsatz einer welschen schiefergedeckten Haube mit Laterne auf den Westturm. Dafür schenkte unter Anderem König Friedrich II von Preußen (Friedrich der Große) 250 Thaler.
1758 Anfertigung des kelchförmigen Taufsteins.
1777 Guss einer kleinen Glocke durch Johann Heinrich Ephraim Brauhoff (Nordhausen) mit 63cm Durchmesser.
1840 erleidet das Kirchenschiff und der Turm Schäden durch einen Blitzschlag.
1843 Renovierung des Innenraumes durch den Klettenberger Maurermeister Wenzel, dabei werden die Fenster hinter dem Altar eingelassen.
1844 werden Altar und Kanzel erneuert, dabei wird ein neuer Altartisch eingebaut.
1889 drohen die Außenwände auseinanderzubrechen. Dafür werden eiserne Zuganker eingebracht. Zusätzlich wird das Dach erneuert.
1891 Abschluss der Arbeiten.
1906 umfassende Erneuerung des Innenraumes.
1917 Abgabe der Brauhoff-Glocke von 1777, sie wird zu Kriegszwecken eingeschmolzen und nie ersetzt.
1930 Reparatur des Kirchturms.
1950 werden die Fenster des Kirchenschiffes und die Verschleierung der Turmhaube erneuert.
Nach dem Weggang des letzten Guderslebener Pfarrers 1953 wird die Kirche immer seltener genutzt, vernachlässigt und teilweise demoliert.
1994 Restaurierung der Turmhaube.
2001-02 Reparatur der Turmuhr, Aufsatz eines neuen Daches.
2005 wird die Winterkirche erneuert und saniert.
2007 Wiederherstellung der ursprünglichen Farbfassung des Innenraumes und Sanierung des Kanzelaltares.
2012 Reparatur der Risse im Mauerwerk, Einbau eines Altarfensters, Einbringung eines Zugankers.
ab 2013 Elektrifizierung der Läuteanlage.
2026 Kirche in gutem Zustand.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter, Sichtung vor Ort 2026

Orgelgeschichte: Sichtung vor Ort, ergänzt durch Informationen aus:
-Orgelkartei Kirchenkreis Südharz, Stand 2011
-Informationen Schautafel in der Kirche zur Kirchengeschichte, Inaugenscheinnahme vor Ort 2026
-Funk, Hans Ulrich: „Gudersleben“ in: Johann Andreas Engelhardt. Ein frühromantischer Orgelbauer und sein Wirken. bautz-Verlag Nordhausen 2023, S. 131ff.
-Schmidt, Burkard: „Die St. Viti-Kirche zu Gueersleben“ in: karstwanderweg.de, abgerufen am 26. Januar 2026 (LINK)
Kirchengeschichte:
-Schautafel vor Ort zur Kirchengeschichte, Inaugenscheinnahme vor Ort 2026
-Müller, Thomas: „Die Kirchen im Südharz“. Atelier Veit Verlag Nordhausen, 2. Auflage 2017, S. 74f.

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