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Orgel: Bühl (Baden) – St. Peter und Paul (Marienorgel)

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Gebäude oder Kirche

St. Peter und Paul (Marienorgel)

Konfession

Katholisch

Ort

Bühl (Baden)

Postleitzahl

77815

Bundesland / Kanton

Baden-Württemberg

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

Marienorgel

 

Aussenansicht der Kirche

 

Innenansicht der Kirche

 

Video der StadtverwaltungBuehl “Orgel – Bernhard Löffler” – Kanal StadtverwaltungBuehl auf Youtube

 

Video “Orgelimprovisation Wer nur den lieben Gott lässt walten” auf Youtube – Kanal Johannes Thäter

 

BÜHL (BADEN) Pfarrkirche St. Peter und Paul – Plenum von User Christ-König-Glocke auf Youtube – Kanal

 

BÜHL (BADEN) Pfarrkirche St. Peter und Paul – Sonntagsgeläut



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1778/79 Bau einer ersten Orgel in der Bühler Kirche durch Orgelbauer Johann Ferdinand Balthasar Stieffell (Rastatt) I/14.
1894 Abbau des Werkes und späterer Verkauf des Gehäuses an die benachbarte Kirchgemeinde Kappelwindeck. In der dortigen Pfarrkirche wird das Gehäuse beim Orgelneubau im Jahr 1901 durch Orgelbauer Anton Kiene (Waldkirch) wiederverwendet und bei der Erweiterung im Jahr 1928 durch Orgelbau Xaver Mönch (Überlingen/Bodensee) durch zwei Pedaltürme und 1966 von Orgelbau Klais (Bonn) durch ein stilistisch passendes Rückpositiv erweitert.
1895 Orgelneubau mit pneumatischen Kegelladen durch Orgelbau Friedrich Wilhelm Schwarz (Überlingen/Bodensee) II/22.
1927/28 Abbau des Werkes und Transferierung der Orgel nach Gamshurst. Dort wird das Werk unter Verwendung des Grossteils des Materials in einem Freipfeifenprospekt als Opus 227 durch Orgelbau Friedrich Wilhelm Schwarz & Sohn (Überlingen/Bodensee) neu aufgebaut.

Derzeitige Hauptorgel

1928 pneumatische Taschenladenorgel (stehende Taschen) mit mittig freistehendem Spieltisch, erbaut mit zwei Schwellwerken als Opus 224 von Orgelbau Friedrich Wilhelm Schwarz & Sohn (Überlingen/Bodensee) III/59 + 3 Auszüge und 4 Transmissionen. Ein Grossteil des Pfeifenwerkes wurde in Kooperation mit Orgelbau Walcker (Ludwigsburg) erschaffen. Die Einweihung spielte Professor Ernst Kaller (Freiburg) mit Werken von Max Reger Opus 59 “Te Deum laudamus”, Opus 63 “Ave Maria”, Opus 59 “Benediktus”. Weiterhin erklang die berühmte Toccata & Fuge in d-moll und Choralvorspiele “In dulci jubilo”, “Neun freut Euch, liebe Christen g’mein”, “O Haupt voll Blut und Wunden”, “Christ ist erstanden” und Fantasia und Fuge in g-moll von Johann Sebastian Bach. Neben dem Halleluja für gemischten Chor und Orgel von Georg Friedrich Händel gab es noch das Choralvorspiel “Vom Himmel hoch da komm ich her” von Johann Pachelbel zu hören.
1938 kann das Werk seitens der Gemeinde abbezahlt werden.
1948 Revision und Ausreinigung durch die Erbauerfirma.
1976 wird das Werk stillgelegt und eine neue Orgel (Marienorgel) im südlichen Querschiff durch Orgelbau Gebrüder Rieger (Schwarzach/Vorarlberg) erbaut. Auf anraten von Orgelbauer Josef II von Glatter-Götz (Schwarzach/Vorarlberg) und Pater Albert Hohn (Stift Neuburg / Ziegelhausen am Neckar) wurde die grosse Orgel erhalten. Otto Greule (Konzertorganist in Bühl und langjähriger Organist und Chorleiter der Kirchgemeinde) spielte noch 1971 ein viel beachtetes Orgelkonzert auf der Schwarz-Orgel.
2007 Versuchsweise Inbetriebnahme durch Orgelbau Matz & Luge (Rheinmünster-Stollhofen), welche die Orgel problemlos zum Erklingen bringen konnte.
2011 Revision des Ventus.
2012 erklingt die Orgel am 20. Oktober in einem Gottesdienst, wenige Tage vorher entstand ein Klangbeispiel mit der Toccata von CharlesMarie Widor aus der 5. Orgelsinfonie.
2020 werden Zuschüsse des Bundes für die Restaurierung der Orgel gesprochen.
2021/22 wird eine Restaurierung durch Orgelbau Matz & Luge (Rheinmünster-Stollhofen) ausgeführt.

Das Werk ist die grösste nahezu original erhaltene romantische Orgel der Werkstatt Schwarz und wird seit 2007 durch Initiativen des Fördervereines zur Erhaltung der historischen Schwarz-Orgel der Stadtpfarrkirche St. Peter & Paul zu Bühl (Baden) e.V. unterstützt. Der Verein konnte mit diversen Aktionen den Abbau und Verkauf des Werkes verhindern. Beeindruckend ist der Werkaufbau, die grosse Orgel steht nahezu unauffällig hinter einem grossen Gewölbebogen mit zwei Schwellwerken

Derzeitige Querschiff-Orgel (Marienorgel)

1976 Schleifladenorgel mit mittig fest eingebautem Spielschrank sowie mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur, erbaut von Orgelbau Gebrüder Rieger (Schwarzach/Vorarlberg) III/48. Die grossen Pfeifen des Pedalwerkes wurden in zwei separate Gehäuse zu beiden Seiten des Hauptgehäuses freistehend aufgebaut. Das Werk besitzt 3’446 Pfeifen (240 Holzpfeifen, 3150 Zinnpfeifen und 56 Kupferpfeifen). Einnweihung 31. Oktober 1976.
2001 Renovierung der Orgel und Einbau einer neuen Setzeranlage Siemens SIMATIC OP7 durch Orgelbau Matz & Luge (Rheinmünster-Stollhofen). Die Intonation einiger Register wird überarbeitet, die Disposition jedoch nicht verändert III/48.

zur Hauptorgel

Disposition

I Brustwerk im SW C – g”’

Holzgedackt 8′

Quintade 8′

Principal 4′

Rohrflöte 4′

Gemshorn 2′

Larigot 1 1/3′

Sesquialter 2-fach 2 2/3′

Scharf 4-fach 1′ rep. bei c°, f°, f’, f”

Krummhorn 8′

Spanisch Trompete 8′ [sic]

Tremulant

II Hauptwerk C – g”’

Bordun 16′

Principal 8′

Spitzflöte 8′

Octav 4′

Hohlflöte 4′

Quinte 2 2/3′

Superoctav 2′

Kornett 5-fach 8′ ab g°

Mixtura major 5-fach 1 1/3′ rep. bei cs°, gs°, gs’ + fs”

Mixtura minor 3-fach 1/2′ rep. bei a°, a’, d”, a”

Dulzian 16′

Trompete 8′

III Schwellwerk C – g”’

Metallgedackt 8′

Salicional 8′

Voix céleste 8′ C – fs° mit Metallgedackt

Principal 4′

Waldflöte 4′

Nassat 2 2/3′

Blockflöte 2′

Terz 1 3/5′

Sifflet 1′

Mixtur 6-fach 2 2/3′ rep. bei c”, c”’

Fagott 16′

Trompete 8′

Oboe 8′

Clairon 4′

Tremulant

Pedal C – f’

Untersatz 32′ Verl. Subbass 16′ unterste Octave

Principal 16′

Subbass 16′

Octavbass 8′

Gedackt 8′

Choralbass 4′

Bassflöte 4′

Nachthorn 2′

Rauschpfeife 5-fach 2 2/3′

Bombarde 16′

Posaune 8′

Schalmei 4′

 

Spielhilfen

Spielhilfen nach 2001

Setzeranlage Matz & Luge Orgelbau – Siemens SIMATIC OP7 (Display linke Spieltischseite oberhalb der Registerstaffel)
sonder < / Seq. – <<, Seq. – >>, – , k101, k102, S, R
0 – 9, ., +/-, Ebenen auf/ab, rückwärts/vorwärts, SHIFT, INS DEL, HELP, ESC, ACK, ENTER

Linke Seite als Registerzüge: III/P, II/P, I/P, III/II, I/II (Anordnung von oben nach unten)
Rechte Seite als Registerzug: III/I
Mitte oberhalb des dritten Manuales: Zungeneinzelabsteller gruppiert in Teilwerke
Spieltisch unterhalb Manual I: S (Setzer), Sequenzer rückwärts (rot), A – E, 1 – 8, T (Tutti), Sequenzer vorwärts, R (Rücksteller)
Fuß: 1 – 8, Sequenzer rückwärts/vorwärts, Tutti als Pistons, Schwelltritte I und III, II/P, III/P, I/P, III/II, I/II, III/I als Pistons

Spielhilfen vor 2001

Linke Seite als Registerzüge: III/P, II/P, I/P, III/II, I/II (Anordnung von oben nach unten)
Rechte Seite als Registerzug: III/I
Mitte oberhalb des dritten Manuales: Zungeneinzelabsteller gruppiert in Teilwerke
Spieltisch unter Klaviatur I: 8 Setzerkombinationen, 2 zusätzliche Pedal-Kombinationen, Pleno, Tutti
Fuß: 1 – 8, 2 Pedal-Kombinationen, Pleno, Tutti als Pistons, Schwelltritte I und III, II/P, III/P, I/P, III/II, I/II, III/I als Pistons

Gebäude oder Kirchengeschichte

Circa 1311 Gründung der Pfarrei.
1423 wird das Kirchspiel Bühl genannt.
1514 Bau der ersten grösseren Kirche im spätgotischen Stil, welche 1524 mit der Fertigstellung des Kirchturmes abgeschlossen wird.
1622 Zerstörung der Kirche durch plündernde Soldaten. Nach 1624 Aufbauarbeiten.
1767 Vergrösserung des Kirchenraumes und Abtragung des bisherigen Chorraumes.
1773 die erweiterte Kirche wird am 11. November festlich eingeweiht.
1798 Aufzug und Weihe dreier Glocken.
1872 – 1877 Bau einer grösseren dreischiffigen Kirche im neugotischen Stil neben dem bisherigen Kirchenbau nach Plänen des Bezirksbauinspektor Carl (Karl) Dernfeld (Baden-Baden). Der 1876 fertiggestellte Kirchturm ist 63 Meter hoch und erhielt die drei Glocken der bisherigen Kirche. Die barocke Kreuzigungsgruppe stammt aus der alten Kirche. Grundsteinlegung 17. August 1873.
Einweihung der Kirche am 06. Mai 1877.
1880 wird die alte Kirche zum Rathaus umgebaut.
1917 Abgabe der Kirchenglocken zu Rüstungszwecken.
1925 Guss und Aufzug von 5 neuen Glocken der Giesserei Bachert (Karlsruhe). Das Geläut wird elektrifiziert und der Glockenstuhl 1926 renoviert.
1942 erneute Abgabe aller Glocken zu Rüstungszwecken.
26. Mai 1950 Weihe von fünf neuen Glocken von F.W.Schilling (Heidelberg) – Nominale b°+ d’+ f’+ g’+ b’. In den Folgejahren entstehen neue Fenster nach Entwürfen von Prof. Albert Burkart (München).
1952 – 1958 Entfernung der neugotischen Ausstattung und Ausmalung im Zuge einer Kirchenrenovierung. Der Altar stammt von Anton Kunz (Pforzheim).
1976/77 Feier 100 Jahre Stadtpfarrkirche Bühl mit Einweihung der Rieger-Orgel.
2003 Einweihung der Ulrika-Nisch-Kapelle
2008 – 2011 umfangreiche Aussen- und Innenrenovierung der Stadtpfarrkirche. Die neuzeitlichen Buntglasfenster stammen aus der Werkstatt Seitz (Heilbronn). Die Chorfiguren stammen noch vom ursprünglichen neugotischen Hochaltar.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Roman Hägler und Andreas Schmidt
Orgelgeschichte: Angaben und Cooperation mit dem Förderverein zur Erhaltung der historischen Schwarz-Orgel der Stadtpfarrkirche St. Peter & Paul zu Bühl (Baden) e.V., Informationen von Björn Bramser, Orgelsachverständiger Philipp Pelster (Salzburg), Bernhard Götz, Orgelarchiv Schmidt Horst Georg und Andreas Schmidt – Forschungen Orgeln in Südbaden, Informationen Sitzung Andreas Schmidt mit dem Fördervereinsvorsitzenden und OSV Philipp Pelster
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, zitiert aus Kirchenführer Schnell + Steiner “Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul Bühl” Kunstführer Nr. 686, 3 aktualisierte Auflage 2013 ISBN 978-3-7954-5865-2, Pfarrchronik, Pfarrkirche, Pfarrfamilie, der Stadtpfarrei: St. Peter und Paul Bühl
Klangbeispiele Rieger-Orgel
Video der StadtverwaltungBuehl “Orgel – Bernhard Löffler” – Kanal StadtverwaltungBuehl auf Youtube
Video von Organist Johannes Thäter “Orgelimprovisation Wer nur den lieben Gott lässt walten” auf Youtube – Kanal Johannes Thäter
Glockenvideo – BÜHL (BADEN) Pfarrkirche St. Peter und Paul – Plenum und BÜHL (BADEN) Pfarrkirche St. Peter und Paul – Sonntagsgeläut von User Christ-König-Glocke auf Youtube – Kanal

Internetauftritt des Fördervereins zur Erhaltung der historischen Schwarz-Orgel der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul zu Bühl (Baden) e.V.Internetauftritt der Pfarrgemeinde

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