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Orgel: Braunsbedra / Roßbach – St. Heinrich

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Gebäude oder Kirche

St. Heinrich

Konfession

Evangelisch

Ort

Braunsbedra/Roßbach

Postleitzahl

06242

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

 



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1701/02 anlässlich des Kirchenneubaus übernahm man ein gebrauchtes Instrument. Ob dieses Positiv aus der Vorgängerkirche stammte, ist nicht mehr zu ermitteln.
1717 Aufstellung einer neuen Orgel durch „Orgelbauer Mohlau aus Dornstedt“ bezeichnet wird. Möglicherweise ist damit Johann Georg Mohlau (Großbrembach) gemeint. Das neue Instrument besaß 10 Register auf einem Manual und Pedal bei mechanischen Schleifladen.
1840 ist eine umfassende Reparatur der Orgel notwendig.
1870/71 Neubau einer mechanischen Schleifladenorgel II/15 mit neuem, neogotischen Prospekt durch Carl Joseph Chwatal&Sohn (Merseburg) auf dem ersten Emporengeschoss. In Ermangelung einer geeigneten Balgkammer wurden die beiden Keilbälge oberhalb der Orgel in einem verbretterten Verschlag aufgehängt. Steffan Bruns berichtet von einem „Umbau“ und „Erweiterung“ auf 13 (!, siehe unten) Register.
1917 Abgabe der Prospektpfeifen aus Zinn zu Rüstungszwecken
1934 Instandsetzung/Reinigung und Stimmung durch Orgelbau Kühn (Merseburg), dabei werden die Prospektpfeifen aus Zink eingebaut.
1936 werden die Register Violon 16′ und Waldflöte 2′ bereits als nicht vorhanden verzeichnet – II/13. Möglicherweise waren beide Register nur geplant, wurden aber nie eingebaut.
2005 Instandsetzung der Orgel durch Thorsten Zimmermann (Halle) – II/13 auf mechanischen Schleifladen.
2026 Orgel vorhanden und spielbar, zwei Register sind nach wie vor nicht vorhanden, aber auf den Windladen angelegt. Der Winderzeuger ist sehr lautstark. Das Instrument bedarf einer grundhaften Sanierung, vor allem im Bereich der sehr ausgespielten Pedalklaviatur und der Trakturen.

Disposition

Manual I – Hauptwerk C – d“‘

Bordun 16′. [ab c°, Holz gedeckt]

Principal 8′. [C/C# Holz gedeckt, D-F Holz offen, ab F# Prospekt Zink, ab f“ innen, Metall zylindrisch offen]

Hohlflöte 8′. [C-H mit Viola di Gamba zusammengeführt, ab c° eigenständig Holz offen mit Stimmdeckeln, außenlabiierte rechteckige Pfeifen]

Viola di Gamba 8′. [C-H mit Hohlflöte zusammengeführt, ab c° eigene Pfeifen Metall zylindrisch mit Kastenbärten]

Octave 4′. [Metall offen, innen]

Octave 2′. [Metall offen, innen]

Mixtur 3 fach. [2′, rep. c“, Metall offen, 2′ Chor leicht weiter als Octave 2′ mensuriert]

Manual II – Oberwerk C – d“‘

Gedackt 8′. [durchg. Holz gedeckt, außenlabiiert]

Flöte travers 8′. [C-H aus Gedackt 8′, Forts. Holz offen, enge Mensur mit Stimmdeckeln, außenlabiiert]

Salicional 8′. [C-H aus Gedackt 8′, ab c° Metall zylindrisch, enge Mensur mit Kastenbärten]

Gemshorn 4′. [Metall konisch]

Waldflöte 2′. [nicht vorhanden, nur Pfeifenstock]

Pedal C – c‘

Subbaß 16′. [Holz gedeckt]

Violon 16′. [nicht vorhanden, nur Pfeifenstock]

Principalbaß 8′. [Holz offen]

 

Spielhilfen

Registerzüge links oben: O. Ventil., H. Ventil. [Sperrventile Oberwerk, Hauptwerk]
Registerzug rechts unten, innen: Klingel [Kalkant, heute ohne Funktion]
Fußtritte zum Einhaken über dem Pedal: Manual – Coppel., Pedal – Coppel. [I/P]

Gebäude oder Kirchengeschichte

kurz nach 1146 Errichtung eines ersten Kirchenbaues mit dem heutigen Patrozinium am heutigen Standort – 1146 wurde Kaiser Heinrich II. heilig gesprochen, was eine gewisse Beliebtheit jenes Patroziniums hervorrief. Vermutlich gab es vorher schon einen hölzernen Vorgängerbau an jener Stelle.
1218 Erwähnung der Kirche als Pfarrkirche. Vermutlich stammt aus dieser Zeit das Relief des Agnus Dei mit Siegesfahne auf der Nordseite der Kirche.
15. Jahrhundert Guss der kleinsten, nur mit einigen Schnurstegen verzierten Glocke durch einen unbekannten Gießer.
1643 wird eine starke Verwüstung von Dorf und Pfarre durch den Dreißigjährigen Krieg erwähnt. Die Kirche/Kapelle muss sich zu dieser Zeit in einem desolaten Zustand befunden haben.
1665 wird die mittlere Glocke neu gegossen.
1671 umfassende Reparaturarbeiten an der Kirche.
1696 ist der bauliche Zustand der Kirche erneut sehr schlecht, sodass Rittergutsbesitzer Rudolph von Bünau für finanzielle Unterstützung des Vorhabens gewonnen wird. In der erneuerten Kirche erhielt dessen Familie eine Patronatsloge auf der Nordseite und eine darunter liegende Familiengruft. Für die Reparaturarbeiten der Kirche wurden Steine der schon damals kaum genutzten Kirche St. Jakob im Oberdorf genutzt, deren Ruinen noch bis ins 19. Jahrhundert bestanden.
1701/02 tiefgreifender barocker Umbau der Kirche, Erweiterung des Kirchenschiffes auf die heutigen Maße von circa 6×16 Meter, Aufsatz einer oktogonalen Glockenstube auf den Ostturm, Einbau der barocken Innenausstattung. Der Entwurf des Kanzelaltars ähnelt stark Jenem des unweit gelegenen Dorfes Lunstädt, dessen Altar sich heute in Woffleben (Landkreis Nordhausen) befindet -> LINK
1702 Vollendung der Kirche, für deren Umbau vor allem Material des Vorgängerbaues verwendet wurde. Der Patron zahlte für die Maßnahmen 350 Thaler, die Gemeinde nochmals 304 Thaler. Dafür wurden die Initialen des Patronatsherren in die Wetterfahne eingearbeitet.
1724 springt die mittlere Glocke und wird erneut neu gegossen. Auch die große Glocke sprang in diesem Jahr und wurde noch im selben Jahr neu gegossen.
1761 schlug der Blitz in den Turm ein und zerstörte die große Glocke und Teile des Turmhelmes.
1767 wird die große Glocke nach langer Spendensammlung neugegossen.
1808 Guss der mittleren Glocke durch Gebr. Ulrich (Laucha)
1870/71 Umbau der Kirche, Verlegung des Eingangsportals von Norden an die Westseite der Kirche.
1905 erneut umfassende Arbeiten am Bauwerk: Die Grundmauern wurden um etwa 2 Meter erhöht, sodass die heutige Holztonne mit floraler Malerei statt der bisherigen Flachdecke eingezogen werden konnte. Weiterhin wurden die heute vorhandenen neogotischen Spitzbogenfenster eingebaut und der nördliche neogotische Anbau statt der Patronatsloge angefügt. Die gesamte Kirche wurde mit Schiefer gedeckt.
1907 Vollendung der Umbauarbeiten zum 150-jährigen Jubiläum der Schlacht bei Roßbach. Die deutsche Kaiserin schenkte der Kirche zur Einweihung eine Altarbibel.
1971 erhielt die Kirche die große Glocke der einstigen Lützkendorfer Kirche wegen deren Devastierung als Schenkung. Das Instrument wurde 1874 durch Gebrüder Ulrich (Laucha) gegossen.
2004 Restaurierung der Innenausmalung „im Auftrage und unter Mitwirkung der Kirchengemeinde“ durch Firma Michael Schönburg und Restaurator Kurt Schönburg (Bad Lauchstädt-Milzau)
2016 Elektrifizierung der Kirchturmuhr
2019 Einbau von Linearmotoren für die Glocken und einer neuen Glockensteuerung durch Fa. Wende (Wendelstein)
2026 Bauwerk in gutem Zustand, regelmäßige Nutzung.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter, Sichtung vor Ort und Spiel 2026

Orgelgeschichte: Sichtung vor Ort und Spiel 2026, ergänzt durch Informationen aus:
-Bruns, Steffan: Die Geiseltalchroniken. Geschichtliches und mehr zu den Orten an Geisel, Laucha, Leiha und Schwarzeiche. TWENTYSIX Self-Publishing-Verlag 2020, S. 307ff.
-Ulrich, Daniel: Orgelkartei Kirchenkreis Merseburg (Stand 2020) aus diversen Ortsbesichtigungen vor Ort (Privatarchiv des Autors)

Kirchengeschichte: Sichtung vor Ort am und im Bauwerk, ergänzt durch Informationen aus:
-Bruns, Steffan: Die Geiseltalchroniken. Geschichtliches und mehr zu den Orten an Geisel, Laucha, Leiha und Schwarzeiche. TWENTYSIX Self-Publishing-Verlag 2020, S. 307ff.
-Dünschel, Diana: „Kirche Rossbach: Glocken läuten nun allein“ in: Mitteldeutsche Zeitung (MZ.de), 10. März 2019, Abruf am 11. Mai 2026

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