Orgel: Basel – Matthäuskirche
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Gebäude oder Kirche
MatthäuskircheKonfession
ReformiertOrt
Basel (Matthäus-Quartier)Postleitzahl
4057Bundesland / Kanton
Kanton Basel-StadtLand
SchweizBildergalerie + Videos
Orgelgeschichte
1894 wird der Vertrag für den Bau einer Orgel mit der Firma Walcker abgeschlossen.
1895 röhrenpneumatische Kegelladenorgel mit mittig freistehendem Spieltisch (Blickrichtung Chor), erbaut als Opus 719 von Orgelbau E.F.Walcker & Co [sic](Ludwigsburg/Württemberg) III/38. Der Entwurf des Gehäuses stammt von Baumeister Felix Henry (Breslau). Ein Teil des Pfeifenwerks ist im Turmbereich eingebaut. Dei Schwellwerke werden beide von einem Tritt betätigt und stehen im gleichen Schwellkasten. Der Tremulant wirkt auf beide Schwellwerke.
1905 werden Relaisstationen für das zweite und dritte Manual durch Orgelbauer Jakob Zimmermann (Basel) eingebaut, um die Verzögerungen zu regulieren. Bei dieser Massnahme wird die Dolce 8′ im Hauptwerk durch eine Fugara 4′ ersetzt.
1909 wird das Werk um einen Quintbass 10 2/3′ und einen Octavbass 4′ im Pedal auf zusätzlicher pneumatischer Taschenlade erweitert III/40.
1920 erhält die Orgel ein neues Gebläse, eine Crescendo-Walze, Zungeneinzelabsteller und die Schaltungen für das Piano-Pedal für Manual II und III. Weiterhin werden die Zungenstimmen teilweise erneuert, eine Voix céleste im dritten Manual auf einer zusätzlichen pneumatischen Taschenlade eingebaut und die Harmonica 8′ im zweiten Manual durch eine Viola 8′ ersetzt. Die Arbeiten führt Jakob Zimmermann (Basel) aus III/41.
1930 und 1940 wird das Instrument revidiert und neu intoniert durch Eduard Schäfer (Basel). Bei der zweiten Massnahme wurden die Membranen ersetzt und die Korkdichtungen des Cornett 8′ durch Zinndeckel ersetzt.
1951 Renovierung, Veränderungen am Spieltisch (neue Rastentritte, neue Druckknöpfe für die festen Kombinationen) und Ersatz der 1920 im zweiten Manual eingebauten Viola 8′ durch ein Flageolet 2′, sowie Ersatz des Violoncello 8′ im Pedal durch eine Rohrflöte 4′ (Pfeifen Violoncello). Der Echobass 16′ entsteht aus dem Material des Harmonicabass 16′ im Pedal. Die Mixturen des Hauptwerkes und des Schwellwerkes werden aufgehellt und das erste Manual dezenter intoniert. Die Arbeiten werden durch Orgelbau Kuhn (Männedorf) mit Expertise von Ernst Schiess (Bern) ausgeführt.
1962 und 1974 finden Revisionen durch Orgelbau Kuhn statt. Teilweise werden Keilbälgchen und Membranen ersetzt.
2004 Restaurierung der Orgel durch Orgelbauer Eduard Müller (Bottmingen). Der Violoncello 8′ im Pedal und beide Mixturen werden rekonstruiert und die Erweiterungen von 1909 belassen. Die Expertise oblag Rudolf Bruhin – Einweihung am 7. November 2004 – III/41.
Disposition
I Hauptwerk C – f“‘Principal 16′ C – GS Holz offen; ab A Prospekt Bourdon 16′ Holz ged.; Fortf. Metall ged. Principal 8′ Prospekt Doppel=Flöte 8′ Holz offen Gedeckt 8′ Holz ged.; Fortf. Metall ged. Flauto amabile 8′ Holz offen Viola di Gamba 8′ Metall offen Octav 4′ Metall Fugara 4′ 1905; Metall Rohrflöte 4′ Metall rohrged. Quinte 2 2/3′ Metall Octav 2′ Metall Mixtur 2 2/3′ 4-5fach rek. 2004; ab c‘ 5fach; Metall Cornett 8′ 5fach ab c°; Metall Trompete 8′ 1920 neu; Stiefel/Becher Zink; Giesecke
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II Schwellwerk C – f“‘Liebl. Gedeckt 16′ Holz ged.; Fortf. Metall ged. Geigen=Principal 8′ C – H Holz, ab c° Metall Bourdon 8′ Holz ged.; Fortf. Metall ged. Wiener=Flöte 8′ Holz offen, überblasend Salicional 8′ C – H Holz, ab c° Metall Travers=Flöte 4′ Holz offen, überblasend Gemshorn 4′ Metall Flageolet 2′ 1951; Metall; leicht zylindrisch Mixtur 2 2/3′ 3fach rek. 2004 – rep. c“‘; Metall Clarinette 8′ durchschlagend; Schiedmayer; Stiefel/Becher Holz
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III Schwellwerk (Positiv) C – f“‘Liebl. Gedeckt 8′ Holz ged.; Fortf. Metall ged. Gemshorn 8′ C – H Holz, ab c° Metall Aeoline 8′ C – H Holz, ab c° Metall Voix céleste 8′ ab c°; 1920; Zink; Lagerbestand Dolce 4′ Metall Oboë 8′ 1920 neu; aufschlagend; Stiefel/Becher Zink; Giesecke Tremolo II. & III.
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Pedal C – d‘Principalbass 16′ Holz offen Violonbass 16′ Holz offen Subbass 16′ Holz ged. Quintbass 10 2/3′ 1909; Holz ged.; auf zus. pneum. Taschenlade Octavbass 8′ Holz offen Violoncello 8′ rek. 2004; Metall offen Spitzflöte 8′ C – H Holz, ab c° Metall Oktavbass 4′ 1909; Zink; auf zus. pneum. Taschenlade Rohrflöte 4′ 1951; 2023 teilw. vorhanden – Pfeifen zur Rek. von Violoncello verwendet; Rest Metall rohrged. Posaunenbass 16′ 1920 neue franz. Kehlen, Zungen und Krücken; Stiefel/Becher Holz
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Zusammensetzung Mixtur HW
C 2 2/3′ + 2′ + 1 3/5′ + 1 1/3′
c‘ 4′ + 2 2/3′ + 2′ + 1 3/5′
Zusammensetzung Cornett HW
c° 8′ + 4′ + 2 2/3′ + 2′ + 1 3/5′
Zusammensetzung Mixtur SW II
C 2 2/3′ + 2′ + 1 3/5′
c“‘ 4′ + 2 2/3′ + 2′
Registerbezeichung Oboë gemäss Registerbeschriftung!
Motor: G. Meidinger (Basel) Typ E DBS 10, Nr. 50452, Umdr.pro Minute 930
Anordnung am Spieltisch (von links nach rechts)
Links obere ReiheTremolo II & III III Voix céleste 8′ III Dolce 4′ III Oboë 8′ III Aeoline 8′ III Gemshorn 8′ III Liebl. Gedeckt 8′
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Links mittlere ReiheII Liebl. Gedeckt 16′ II Gemshorn 4′ II Wiener=Flöte 8′ II Flageolet 2′ II Salicional 8′ II Bourdon 8′ II Geigen=Principal 8′
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Links untere ReiheP Rohrflöte 4′ P Spitzflöte 8′ P Octavbass 8′ II Clarinette 8′ II Mixtur 2 2/3′ 3fach II Travers=Flöte 4′
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Rechts obere ReiheI Principal 16′ I Bourdon 16′ I Principal 8′ I Doppel=Flöte 8′ I Gedeckt 8′ I Viola di Gamba 8′ I Flauto amabile 8′
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Rechts mittlere ReiheI Fugara 4′ I Octav 4′ I Rohrflöte 4′ I Quinte 2 2/3′ I Octav 2′ I Mixtur 2 2/3′ 4-5fach I Cornett 8′ 5fach
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Rechts untere ReiheI Trompete 8′ P Principalbass 16′ P Subbass 16′ P Violonbass 16′ P Violoncello 8′ P Posaunenbass 16′ P Oktavbass 4′ P Quintbass 10 2/3′
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Disposition ab 1951
I Hauptwerk C – f“‘Principal 16′ Bourdon 16′ Principal 8′ Doppel=Flöte 8′ Gedeckt 8′ Flauto amabile 8′ Viola di Gamba 8′ Octav 4′ Fugara 4′ Rohrflöte 4′ Quinte 2 2/3′ Octav 2′ Mixtur 2′ 4fach neu zusammengesetzt, ohne Terz Cornett 8′ 5fach Trompete 8′
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II Schwellwerk C – f“‘Liebl. Gedeckt 16′ Geigen=Principal 8′ Bourdon 8′ Wiener=Flöte 8′ Salicional 8′ Travers=Flöte 4′ Gemshorn 4′ Flageolet 2′ (vorher Viola 8′) Mixtur 1 1/3′ 3fach neu zusammengesetzt, ohne Terz Clarinette 8′
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III Schwellwerk (Positiv) C – f“‘Liebl. Gedeckt 8′ Gemshorn 8′ Aeoline 8′ Voix céleste 8′ Dolce 4′ Oboë 8′ Tremolo II. & III.
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Pedal C – d‘Prinzipalbass 16′ Violonbass 16′ Subbass 16′ Echobass 16′ (vorher Harmonicabass 16′) Quintbass 10 2/3′ Octavbass 8′ Spitzflöte 8′ Oktavbass 4′ Rohrflöte 4′ (vorher Violoncello 8′) Posaunenbass 16′
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Zusammensetzung Mixtur HW 1951
C 2′ + 1 1/3′ + 1′ + 2/3′
Zusammensetzung Mixtur SW II 1951
C 1 1/3′ + 1′ + 2/3′
Disposition ab 1905 – 1920
I Hauptwerk C – f“‘Principal 16′ Bourdon 16′ Principal 8′ Doppel=Flöte 8′ Gedeckt 8′ Flauto amabile 8′ Viola di Gamba 8′ Octav 4′ Fugara 4′ (vor 1905 Dolce 8′) Rohrflöte 4′ Quinte 2 2/3′ Octav 2′ Mixtur 2 2/3′ 4fach Cornett 8′ 5fach Trompete 8′
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II Schwellwerk C – f“‘Liebl. Gedeckt 16′ Geigen=Principal 8′ Bourdon 8′ Wiener=Flöte 8′ Viola 8′ (vor 1920 Harmonica 8′) Salicional 8′ Travers=Flöte 4′ Gemshorn 4′ Mixtur 2 2/3′ 3fach Clarinette 8′
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III Schwellwerk (Positiv) C – f“‘Liebl. Gedeckt 8′ Gemshorn 8′ Aeoline 8′ Voix céleste 8′ 1920 neu, Zusatzlade Dolce 4′ Oboë 8′ Tremolo II. & III.
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Pedal C – d‘Prinzipalbass 16′ Violonbass 16′ Subbass 16′ Harmonicabass 16′ Quintbass 10 2/3′ 1920 neu, Zusatzlade Octavbass 8′ Violoncello 8′ Spitzflöte 8′ Oktavbass 4′ 1920 neu, Zusatzlade Posaunenbass 16′
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Originaldisposition 1895
I Hauptwerk C – f“‘Principal 16′ Bourdon 16′ Principal 8′ Doppel=Flöte 8′ Gedeckt 8′ Flauto amabile 8′ Viola di Gamba 8′ Dolce 8′ C – H Holz; ab c° Metall Octav 4′ Rohrflöte 4′ Quinte 2 2/3′ Octav 2′ Mixtur 2 2/3′ 4fach Metall Cornett 8′ 5fach Trompete 8′ Stiefel/Becher Metall
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II Schwellwerk C – f“‘Liebl. Gedeckt 16′ Geigen=Principal 8′ Bourdon 8′ Wiener=Flöte 8′ Harmonica 8′ Metall Salicional 8′ Travers=Flöte 4′ Gemshorn 4′ Mixtur 2 2/3′ 3fach Metall Clarinette 8′
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III Schwellwerk (Positiv) C – f“‘Liebl. Gedeckt 8′ Gemshorn 8′ Aeoline 8′ Dolce 4′ Oboë 8′ Stiefel Holz; aufschlagend Tremolo II. & III.
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Pedal C – d‘Prinzipalbass 16′ Violonbass 16′ Subbass 16′ Harmonicabass 16′ 1 1/2 Octaven Holz; Fortf. Metall Octavbass 8′ Violoncello 8′ Metall Spitzflöte 8′ Posaunenbass 16′
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In Klammern sind bei der Disposition von 1895 die Details der Register angegeben, welche nicht mehr vorhanden sind, oder verändert wurden. Die anderen Details sind bei der aktuellen Disposition aufgeführt.
Spielhilfen
Linke Seite: Piano Ped. im III., Piano Ped. im II. als Züge links der Klaviaturbacken (1920 ergänzt)
Oberhalb des dritten Manuals: Zungeneinzelabsteller (Posaune ab, Trompete ab, Clarinette ab, Oboe ab) als Züge, Crescendo-Anzeiger 0 – 12 (1920 ergänzt)
Druckknöpfe unter erstem Manual: III.M. z.I.M., III.M.z.II.M., II.M.z.I.M. (Koppeln eigenständig auslösbar), Tutti, F, MF, Auslöser (neue Druckknöpfe 1951)
Fuß: Tutti, III.-I., III.-II., II.-I., III.-P., II.-P., I.-P. als Rastentritte auf der linken Seite (neue Rastentritte 1951), Schwelltritt II & III, Walze (Tritt – Walze ohne Schaltung der Koppeln, diese müssen separat registriert werden, 1920 ergänzt)
Spielhilfen 1895
Coppelungen III.Man.z.I.Man., II.Man.z.I.Man., III.Man.z.I.Man., I.Man.z.Pedal, II.Man.z.Pedal, III.Man.z.Pedal
Collektivpedale für Tutti, Forte, Mezzoforte, Piano
Schwelltritt II & III
Gebäude oder Kirchengeschichte
1893 – 1895 Bau der neugotischen Matthäuskirche nach Plänen des Baumeisters Felix Henry (Breslau), die Bauleitung oblag Gustav und Julius Kelterborn (Basel). Die Kirche ist ein Sandsteinbau mit einem Sockelaufbau aus Gotthardgranit. Für die Eindeckung des Daches wurde Ardennenschiefer verwendet.
1895 Aufzug eines fünfstimmigen Geläuts der Giesserei Rüetschi (Aarau) – Nominale c‘ + e‘ + g‘ + a‘ + c“.
Die Innenraumgestaltung orientiert sich an den Einflüssen des Wiesbadener Programms. Die Ausmalung stammt von Emil Nöller (Breslau), die Glasmalereien von Emil Schäfer (Basel), der Altar von Rudolf Linder (Basel) sowie die Kanzel von J. Gürtler und L. Bürgi (Basel).
1896 Einweihung der Kirche am 11. Oktober 1896.
1999 – 2000 umfangreiche Aussenrenovierung der Kirche.
2002 – 2003 Innenrenovierung. Das Gemeindehaus wird verkauft und die Räume in das Untergeschoss integriert.
2004 bauliche Erweiterung des Untergeschosses.
2014 wird die Kirche an die Bau- und Vermögensverwaltung der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt abgegeben und wird gelegentlich für kleinere Veranstaltungen und Angebote genutzt.
Der Turm der Matthäuskirche Basel ist mit 80 Metern der höchste Kirchturm der Stadt.
Anfahrt
Quellenangaben
Orgelbeitrag erstellt von: Andreas Schmidt
Dateien Bilder Kirche und Orgel: Andreas Schmidt
Kirchengeschichte: Angaben der Kirchgemeinde vor Ort, zitiert von den Seiten der Gemeinde sowie aus dem INSA-Inventar der neueren Schweizer Architektur Band 2 – 1986.
Orgelgeschichte: eigene Sichtung und Spiel 2018 und 2023, Informationen von Dieter Stalder (sel.) und div. Organisten der Stadt Basel, Orgelarchiv Horst-Georg Schmidt sel.
Glockenvideo von User GlockenTV auf Youtube – Kanal




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