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Orgel: Apolda – Lutherkirche

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Gebäude oder Kirche

Lutherkirche

Konfession

Evangelisch

Ort

Apolda

Postleitzahl

99510

Bundesland / Kanton

Thüringen

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

Ansicht von außen

Impressionen des Innenraumes

Altarraum und Details

Orgelprospekt

Spieltisch



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1894 Planungen für einen Orgelneubau in der neu gebauten Kirche. Die Disposition des Werkes entwarf Alexander Gottschalg/Weimar – es bewarben sich neben Wilhelm Sauer auch:
Friedrich Ladegast&Sohn (Weißenfels), Walcker&Cie. (Ludwigsburg), Adam Eifert (Stadtilm), Wilhelm Rühlmann (Zörbig). Sauer erhielt den Zuschlag für 14.964 Mark.
1894/95 Neubau einer mechanischen Kegelladenorgel mit pneumatischem Spieltisch III/42 als Op.620 durch Wilhelm Sauer Orgelbau Frankfurt/Oder. Die Ansteuerung der mechanischen Laden erfolgte über pneumatische Relais.
25. März 1895 Abnahme der Orgel durch Gottschalg, der das Werk in höchsten Tönen lobt. Der Prospekt wurde vom Kirchenarchitekten Otzen entorfen.
1917 Abgabe der Prospektpfeifen aus Zinn, Ersatz durch Zink.
1933 Erweiterung und Umdisponierung III/45+1 durch Fa. Sauer Inh. Dr. Oscar Walcker (Falkenberg nennt Gerhard Kirchner/Weimar als Ausführenden, dieser war aber erst ab 1934 selbstständig tätig) Ein neuer Spieltisch mit Registerwippen statt -zügen wurde erbaut, das zweite Manual erhielt einen Schwellkasten, desweiteren wurde die Pneumatik erneuert. Zwei freie Pedalkombinationen und zwei freie Kombinationen für das ganze Werk wurden installiert.
1958 Erweiterung des Pedalumfangs um 3 Töne von C-d‘ auf C-f‘, die zusätzlichen Pfeifen kamen auf Zusatzladen zum Stehen.
1959 (1953 begonnen) weitere Umdisponierung durch Gerhard Kirchner/Weimar – III/48+1. Das Cornett des HW wurde zerlegt und teilw. als Mixtur im Pedal verwendet, dafür musste der Sanftbass 16′ aus dem Pedal weichen. Das Register Terz 1 3/5′ im dritten Manual erhielt einen separaten Registerschalter auf der linken Seite neben dem Notenpult und wurde mit der Nummer 12a bezeichnet. Kirchner baute zudem zwei freie Pedalkombinationen ein.
ab 2010 starke Fehlfunktionen und Verschmutzung des Werkes, viele Pfeifen haben die Klanggrenze erreicht und lassen sich teilweise nicht mehr richtig stimmen (Oboe II)
2018 Ausbau der Orgel durch Fa. Jehmlich/Dresden, umfassende Reinigung
2019-22 Restaurierung und Dispositionsrückführung durch Fa. Jehmlich, der Schwellkasten für Manual II wurde entfernt, die zusätzlichen Stimmen ebenfalls. Die Registerwippen
des Spieltisches wurden beibehalten und eine Setzeranlage mit 10.000 Plätzen mit separatem Registertableau installiert. Der erweiterte Pedalumfang wurde beibehalten, Sequenzerknöpfe wurden am Spieltisch an ergonomisch sinnvollen Stellen ergänzt.
29. Juni 2022 Abnahme der Orgel – III/42, pneumatische Kegelladen mit elektrischer Registratur. Der Spieltisch kann auch ohne den Setzer im „klassischen Sinn“ genutzt werden.
3. Juli 2022 Einweihung der Orgel mit einem Festgottesdienst.

Disposition

Disposition 2022 (entspricht 1894)

Manual I – Hauptwerk C-f“‘

Prinzipal 16′

Bordun 16′

Prinzipal 8′

Gemshorn 8′

Hohlflöte 8′

Gedackt 8′

Viola di Gamba 8′

Octave 4′

Flûte harm. 4′

Quinte 2 2/3′

Octave 2′

Mixtur 5f.

Cornett 3-4f.

Trompete 8′

Manual II – Oberwerk C-f“‘

Lieblich Gedackt 16′

Geigen-prinzipal 8′

Travers-flöte 8′

Lieblich Gedackt 8′

Salicional 8′

Fugara 4′

Rohrflöte 4′

Piccolo 2′

Pro-gressiv 4-5f.

Oboe 8′

 

Manual III – Schwellwerk C-f“‘

Prinzip.-amabile 8′ [sic]

Konzert-flöte 8′

Zart-gedackt 8′

Harmonika 8′

Vox coelestis 8′

Vox angelica 4′

Zartflöte 4′

 

Pedal C-f‘

Untersatz 32′

Prinzipal 16′

Violon 16′

Subbass 16′

Quint-bass 10 2/3′

Oktav-bass 8′

Gedackt-bass 8′

Violon-cello 8′

Oktave 4′

Posaune 16′

Trompete 8′

Disposition ab 1933 gemäß Falkenberg

Manual I – Hauptwerk C-f“‘

Prinzipal 16′

Bordun 16′

Prinzipal 8′

Gemshorn 8′

Hohlflöte 8′

Gedackt 8′

Viola di Gamba 8′

Octave 4′

Flûte harm. 4′

Quinte 2 2/3′

Octave 2′

Mixtur 5f.

Cornett 3-4f.

Trompete 8′

Krummhorn 8′

Manual II – Schwellwerk  C-f“‘

Lieblich Gedackt 16′

Geigen-prinzipal 8′

Travers-flöte 8′

Lieblich Gedackt 8′

Salicional 8′

Fugara 4′

Rohrflöte 4′

Piccolo 2′

Pro-gressiv 4-5f.

Oboe 8′

 

Manual III – Schwellwerk C-f“‘

Prinzip.-amabile 8′ [sic]

Konzert-flöte 8′

Zart-gedackt 8′

Harmonika 8′

Vox coelestis 8′

Vox angelica 4′

Zartflöte 4′

Quinte 2 2/3′

Blockflöte 2′

Sifflöte 1′

Cymbel 2fach

Trichterregal 8′

 

Pedal C-f‘

Untersatz 32′

Prinzipal 16′

Violon 16′

Subbass 16′

Sanftbass 16′ (keine Transmission, statt Quinte 10 2/3′)

Oktav-bass 8′

Gedackt-bass 8′

Violon-cello 8′

Oktave 4′

Blockflöte 2′ (Tr.III)

Posaune 16′

Trompete 8′

Kursiv bezeichnete Stimmen sind neu.

Disposition ab 1959 gemäß Kießling: Orgelführer durch die Region Weimar und Weimarer Land

Manual I – Hauptwerk C-f“‘

Prinzipal 16′

Bordun 16′

Prinzipal 8′

Gemshorn 8′

Hohlflöte 8′

Gedackt 8′

Viola di Gamba 8′

Octave 4′

Flûte harm. 4′

Quinte 2 2/3′

Octave 2′

Terz 1 3/5′ (aus Cornett 3-4f.)

Mixtur 5f.

Trompete 8′

Krummhorn 8′

Manual II – Schwellwerk  C-f“‘

Lieblich Gedackt 16′

Travers-flöte 8′

Lieblich Gedackt 8′

Salicional 8′

Oktave 4′ (aus Geigenprincipal 8′)

Rohrflöte 4′

Piccolo 2′

Sesquialter 2fach (statt Fugara 4′)

Pro-gressiv 4-5f.

Oboe 8′

 

Manual III – Schwellwerk C-f“‘

Prinzip.-amabile 8′ [sic]

Konzert-flöte 8′

Zart-gedackt 8′

Harmonika 8′

Vox coelestis 8′

Vox angelica 4′

Zartflöte 4′

Oktave 2′

Terz 1 3/5′

Quinte 1 1/3′

Ital. Prinzipal 1′

Cymbel 3fach

Trichterregal 8′

 

Pedal C-f‘

Untersatz 32′

Prinzipal 16′

Violon 16′

Subbass 16′

Oktav-bass 8′

Gedackt-bass 8′

Violon-cello 8′

Oktave 4′

Oktave 2′ (Tr.III)

Rauschpfeife 4fach (aus Pfeifen HW Cornett 3-4f.)

Posaune 16′

Trompete 8′

 

Spielhilfen

Spielhilfen 2022
Über Manual III mittig links als kleine Züge: Pedal-Komb.II, Pedal-Komb.I [zwei freie Pedalkombinationen]
Mittig über Manual III: „Walzenuhr“ [Anzeige für Registerschweller/Walze mit 24 Stufen]
Über Manual III mittig rechts als kleine Züge, von links: II-I, III-I, III-II, I/Ped., II/Ped., III/Ped. [Koppeln in den freien Pedalkombinationen 1+2, jeweils weiß und grüne Züge]
Über Manual III ganz rechts: Digitalanzeige für Setzer
Über den Registerschaltern als kleine Züge in grün und weiß: Züge für freie Kombinationen 1+2
In der Vorsatzleiste unter Manual I, von links: Druckknopf < [Sequenzer zurück], Hdrg. z. Fr. Komb. [Handregister zur fr. Komb.], Pedal-Komb. I, Auslöser für Pedalkomb. [unbeschriftet, roter Knopf], Pedal-Komb. II, Fr. Komb. I [weiß], Fr. Komb. II [grün], Auslöser für Fr. Komb. [unbeschriftet, roter Knopf], Forte, Tutti
In der Vorsatzleiste unter Manual I, rechte Seite, jeweils als unbeschrifteter roter Knopf [Auslöser] und weißer, beschrifteter Druckknopf: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P, Handreg. „ab“ [Handregister ab], Druckknopf > [Sequenzer vor]
Über dem Pedal links als Fußtritte zum Einhaken [wechselwirkend mit Druckknöpfen], von links: III/Pedal, II/Pedal, I/Pedal, III/II, III/I, II/I
Über dem Pedal mittig, von links: Crescendo & Decrescendo [Walze], Fußtritt zum Einhaken Walze „ab“, Piston > für Sequenzer vor [neu], Schweller III, Fußtritt Pedal-Tutti, Fußtritt Zungenstimmen „ab“
NEU ab 2022: Rechts vom Notenpult schwenkbares Registertableau mit beleuchteten Druckknöpfen für jedes Register und Koppeln, dazu Setzeranzeige als Digitalanzeige, Druckknopf „Setzer an“, Druckknopf „Rohrwerke ab“ [rechts außen], Druckknöpfe 0-9, S [speichern], R [Generalrücksteller],
Druckknöpfe „auf“ und „ab “ für Tausender- Hunderter- und Zehnerblöcke im Setzer

Spielhilfen ab 1933
Normalkoppeln II/I, III/I [neu], III/II, I/P, II/P, III/P [neu] – diese als Druckknöpfe in der Vorsatzleiste unter Manual I mit entsprechendem Auslöser und als Fußtritte über dem Pedal
Rollschweller mit Anzeige, Walze ab, Schwelltritt III, Schwelltritt II [neu], zwei freie Kombinationen [weiß und grün], Kollektivdrücker Pleno [neu] und Tutti, Autom. Pedalumschalt., Pedal-Tutti [Fußtritt, neu], Zungenstimmen ab [Fußtritt, neu]

Spielhilfen ab 1959
Normalkoppeln II/I, III/I [neu], III/II, I/P, II/P, III/P [neu] – diese als Druckknöpfe in der Vorsatzleiste unter Manual I mit entsprechendem Auslöser und als Fußtritte über dem Pedal
Rollschweller mit Anzeige, Walze ab, Schwelltritt III, Schwelltritt II, zwei freie Kombinationen [weiß und grün], Kollektivdrücker Pleno und Tutti, Autom. Pedalumschalt., Pedal-Tutti, Zungenstimmen ab, zwei freie Pedalkombinationen [über Manual III, neu]

Spielhilfen 1894 gemäß Falkenberg
Normalkoppeln II/I, III/II, I/P, II/P, Rollschweller mit Anzeige, Schweller III, Auslöser, 5 feste Kombinationen pp, p, mf, f, Tutti

Gebäude oder Kirchengeschichte

1119 Erwähnung einer Martinskirche in Apolda.
1524 wird diese Kirche evangelisch
1720 Planungen für einen Neubau, um die zunehmende Zahl von Christen in der Stadt zu beherbergen.
1722/23 Guss zweier Glocken durch Johann Christoph Rose/Apolda (Nominale: cis‘, e‘)
1738 kommen die Neubaupläne aus nicht bekannten Gründen zum Erliegen.
1870 erste Überlegungen zum Neubau einer großen repräsentativen Kirche, Guss der heutigen Glocke 3 (Nominal: gis‘) durch Carl Friedrich Ulrich/Apolda.
1890 Planungen zum Neubau einer neogotischen Kirche für 307.000 Mark, die von der Gemeinde finanziert werden.
1890 erster Entwurf von Architekt Johannes Otzen für eine zweischiffige Hallenkirche mit ca. 1100 Sitzplätzen.
1891-94 Neubau der Kirche nach dem Entwurf von Otzen.
1894 festliche Einweihung des neuen Gotteshauses.
1913 Sprung der großen Glocke, Neuguss durch Schilling/Apolda in gleicher Tonlage.
1942 Abgabe von Glocken für die Rüstungsindustrie.
1950 Neuguss der großen Glocke (Nominal: cis‘, Gewicht ca. 2,2 Tonnen) durch Franz Schilling/Apolda
2018-21 umfassende Sanierung des Bauwerkes, Einbau einer neuen Beleuchtungsanlage.

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter, Sichtung und Anspiel
Orgelgeschichte: Johannes Richter mit Informationen eines Faltblattes zur Orgelsanierung sowie Informationen eines Aushangs in der Kirche, ergänzt durch Informationen aus: Hans-Joachim Falkenberg – Der Orgelbauer Wilhelm Sauer. Orgelbau-Fachverlag Rensch, ISBN-13: 9783921848173., ergänzt durch:
Viola-Bianka Kießling: Königin der Instrumente – Ein Orgel-Führer durch die Region Weimar und Weimarer Land. Fagott-Orgelverlag, Friedrichshafen 2007, ISBN 978-3-00-021071-6. und mündliche Informationen von Kreiskantor Mike Nych
Kirchengeschichte: Informationen aus: Michael Schönfeld (Hrsg.): Die Lutherkirche in Apolda. Wartburg, Weimar 1994, ISBN 3-86160-131-1. sowie
Ernst Fauer: Die Glocken der Lutherkirche und das Gesamtgeläut der Apoldaer Kirchenglocken in: Apoldaer Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Apoldaer Heimat – Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung; Heft 27. Apolda 2009, S. 58ff.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Kreiskantor Mike Nych. Herzlichen Dank!

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