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Orgel: Wernigerode – Konzerthaus Liebfrauen (ehem. Liebfrauenkirche)

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Die Sauer-Orgel in Wernigerode ist das größte romantische Instrument dieser Firma in Sachsen-Anhalt und eines der wenigen Erhaltenen mit mechanischen Kegelladen.
Spenden werden HIER nach wie vor gerne entgegen genommen.




Gebäude oder Kirche

Konzerthaus Liebfrauen (ehem. Liebfrauenkirche)

Konfession

-

Ort

Wernigerode

Postleitzahl

38855

Bundesland / Kanton

Sachsen-Anhalt

Land

Deutschland

Bildergalerie + Videos

(Die Bilder entstanden vor der Sanierung der Orgel!)

Ergänzt mit Aussenbildern

Z thomasLiebfrauenkirche wernigerode märz2017 (1)CC BY-SA 4.0

Timur Y, Wernigerode, Germany – panoramio (73)CC BY 3.0



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1705 Auftrag der Kirchengemeinde an Orgelbauer Christoph Contius (auch: Cuntzius) zur Errichtung einer (ersten bekannten) Orgel mit zwei Manualen und Pedal sowie mechanischen Schleifladen.
1707 Fertigstellung dieser Orgel.
1707 Errichtung eines barocken Prospektes durch Conrad Heinrich Möser und Henning Wehler aus Nöschenrode und Halberstadt.
1751 brannte die Contius-Orgel zusammen mit der Kirche nieder.
1761 Kostenvoranschlages des Orgelbauers Christian Braun/Wernigerode für eine neue Orgel.
1762 Einweihung der neuen Kirche noch ohne Orgel.
1765 Einweihung der Orgel von Christian Braun mit zwei Manualen und Pedal auf der oberen Empore – der Prospekt fehlte noch.
1783 Fertigstellung des Prospektes von Josef F. Bartoli.
1861/62 Planungen der Gemeinde zur Reparatur/Neubau der Orgel.
1882 drei Kostenvoranschläge der Fa. Sauer/Frankfurt a.d.Oder lagen vor, zwei davon mit Abriss der oberen Empore und Neubau einer dreimanualigen Orgel.
1883 Errichtung einer vorderspieligen mechanischen Kegelladenorgel II/30 mit freistehendem Spieltisch als Opus 401 durch Firma Wilhelm Sauer/Frankfurt a.d. Oder. Eine besondere Einrichtung ist das „Combinations-Pedal“, eine mechanische freie Kombination. Der Magazinbalg befindet sich samt Schöpfer unter der Windlade des Hauptwerkes von vorne gesehen links, links am Gehäuse befindet sich eine Treteinrichtung für den Schöpfer.
27. Juni 1883 Einweihung der neuen Orgel hinter dem Prospekt der Vorgänger-Orgel.
1917 Abgabe der Prospektpfeifen aus Zinn zu Rüstungszwecken.
1920er Jahre Einbau von Zinkpfeifen in den Prospekt (von der Mensur her nicht angepasst).
1937 Dispositionsänderung: HW Rauschquinte 2f. wurde in zwei Einzelreihen geteilt. Die Gambe aus dem HW wurde dafür ausgebaut. SW Clarinette 8′ wurde zu Krummhorn 8′ aufschlagend geändert, Ped. Violoncello wurde zu Choralbaß 4′ umgebaut. Bemerkenswert ist der pietätvolle Umgang mit dem vorhandenen Material – die neuen Registerschilder wurden originalgetreu zu den alten gestaltet.
Um 1960 Einbau eines elektrischen Winderzeugers.
1982 behutsame Dispositionsänderung durch Orgelbau A. Schuster & Sohn Zittau – II/30. Folgende Umbauten wurden durchgeführt: Eine neue Pedalklaviatur wurde eingebaut, die leicht geschweift ist, Ausbau von Krummhorn 8′ SW und Einbau einer Clarinette 8′ mit durchschlagenden Zungen, welche angeblich aus einer Röver-Orgel um 1910 stammt.
1982 Einweihung der Orgel in diesem Zustand.
Ab 2013 stete Verschlechterung des Zustandes mit Heulern und Durchstechern.
2019 Beginn der Auslagerung der Orgel.
2019-21 umfangreiche Sanierung und Rückführung der Disposition auf den Stand von 1883, dabei auch Sanierung des Prospektes. Dabei wurde das gesamte Werk tiefer gelegt. Die Sanierung führte Orgelbau Jörg Dutschke/Dambeck aus.
10. April 2022 Wiedereinweihung der Orgel mit einem Festkonzert.

Disposition

Disposition ab 2022 (entspricht 1883)

Manual I – Hauptwerk C – f“‘

BORDUN 16′

PRINCIPAL 8′

GEDACT-FLOETE 8′

FLÛTE HARMON. 8′

GAMBE 8′

OCTAVE 4′

ROHRFLOETE 4′

GEMSHORN 4′

RAUSCH-QUINTE 2 2/3′-2′

MIXTUR 5 FACH

CORNETT 4 FACH

TROMPETE 8′ (aufschl.)

 

Manual II – Schwellwerk C – f“‘

GEDACT 16′

PRINCIPAL 8′

ROHRFLOETE 8′

SALICIONAL 8′

AEOLINE 8′

VOIX CELESTE 8′

FUGARA 4′

TRAVERS-FLOETE 4′

PROGRESSIV 2-3 FACH

CLARINETTE 8′ (durchschl.)

 

Pedal C – d‘

CONTRABASS 16′

VIOLON 16′

SUBBASS 16′

QUINTBASS 10 2/3′

PRINCIPAL 8′

GEDACT 8′

CELLO 8′

POSAUNE 16′ (aufschl.)

 

 

Disposition 1937-2022

Manual I – Hauptwerk C – f“‘

BORDUN 16′

PRINCIPAL 8′

GEDACT-FLOETE 8′

FLÛTE HARMON. 8′

OCTAVE 4′

ROHRFLOETE 4′

GEMSHORN 4′

QUINTE 2 2/3′

OKTAVE 2′

MIXTUR 5 FACH

CORNETT 4 FACH

TROMPETE 8′ (aufschl.)

 

Manual II – Schwellwerk C – f“‘

GEDACT 16′

PRINCIPAL 8′

ROHRFLOETE 8′

AEOLINE 8′

VOIX CELESTE 8′

FUGARA 4′

TRAVERS-FLOETE 4′

NACHTHORN 2′ (neue Pfeifen, statt Salicional 8′)

PROGRESSIV 2-3 FACH

KRUMMHORN REGAL 8′ (ab 1982: Clarinette 8′)

 

Pedal C – d‘

CONTRABASS 16′

VIOLON 16′

SUBBASS 16′

QUINTBASS 10 2/3′

PRINCIPAL 8′

GEDACT 8′

OKTAVE 4′ (aus Cello 8′)

POSAUNE 16′ (aufschl.)

 

 

Spielhilfen

Als Registerzug rechts oben außen: Calcantenzug (ohne Beschriftung und ohne Funktion)
Über den Registerzügen als kleine Züge: Züge für freie Kombination
Über dem Pedal mittig als Fußtritte aus Gusseisen zum Einhaken, von links: PEDALCOPPEL I.MAN., PEDALCOPPEL II.MAN., MANUAL-COPPEL., COMBINATIONS-PEDAL [freie Kombination mechanisch, Patent No.14576], TUTTI. [Kollektivtritt], SCHWELLER [Löffeltritt für Jalousieschweller II, Einhaken = Schweller offen]

Gebäude oder Kirchengeschichte

1230 erste Erwähnung einer romanischen Kirche mit zwei Türmen im Patrizierviertel Burgstraße.
1751 Brand des Burgstraßenviertels, dabei wurde die alte Liebfrauenkirche vollkommen zerstört.
Ab 1756 Planungen zum Wiederaufbau mit Unterstützung der dänischen Krone und des Grafen Ernst zu Stolberg-Wernigerode. Die Planungen oblagen dem gräflichen Baumeisters Johann Friedrich Heintzmann.
1756-1762 Wiederaufbau der Kirche als barocke rechteckige Saalkirche.
1759 Entwurf und Einbau des Kanzelaltars durch den Hoftischler Johann Michael Möser/Nöschenrode. Bildhauser Josef F. Bartoli versah den Kanzelkorb mit Schnitzwerk.
1762 Fertigstellung des Taufsteins.
Mitte 19. Jahrhundert Planungen zum Umbau der Kirche, es sollte ein kompletter nahezu überdimensionierter Neubau im neogotischen Stil entstehen.
1890 Guss dreier neuer Glocken durch die Gießerei Franz Schilling&Söhne/Apolda.
1891 Errichtung eines ca. 60m hohen Turmes im neogotischen Stile. Für einen weiteren Umbau der Kirche fehlten die Mittel, sodass es beim Neubau des Turmes blieb.
1891 Einbau einer mechanischen Turmuhr von der Firma Korfhage, Einbau von Buntglasfenstern der Werkstatt Ferdinand Müller/Quedlinburg.
1917 Abgabe der Glocken zu Kriegszwecken.
1924 Neuguss von drei Stahlglocken bei Mitteldeutschen Stahlwerken Linke Hofmann AG, Nominalfolge d‘-fis‘-a‘.
1990/91 Sanierung der Kirche.
2012 Einrichtung eines Kindergottesdienstraumes in der Loge hinter der Kanzel, Einbau einer neuen Küche.
Um 2015 Überlegungen zum weiteren Erhalt der Kirche durch die Gemeinde.
2018 Verkauf der Kirche an die Kulturstiftung Wernigerode – die Kirche soll zum Konzerthaus umgestaltet werden.
3. Februar 2019 Entwidmung der Kirche.
2019-22 Umgestaltung des Inneren – Umbau des Inneren und der Emporen.
3. März 2022 Eröffnung des „Konzerthaus Liebfrauen“

Anfahrt

Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Dateien Bilder Kirche und Orgel: Johannes Richter
Orgelgeschichte: Johannes Richter, Sichtung vor Ort und Spiel 2012-15, Informationen aus der Kirchenchronik durch eigene Recherche, zusammengestellt u.a. von Gertraud und Dietmar Damm.
Kirchengeschichte: Viola Berwig-Holtzhauer: Wernigerode – Liebfrauenkirche. Kunstverlag Peda Gregor, Passau 2005, ISBN 3-89643-604-X.

Förderverein Sauer-Orgel

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