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Orgel: Beckenried – St. Heinrich – Gollorgel

Gebäude oder Kirche

St. Heinrich

Konfession

Römisch-Katholisch

Ort

Beckenried

Postleitzahl

6375

Bundesland / Kanton

Nidwalden

Land

Schweiz

Bildergalerie + Videos

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Glockenvideo von User manuelrocco28



Bildrechte: Datenschutz

Orgelgeschichte

1820 laut einer Eintragung im Protokoll der Bürgergemeinde, soll die Kirche ihre erste Orgel erhalten haben. Näheres zu diesem Instrument und seinem Erbauer ist nicht bekannt. Wegen den kunsthistorischen Eigenarten wurde angenommen, es könnte sich um ein Projekt von Franz Josef Remigius Bossart handeln. Ein vorhandener Stich ist aber offensichtlich falsch beschrieben. Bei der darauf dargestellten Orgel handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um die Bossart-Orgel in Buochs.
1842 erste gesicherte Hinweise auf eine Orgel in der Pfarrkirche Beckenried. Aus den Prüfungsakten: Orgelbauer Silvester Walpen aus Luzern hat in der Pfarrkirche zu Beckenried ein neues Orgelwerk hergestellt, welches dem 31. August und 1. Herbstmonat 1842 vom hochw. Herr P. Leopold Nägelin von St. Urban und Herr J.B. Mollitor, Chordirektor und Organist in Luzern, genau und gewissenhaft geprüft und beurteilt worden ist. Obige zwei Experten haben sich in der am 2. Herbstmonat mitgeteilten Zuschrift dahin ausgesprochen, dass der Ton der Orgel in jeder Erwartung befriedigend sei, kräftig, sogar imponierend in Masse und verständlich in allen Einzelheiten. Die Disposition ist so ausgeführt, dass kein Orgelspieler in Verlegenheit kommen könnte, jeden Anlass mit zweckmässigen Spiele zu begleiten,
• der Principal, die Copel, die Viola da Gamba im Hauptwerk, die Flute Traverso und Dolcian unter den Flöten und der Cornett unter den Füllstimmen zu den gelungenen, ja ausgezeichneten gehören,
• das Pedal sehr kräftig, ohne Gepolter und schnellsprechend sei,
• dass die schöne, solide Bearbeitung der Pfeifen in Zinn und Holz einen Vorzug dieses Orgelbauers beurkunde, der noch dadurch gesteigert werde, weil er sanftere Stimmen vorzüglich zu charakterisieren verstehe
• dass endlich auch der mechanische Teil der Orgel fleissige Arbeit zeige und namentlich der Wind vollkommen, ja sogar der freventlichsten Behandlung entsprechen, und setzte noch bei, dass Herr Walpen nicht nur als tüchtigen Kunstkenner sondern auch als rechtschaffener redlicher Mann, der sein gegebenes Wort zu halten weiss und hält, alle nur mögliche Achtung und Empfehlung verdienet.

Derzeitige Orgel

1913 Orgelneubau einer pneumatischen Taschenladenorgel als Opus 404 von Orgelbau Goll & Cie (Luzern) II/20 + 3 Transmissionen.
Zinnpfeifen: 1412 / Zinkpfeifen: 215 / Holzpfeifen: 345 /Total der Pfeifen: 1972 /Die Zahl der Spielhilfen und Registerzüge beträgt 148.
Die Weihe und „Collaudation“ erfolgte am Sonntag, 25. Mai 1913 mit Herrn J. Schefold, Musikdirektor in Rorschach, der des Öfteren in Beckenried seine Ferien verbracht haben soll. Hinweise darüber, ob er die Planung oder den Bau der Orgel mitbegleitet hat, finden sich keine.

1940 Renovierung des Werkes durch die Erbauerfirma.
1976 – 1977 Renovierung der Orgel durch Orgelbau Goll.
2008 vorbildliche Restaurierung der original erhaltenen Orgel durch Orgelbau Walter Graf (Sursee).

www.orgel-beckenried.com

Disposition

Hauptwerk C-g“‘

Bourdon 16‘

Principal 8‘

Bourdon 8’

Flauto amabile 8’

Gamba 8’

Dolce 8’

Octav 4’

Rohrflöte 4’

Waldflöte 2’

Mixtur 5-fach 2 2/3’

Trompete 8‘ TR II

II Schwellwerk C-g“‘

Stillgedackt 16‘

Geigenprincipal 8‘

Liebl.Gedackt 8’

Quintatön 8’

Flute harmonique 8’

Viola 8’

Aeoline 8’

Voix celeste 8’ ab c°

Fugara 4’

Traversflöte 4‘

Harmonia aeth. 2-fach 2 2/3′

Trompete 8’

Euphonia 8’

Tremolo

Pedal C-f‘

Principalbass 16‘

Violonbass 16’

Subbass 16’

Echobass 16’ Tr. Stillgedackt II

Cello 8’

Bassflöte 8’

Aeolsbass 8’ Tr. Aeoline II

Posaune 16’

 

 

Spielhilfen

II/I, I/P, II/P, Ober II/I, Ober II, Ober II/P, Unter II/I (ab c°), Melodiekoppel, Generalkoppel, 2 freie Kombinationen, Zungeneinzelabsteller
Unter Klaviatur I: Zungenchor, Principalchor, Streicherchor, Flötenchor, Auslöser, P, MF, F, FF, Tutti
Fuss: Walze, Schwelltritt II

Gebäude oder Kirchengeschichte

1323 wird erstmals eine Kapelle erwähnt.
1598 Neubau einer Kirche im gotischen Stil.
1601 Beschädigung der Kirche durch ein starkes Erdbeben.
1604 Renovierung und erneute Weihe der Kirche.
1631 Erhebung Beckenrieds zu einer eigenen Pfarrei.
1672 Renovierung nach einem erneuten Erdbeben unter Baumeister Melchior Keyser.
1796 – 1807 Bau der heutigen Pfarrkirche unter Architekt Niklaus Purtschert, die Einweihung verzögerte sich und fand im Jahr 1807 statt.
1866 – 1868 grössere Innenrenovation der Kirche.
1878 Anschaffung von vier Glocken der Gebrüder Grassmayr (Feldkirch).
1893 Glocke „Heilige Familie“ von der Giesserei Rüetschi (Aarau) als fünfte Glocke.
1934 Aussenrenovierung.
1975 – 1976 umfangreiche Innenrestaurierung unter Architekt Damian Widmer.
1976 Zelebrationsaltar.
2003 Aussenrenovierung.

Anfahrt

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Quellenangaben


Orgelbeitrag erstellt von:

Daten und Bilder Andreas Schmidt, Leitung mit L.Reinhardt Konzertreihe der Beckenrieder Orgelfreunde.
Kirchengeschichte: Kunstverlag Josef Fink „Die Beckenrieder Sakrallandschaft“
Orgelgeschichte: Lukas Reinhardt und Andreas Schmidt
Glockenvideo von User manuelrocco28

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